Die Idee eines Low-Noise PC beschäftigt mich schon länger, seit der Zeit, als Intel die TDP-Grenze ihrer Prozessoren immer weiter nach oben versetzte (getreu dem Grundsatz, dass Hitze steigt) und der Pentium-M vorübergehend zum Geheimtipp für Desktopplattformen wurde.
Diese Situation hat sich seit den Core-2-Duo-Prozessoren zwischenzeitlich entschärft und auch wenn der Core-i7 wieder neue Verlustleistungsrekorde aufstellt, so kann dies der breiten Masse erst einmal egal sein, denn die wenigsten Anwender brauchen die Rechenleistung eines 4-Kerners mit SMT.
Nein, dem Normalverbraucher reicht ein gewöhnlicher Dualcore vollkommen. Und diese sind mittlerweile durch Architektur- und Fertigungsverbesserungen soweit ausgereift, dass sie Bezahlbarkeit, Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit auf wundersame Weise konvergieren. So liegt die reale Leistungsaufnahme unter Volllast laut Messungen von HT4U bei einem
E8500 bei 40W, bei einem E7200 sogar bei lediglich 25W, selbst wenn die CPUs mit einem TDP von 65W deklariert sind.
Wie rechtfertigen ein paar Zahlen und dumme Sprüche einen neuen Thread? Nun, die Vorgeschichte ist eigentlich länger. Es geht um nicht weniger als um den perfekten PC, denn ausser dem ersten habe ich bisher alle meine PCs selbst zusammengestellt und dabei waren alle grundverschieden. Es war ein Ausprobieren von verschiedenen Möglichkeiten und aus dieser Erfahrung bin ich nun guter Dinge, mit dem nächsten PC endlich meine Ruhe zu haben – im doppelten Sinnne:
Persönlicher geschichtlicher AbrissPC 1.0 (1998)Angefangen habe ich mit einer grauen Kiste, wie es ende der 90er-Jahre noch üblich war. Beim ATX Mini-Tower von Artist war die Kühlung noch unproblematisch. Das Netzteil war modern genug, dass es eine temperaturgeregelte Lüftersteuerung besass, ein Gehäuselüfter wäre (obwohl von mir nachträglich eingebaut) eigentlich nie notwendig gewesen, denn die Pentiums der zweiten und dritten Generation hatten ein TDP um die 20W…
PC 2.0 (2003)Beim Kauf meines 2. PCs (ich zähle nur diejenigen Hardwareänderungen als neue PCs, die auch ein neues Gehäuse fällig machten, einen einfachen CPU- und/oder Mainboardwechsel nicht) lag der Fokus auf der Leistung, denn diese war bis anhin immer knapp. In mein zweites Gehäuse, ein Midi-Tower von Chieftec, kam zuerst ein Pentium 4 mit HTT, 1GB RAM und später auch eine GF 6800 und eine Wasserkühlung, Dualradiator im Gehäusedach.
Weder mit Grafikkarte (zweimal defekt) noch mit der Wasserkühlung wurde ich richtig glücklich. Meine Erkenntnis aus dieser Zeit: Weniger ist manchmal mehr…
PC 3.0 (2004)Frustriert über den zweifelhaften Nutzen von High-End Grafikkarten und teuren Wasserkühlungen schaffte ich mir einen Barebone von Shuttle an. Die Überlegung war zwar richtig, der Zeitpunkt aber ungünstig. Denn je kleiner das Gehäuse, desto schwieriger eine leise Kühlung. Mit vielen Tricks wie
zusätzlichen 120mm Lüftern an Stellen, wo keine vorgesehen gewesen waren,
Modifikationen am Fingerschutz,
modifizierten CPU-Kühlern und einer intelligenten Software-Lüftersteuerung (von Shuttle mitgeliefert), liess sich das Shuttle zumindest unter Office-Anwendungen leise Betreiben, wenns sein musste aber auch bei
4GHz rennen lassen.
PC 4.0 (2006)Nach der Frustration dann die Resignation: Auch wenn ein Barebone von der Grösse her theoretisch ausreicht, um die gewünschte Hardware unterzubringen: Davon ausgehend, dass selbst eine Mainstream-CPU 100W zieht und eine Mainstream-Grafikkarte einen Dualslot-Kühler für eine leise Kühlung benötigt, ist man mit einem grösseren Gehäuse doch besser beraten. Um mal etwas Neues auszuprobieren schaffte ich mir ein HTPC-Gehäuse von Aplus an: 2GB billgsten RAM und ein dauerhaft
auf 3.4GHz übertakteter PD 805 (luftgekühlt, Steuerung für Gehäuselüfter
@Eigenbau).