EinführungSeine Highend-Grafikkarte leiser und kühler zu betreiben, erfordert neben hardwareseitigen
Veränderungen auch Eingriffe in deren Steuerung.
Software-Tools, welche die Erhöhung von Taktraten und Veränderungen in der Lüftersteuerung erlauben,
werden immer komfortabler und zahlreicher.
Eingriffe in die Spannungsregelung hingegen waren bislang nur über aufwändige Umwege zu bewerkstelligen.
Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, um die Spannungsregelung der Grafikkarte zu beeinflussen:
1. Ein Tool, das die Spannungen verändert und diese Änderung mit einer Verknüpfung im Autostart auslöst,
2. Eine Veränderung der Spannungen im BIOS der Grafikkarte.
Die erste Methode ist nicht nur umständlich herzustellen, sondern zur Funktion auf das laufende Hintergrundprogramm angewiesen.
Die Einstellungen sind also nicht dauerhaft.
Die zweite Methode erfordert eine Modifikation des BIOS, welche bisher nur auf sehr riskantem Weg zu erreichen war
und daher entsprechende Erfahrung auf dem Gebiet voraussetzte.
Immenser Vorteil dieser Methode: Die Grafikkarte bekommt quasi eine neue Identität,
die Einstellungen sind dauerhaft und somit nicht auf laufende Hilfsprogramme angewiesen.
!Hinweis!
Alle BIOS-Modifikationen führen unweigerlich zum Verlust der Herstellergarantie
und geschehen auf eigene Gefahr des Anwenders!Nicht jede Grafikkarte einer Serie verhält sich gleich, lässt sich gleich gut übertakten, oder eben mit gesenkten Spannungen stabil betreiben.
Aus diesem Grund ist es naheliegend, dass die Hersteller versuchen, die Streuungen einer Serie durch Sicherheitsbeiwerte aufzufangen,
was dazu führt, dass die meisten Grafikkarten mit relativ höheren Spannungen betrieben werden, als tatsächlich nötig wäre.
Die Selektion der besten Modelle einer Serie ist kostenintensiv und führt somit zu erhöhten Endpreisen.
Gerade wer seine Highend-Karte mit einem alternativen, weil leiseren Kühler ausstatten will, der wird früher oder später
ein besonderes Interesse entwickeln, die vorhandenen Betriebsspannungen nach Möglichkeit zu senken,
da zu hohe Spannungen einen erheblichen Einfluss auf die entstehenden Temperaturen
und somit den Kühlungsaufwand für die Grafikkarte ausüben.
Spannungsregelung mit NiBiTor 5.0Für alle Besitzer von Nvidia G200 Karten in 65nm-Fertigung, also GTX 260, GTX 280 und GTX 295,
stellt die bald erscheinende Version 5.0 des NiBiTor BIOS Editors mit
Voltage IC eine neue Funktion bereit, welche eine dauerhafte Veränderung der Betriebsspannungen erlaubt.
Da Voltage IC
nur mit Nvidia-Karten funktioniert, auf denen ein
Volterra VT 1165 verbaut wurde,
ist das neue Feature für die 55 nm-Modelle nicht zugänglich.
siehe hierFolgendes Prozedere im Umgang mit NiBiTor hat sich bewährt:
Nach dem Programmstart zunächst in der Titelleiste unter
>Tools >Read BIOS >Select Device.
Das öffnende Fenster, in dem eure Grafikkarte erscheint, mit
OK bestätigen.

Dann erneut unter
>Tools >Read BIOS >Read into NiBiTor, worauf hin die Charakteristika eurer Grafikkarte
erscheinen und in der Abteilung
Clockrates die vorhandenen Taktraten sichtbar werden.
Hinweis: Bei
64bit-Betriebssystemen können die BIOS-Daten
nicht über diese Funktion in NiBiTor eingelesen werden.
Über GPU-Z läßt sich aber das Original-BIOS als Datei abspeichern, indem man auf der Startseite auf das Symbol
rechts neben der Spalte BIOS Version klickt und mit
> save to file die Datei speichert.
Dann in NiBitor unter
> File > Open BIOS im sich öffnenden Fenster unter
Dateityp (.bin)auswählen und schließlich das zuvor gespeicherte BIOS öffnen. NiBiTor ist standardmäßig auf das Speichern und öffnen
von BIOS-Dateien als
.rom eingestellt, GPU-Z speichert BIOS-Dateien dagegen als
.bin.
Es ist wärmstens zu empfehlen, an dieser Stelle ein Backup eures Original-BIOS zu speichern.Dazu unter
>File >Save BIOS und schließlich das Backup eurer BIOS-Datei, z.B. als
orig.rom, an einem sicheren Ort abspeichern. |-)
Alle Veränderungen werden
grundsätzlich auf Basis des Original-BIOS durchgeführt
und sind selbstverständlich erst nach einem BIOS-Flash wirksam.
Beschränken wir uns nun auf den spannenden Teil der Spannungseinstellungen.

