Update 24.09.12 | bad luck & Späte ErkenntnisHi,
1. bad luck:Nach der nunmehr 4.Montage des T-Rad², zuletzt mit alternativer WLP und immer noch gleichem
Kühlungsverhalten unter Last bleibt als einzige plausible Erklärung des Phänomens, dass der Kühler
defekt ist.

Sowohl das sehr rapide Ansteigen der Temperaturen unter Last, als auch die Tatsache,
dass der Kühler bei voller Lüfterdrehzahl im FurMark eine um
9° C schlechtere Endtemperaturals der Stock-Kühler erreicht, sind zweifelsfreie Signale für eine eindeutige Fehlfunktion. Eine RMA des
T-Rad² kann ich nach Lesen der AGB des Händlers aufgrund der vorangegangenen Dremel-Bearbeitung
abhaken. Wo und welchen Ersatz ich mir beschaffen werde, steht im Moment noch nicht fest.
2. Späte Erkenntnis:Hätte ich mich früher mit dem Thema der Bios-Modifikation bei einer HD 5870 beschäftigt, hätte ich die
gesamte Kühler-Umbauaktion gar nicht erst angefangen. Nachdem aber das Problem der wirkungsvollen
Kühlung der Spannungswandler mit dem VRM-R4 so glänzend gelöst war, schien der Traum von der
optimal auf meine Bedürfnisse eingestellten Grafikkarte nach den Enttäuschungen mit der GTX 260 nun
endlich in Erfüllung zu gehen. Doch leider hat AMD/ATI mir einen ungeahnten Strich durch diese Rechnung
gemacht. Die Fakten zur alternativen Luftkühlung von Grafikkarten kann man nur als
tragikomischbezeichnen: Die GTX 2xx-Serie ließ sich durch Bios-Modifikationen mittels
NiBiTor perfekt anpassen,
ihr chaotisches Layout ließ jedoch keine zufriedenstellende Luftkühlung der verstreut angeordneten
Spannungswandler zu, bei der HD 5xxx lassen sich aufgrund des geordneten Layouts problemlos großflächige
Spannungswandlerkühler montieren, Modifikationen des Bios mittels
Radeon Bios Editor hingegen bleiben
wirkungslos - und das nicht etwa, weil das Tool nicht funktionieren würde, sondern schlicht
weil AMD/ATI dies zu unterbinden weiß. Aus diesem Grund ist es nicht einmal möglich die im Bios
auf den Stock-Kühler abgestimmte Lüftersteuerung auf das Lüfter-Setting eines Alternativkühlers abzustimmen,
dessen Lüfter über den Anschluss der Grafikkarte versorgt werden. In Zusammenfassung des Problems hier die
wichtigsten Zitate von
BAGZZlash, dem publisher des
RBE:
ATI scheint das BIOS-Modding nicht zu gefallen, deswegen wird dem BIOS immer mehr Kontrolle entrissen zugunsten des Treibers. Momentan ist mir keine Methode bekannt, das Problem zu umgehen.
ZitatDie ab Werk übertakteten Karten haben natürlich eine gültige digitale Signatur dabei, die die Hersteller bei AMD kaufen müssen. Damit ist auch schon direkt der Grund dafür erklärt, warum AMD Kontrolle über die BIOS-Einstellungen haben will: Es geht um Kohle, die die Kartenhersteller bezahlen sollen. Es ist also im Interesse von AMD, BIOS-Manipulationen zu verbieten. Kartenhersteller hingegen haben ein Interesse daran, mithilfe von Manipulationen um diesen Obolus, den sie an AMD für ab-Werk-übertaktete Karten zahlen müssen, drumrum zu kommen.
ZitatDie 5xx0-Serie scheint so 'ne Art Übergang darzustellen. Testphase? Oder zuerst was verkehrt gemacht bei AMD? Ab 6xx0 schlägt der Check nun voll durch, leider...
ZitatAn diesen Tatsachen hat sich bis heute nichts geändert und wird sich höchst wahrscheinlich auch in Zukunft nichts
ändern, heißt im Klartext:
Jegliche Art von BIOS-Modifikation ist bei aktuellen ATI-Karten unmöglich!Das betrifft nicht nur User, die versuchen ihre werkseitig nicht-optimale Grafikkarte besser einzustellen, es
betrifft auch die Boardpartner und ihre alternativen Kühllösungen. Rein vom geschäftlichen Standpunkt aus
betrachtet ist es also für AMD/ATI besonders lukrativ, sich die Entwicklungskosten für befriedigende Kühllösungen
der Referenzkarten zu sparen, diese Arbeit stattdessen den Boardpartnern zu überlassen und ihnen obendrein die
digitalen Signaturen für die notwendigen BIOS-Modifikationen ihrer alternativen Kühllösungen zu verkaufen.

Ob diese Firmen-Philosophie allerdings zur Image-Aufbesserung der Marke ATI in der Usergemeinde beiträgt,
wage ich zu bezweifeln. Mir persönlich jedenfalls stinkt diese Mentalität aus aktuellem Anlass ganz erheblich.
Schließlich zum augenblicklich sinnvollste Alternativtool zur Anpassung der Lüftersteuerung bei ATI-Karten,
dem
MSI Afterburner noch eine interessante Passage:
Anders ausgedrückt: Laufzeitübertaktung z.B. mithilfe von AfterBurner ist ein "Service für den Endkunden", wohingegen das Unterbinden von BIOS-Modifikationen ein Kampf gegen die Hersteller ist. Deswegen zahlt ja auch MSI Geld an Unwinder: Die Entwicklung von AfterBurner (und ähnlichen Programmen) ist für die Hersteller teilweise ein Ausweg aus der Situation. Das Ganze wird als Service für den Kunden vermarktet und dieser nimmt es auch genau so an.
ZitatPersönliches Fazit:
Ist meine HD 5870
durch und hat AMD/ATI seine Restriktionen bis dahin nicht aufgehoben,
war das die letzte GPU aus der Roten Fraktion, für die ich mein Geld auf die Theke gelegt habe!
... denn wer will sich schon allen Ernstes einen derart uncoolen Scheiß in die Box schrauben?
tbc
Grüße,