Das 8GB-ProblemWindows 95/98 mit FAT16/FAT32:Der Anfang einer bootfähigen Windows-95/98-Partition muss innerhalb der ersten 8 GB auf der Platte liegen, damit die Partition erfolgreich gebootet werden kann. Die Beschränkung auf maximal 8 GB besteht nur für die seit langem standardisierten BIOS-Funktionen zum Festplattenzugriff. Damit sich über das BIOS auch größere Platten ansprechen lassen wurden die Funktionen etwas erweitert (die sog. INT 13h - Erweiterungen, INT 13h ist die Bezeichung der Funktionen zum Festplattenzugriff per BIOS). Betriebsysteme, die nicht die Erweiterungen unterstützen können also weiterhin auch mit neuen BIOSsen nur 8 GB verwenden, z.B. DOS 6.0.
Da die 16Bit-BIOS-Funktionen aber einen deutlichen Überbau benötigen, um von aktuellen 32Bit-Betriebsystemen aus verwendet zu werden gibt es in allen gängigen Betriebsystemen (Windows ab 3.11/ Win9x, NT, Linux, BeOS sowie weitere UNIXe) Treiber, die den Festplattencontroller direkt ansprechen, um die Geschwindigkeit zu verbessern. Nur wenn für den Festplattencontroller kein geeigneter Treiber existiert wird das BIOS zum Festplattenzugriff verwendet
Solange man kein sehr altes oder exotisches Gerät besitzt wird das BIOS vom Betriebsystem umgangen. Das BIOS wird nur während des Starts des Betriebsystems benützt, und nur während dieser Zeit ist der Zugriff auf die unteren 8 GB begrenzt!
Es genügt somit, wenn die zum Start des Betriebsystems notwendigen Daten in den ersten 8 GB liegen. Am sichersten läßt sich das garantieren, wenn die vom Betriebssystem selbst benützte(n) Partition(en) komplett unter 8 GB liegt. Es empfiehlt sich jedoch, keine Partition die 8GB-Grenze überschneiden zu lassen, da sich diese Partition unter DOS sowie beim Start des Betriebsystems nur im unteren Teil ansprechen lassen würde, was bei Dateien und Verzeichnissen, die die Grenze überlappen zu unkalkulierbaren Problemen führen könnte.
Und jetzt zur Praxis des 8GB-ProblemsDie Platte muß also zumindest in 2 Teile geteilt werden:
• Eine oder mehrere Partitionen unterhalb 8 GB
• Eine oder mehrere Partitionen oberhalb 8 GB
Der Speicherplatz unter 8 GBDen Speicherplatz unter 8 GB anlegen geht am einfachsten so:Die Partitionen unterhalb 8 GB legt man mit einem Partitionierungsprogramm an, daß die BIOS-Funktionen verwendet. Somit ist sichergestellt, daß man die 8 GB-Grenze nicht überschreitet, da diese Programme alle Platten größer als 8 GB als Platten mit nur 8 GB betrachten. DOS-FDISK (auch von Win9x) gehört in diese Kategorie, bei Linux kommt es darauf an, ob die Setup-Diskette oder -CDROM einen Standardtreiber oder schon einen erweiterten Treiber benützt.
Mit besagtem Programm belegt man nun seine Platte komplett ( also 8GB, entspricht 100% ).
Der Speicherplatz über 8 GB
Jetzt benötigt man ein System mit laufenden 32Bit-Festplattentreibern sowie einem Partitionierungsprogramm das auch auf den Treiber aufsetzt., über UNIX/Linux läßt sich schwer etwas verbindliches sagen. Die WindowsNT/2000/XP-Festplattenverwaltung sollte mit passenden Treibern versehen in der Lage sein, die komplette Plattenkapazität auszunutzen.
Ansonsten führen die folgenden Wege zum Ziel:Die Hardware-MethodeSteht einem ein Rechner zur Verfügung, der von Haus aus Festplatten größer als 8GB unterstützt, so kann man die Festplatte in diesen einbauen und dort die restliche Partitionierung vollenden. Passendes Zubehör (EIDE-Kabel, Jumper, ggf. Y-Stromversorgunskabel bzw. Adapter für Laptopplatten) nicht vergessen

Die Software-Methode
Zum weiteren Partitionieren geeignet ist die Festplattenverwaltung von Windows 2000 und XP mit passenden Treibern, diese ist aber weniger flexibel. Auch brauchbar sind Partitionieurngstools auf diversen Linux-Live- oder -Installations-CDs, solange diese nicht das BIOS verwenden!
Das 32GB und das 64GB-ProblemÄhnlich wie beim 8GB-Problem handelt es sich hier ebenfalls um eine Einschränkung im BIOS. Das BIOS versagt hier bei der Initialisierung von Festplatten mit mehr als 32GB bzw 64GB, der Bootvorgang wird nicht fortgesetzt.
Das 128GB-ProblemHier liegt das Problem in einer Einschränkung der ursprünglichen Festplattenhardware. Zum Glück kann diese Einschränkung von Seiten der Festplatte umgangen werden, so daß nur ein aktueller EIDE-Treiber benötigt wird. Unter Windows2000 mit ServicePack 4 kann die 128GB-Unterstützung per Registry eingeschaltet werden:
In HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Atapi\Parameters ist der DWORD-Wert EnableBigLba auf 1 zu setzen. WindowsXP liefert die passenden Treiber ab Service Pack 2 von Haus aus mit, für Win9x gibt es passende Software als Shareware.
Das ganze lässt sich aber auch viel einfacher lösen:Neuen PC kaufen