Zunächst auf den Reiter
>Voltages und das sich öffnende Warnfenster nach dem Lesen
durch
OK schließen.
Es erscheinen die Spannungseinstellungen im Exact Mode, in meinem Fall
Extra: 1,12 V,
3D: 1,12 V und
2D: 1,06 V.
Thrtl bleibt wie im Original-BIOS auch nach der Modifikation leer!
Nun könnt ihr beginnen, die Spannungseinstellungen zu ändern. Ihr solltet in jedem Fall,
also bei Spannungssenkungen, besonders aber bei Spannungserhöhungen mit
moderaten Veränderungen beginnen,
um anschließend die Stabilität der Grafikkarte mit den neuen Einstellungen ausgiebig zu testen.
Das erfordert zwar etwas Geduld, doch die Arbeit lohnt, wenn als Ziel winkt,
eure Grafikkarte für den Dauerbetrieb optimal einzustellen.
Durch einen Klick auf den Button
>Voltage IC öffnet sich das entsprechende Fenster.
Hier ändert ihr unter
Voltage in
nach unten absteigender Reihenfolge auf eure gewünschten Spannungswerte.
Mit jeder Änderung verändert sich unter
Value simultan der entsprechende Hex-Wert.
Abschließend die neuen Einstellungen mit
OK bestätigen.
In meinem Fall sah der dritte Durchgang zur Spannungssenkung dann so aus:

Zur Kontrolle bei der Übertragung der Werte nun erneut auf
>Voltage IC,
dann in der Titelleiste unter
>Tools den
>Voltage Table Editor aktivieren.

Hier übertragt ihr nun unter
Label die Werte aus dem Voltage IC
in
nach unten aufsteigender Reihenfolge in den Voltage Table Editor.
Dabei ist zu beachten, dass die auf zwei Dezimalstellen beschränkten Werte im Voltage Table Editor grundsätzlich
kleiner oder
gleich den eingestellten Werten im Voltage IC sein müssen.
Also entsprechen zum Beispiel
1,0375 V im Voltage IC
1,03 V im Voltage Table Editor.
Sind alle vier Werte in den Voltage Table Editor übertragen, schließt ihr mit
OK.
Danach geht es zurück ins Hauptfenster, wo ihr den Reiter
>VID Mode aktiviert,
in dem nun die neuen Spannungswerte angezeigt werden.

Nun zurück in den
>Exact Mode, in dem ihr für Extra, 3D und 2D die neu eingestellten Spannungen auswählen könnt,
in meinem Fall für
Extra: 1,07 V, für
3D: 1,06 V und für
2D: 1,03 V.

