Update 04.04.12 | Was geht?So, kurz vor Ostern gibts dann nochmal was
aufs fürs Auge. Nicht "meine erste Banane", aber mein erstes selbst gesleevedes ATX-Kabel - und diese Freude ist bestimmt nicht geringer, als der Jungferngenuss der genannten Tropenfrucht, wenngleich das Ergebnis noch weit davon entfernt ist perfekt zu sein.
Womit wir gleich beim Stichwort sind, denn es bedarf vielleicht einer kleinen Erläuterung, warum ich heute und gestern
ca. 13 Stunden gebraucht habe, um die 12 Stränge meines zukünftigen PCIe-Kabels zu sleeven. Der Grund liegt nicht nur in der Unerfahrenheit sondern in der Komplexität der Sache selbst. Nur ein Beispiel: Um ein einziges Verbindungskabel zwischen NT und Hardware einigermaßen ansehnlich zu sleeven, braucht es nicht nur ein genau bemessenes, sauber abgelängtes und an den Enden versiegeltes Stück Sleeve, es braucht auch eben so akkurat und gleichmäßig geschnittene Stücke an Schrumpfschlauch, oder neudeutsch
Shrink.
Ferner arbeitet man zwischen den besagten Kontakten in einer Art Sackgasse, meint, es kommt nicht eben selten vor, dass man an einem Ende des Kabels einen sauberen Shrink gesetzt hat, den anderen aber verbockt, z.B. weil sich herausstellt, dass man das Sleeve zu kurz geschnitten hat, den Shrink zu lange erhitz oder nicht in der korrekten Position geschrumpft hat. Größte Herausforderung ist, das Sleeve vom ersten, fertigen Kontakt zum gegenüberliegenden so zu spannen, dass es möglichst eng am Kabel anliegt.
Das mag für Laien wenig dramatisch klingen, tatsächlich muss man aber nur mit Hilfe von Daumen und ein bis zwei Fingern das ganze Kabel entlang erbärmlich fest drücken, am Ende dann das unter heftiger Spannung stehende Sleeve fest ans Kabel pressen und in Position halten, dann mit der freien Hand ein Stück Shrink auf die Verbindungsstelle platzieren, einen Heißluftfön o.ä. zur Hand nehmen, schrumpfen, warten bis das ganze abgekühlt ist und hoffen, dass alles geklappt hat. Danach versucht man die
Haltehand wieder zu entspannen und für die nächste Tortur locker zu machen.

Die hohe Kunst des Sleevens besteht nun darin,
alle Strippen perfekt anliegend zu sleeven und die Schrumpfschläuche mit gleicher Länge und geraden Abschlusskanten vom Stecker herzustellen. Was die Sleeving-Elite von "normalen" Menschen wie mich zum Beispiel unterscheidet, sind nicht nur ihre immense Praxiserfahrung, das Können und die Ritualisierung ihrer Arbeitsabläufe - denn selbst all das ist kein Garant dafür auf Anhieb ein perfektes Sleeves hinzukriegen - nein, es ist vielmehr ihr
Beharrungsvermögen ein Kabel so lange zu sleeven, bis es eben perfekt ist!
Solche beachtenswerten Arbeiten sollte man als Mensch mit meinen Ansprüchen nur äußerst vorsichtig geniessen, denn schaut man dagegen seine eigenen sieben Sachen an, wird man nicht nur vor Neid erblassen, man kann auch Gefahr laufen die Freude an der eigenen Arbeit zu verlieren.
Da nicht nur meine alte, sondern auch meine neue Maschine bald gebraucht wird, sehe ich die Sache pragmatischer und gebe mich also "schon" zufrieden, wenn die ersten Sleeveversuche für mein Empfinden nur
schön werden, anstatt perfekt zu sein.
Wer Ähnliches im Sinn, dem kann ich nur raten ein nicht zu knappes Zeitfenster für seine Kabelarbeiten einzuplanen, denn als Neuling sind die Unwägbarkeiten beinahe so häufig, wie die auf einer Baustelle.
Alle Interessierten mögen mir erneut die Unausgewogenheit von Wort und Bild nachsehen.

Erste Anprobe für den Grafikkarten-Anschluss.

tbc