Abschließend speichert ihr das modifizierte BIOS unter
>File >Save BIOS,
z.B. als
new.rom ab.
BIOS-FlashDas Flashen des neuen BIOS auf die Grafikkarte geschieht auf DOS-Ebene
und geht am einfachsten über einen
bootfähigen USB-Stick,
der ein rudimentäres MS DOS enthält.
Ebenfalls auf den USB-Stick ladet ihr:
- das DOS-basierte Flash-Tool
NVFlash 5.88,
- die Original-BIOS Datei (hier:
orig.rom) und natürlich
- die Datei des modifizierten BIOS (hier:
new.rom)
Der Flash-Vorgang selbst geht dann so:
- den vorbereiteten USB-Stick mit dem PC verbinden und den Rchner neu starten
- beim Booten ins BIOS des Motherboards wechseln
- dann unter
>Advanced BIOS Features die
>Hard Disk Boot Priority auswählen
- euren erscheinenden USB-Stick anwählen und mit
+ an die 1. Stelle setzen
- mit
F10 die neuen Einstellungen speichern und das BIOS verlassen.
- Auf DOS-Ebene das
Starting MS DOS abwarten
- Datum und Uhrzeit jeweils mit der Eingabetaste bestätigen
- in die erscheinende Befehlszeile C:\
dir eingeben und bestätigen
Ihr seht nun alle auf eurem USB-Stick vorhandenen Dateien
- nun in der Befehlszeile C:\
nvflash_new.rom eingeben und bestätigen
(Achtung! Der Unterstrich
_ steht für "Leertaste")
- die folgende Sicherheitsabfrage vor dem Start des Flashvorgangs mit
y für
yes bestätigen
(Achtung! Auf deutschen Tastaturen ist
y das
z)
- den Flashvorgang abwarten, bis in der Befehlszeile wieder C:\ erscheint
- den USB-Stick vom Rechner trennen und mit
strg+alt+entf neu starten.
In Windows könnt ihr nun z.B. mit
GPU-Z v0.3.8 die geänderte 2D Spannung auslesen.
Schlägt der Bootvorgang ins Windows mit dem modifizierten BIOS fehl,
oder stürzt der Rechner in der anschließenden Testphase ab,
flasht ihr auf die gleiche Weise, wie eben beschrieben, auf das ursprüngliche BIOS zurück.
Aus diesem Grund ist es wichtig, immer eine Kopie des Original-BIOS auf dem Boot-Stick zu speichern,
bevor ihr den Flashvorgang mit dem modifizierten BIOS startet.Nach einiger Übung geht euch der Flashvorgang zügig von der Hand
und kann im ungünstigsten Fall zu einem Neustart des Rechners führen.
Das Risiko ist also gemessen am Erfolg als äußerst gering einzustufen.
FazitNach meiner Erfahrung könnt ihr auf diesem Weg an einem Wochenende die minimal
möglichen Spannungen, mit denen eure Grafikkarte stabil läuft, austesten und eure Karte
am Ende mit einem maßgeschneiderten BIOS ausstatten.
Sind die Betriebsspannungen optimal auf die anliegenden Taktraten abgestimmt, könnt ihr euch dem Fein-Tuning
widmen und mit NiBiTor die Lüftersteuerung auf eure individuelle Luftkühlung abstimmen.
[Update|02/23/2010]Einen ausgezeichneten Guide zur Anpassung der Lüftersteuerung findet ihr im Guru3D.com-Forum:THE ULTIMATE "FANSPEED IC" SETTINGS GUIDE FOR NiBiTorDank des Voltage IC in NiBiTor v.5.0 seid ihr nun in der Lage, eure G200 (65 nm) Grafikkarte
unter Last und im 2D mit der geringst möglichen Spannung auszustatten,
den Kühlungsaufwand somit erheblich zu verringern und dem Traum von der
leisen und effizienten Highend-Grafikkarte ein gutes Stück näher zu kommen.
Das Werkzeug - NiBiTor v.5.0 Wie alle vorangegangenen Versionen wird auch NiBiTor 5.0 in naher Zukunft als Freeware bei
MVKTECH zum Download bereitstehen.
Wie bei so vielen unabhängigen Software-Projekten arbeiten die Entwickler von
NiBiTor im wahrsten Sinne des Wortes
ehrenamtlich,
investieren also eine Menge Freizeitarbeit, um das Tool weiterzuentwickeln.
Seit Ende des letzten Jahres gibt es nun die Möglichkeit, gegen einen euch angemessen erscheinenden Spendenbetrag die neue Version von NiBiTor zu erhalten.
Dazu benötigt ihr nichts weiter, als ein PayPal-Konto, oder eine Kreditkarte für den Fall,
dass ihr zufällig eine Wohnadresse in den USA angeben könnt.
Auf der Hauptseite von MVKTECH drückt ihr einfach auf den grünen
ChipIn! Button,
gebt auf dem gesicherten Zahlungsweg euren Spendenbeitrag ein,
schreibt unter Bemerkung ein paar warme Worte an die Entwickler und bekommt bald darauf
eine E-Mail mit angehängter .zip-Datei, welche NiBiTor 5.0 enthält.
Ein mehr als fairer deal, wie ich finde.
Wer die Jungs von MVKTECH darüber hinaus unterstützen will, der kann seinen Add-Blocker für die Seite abschalten und gelegentlich eine der Anbieterseiten besuchen.
Die nach der Spende erhaltene Vorab-Version dient ausschließlich der privaten Nutzung,
da sonst natürlich das Spenden-System untergraben würde.
Wie ihr das für euch selbst handhabt, hängt also vom Grad eurer charakterlichen Reife ab.
Angehörige der Absahner-Fraktion dürfen sich so lange in Geduld üben,
bis der kostenlose Download freigeschaltet wird.

Viel Spaß beim Tüfteln!
EDIT: Neuer Titel! Klingt zwar doof, beschreibt aber besser, worum es eigentlich geht.
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Link-Updates: 09.12.09 |