Moin,
Staubwegpust 
... tja, nach mehr als 2 Jahren kräht kein Hahn mehr nach einer GTX 260, außer mir.
Da ich aufgegeben hatte das Teil noch zu verkaufen, habe ich es nun mit meinem Abit P35 @ Core2 Duo E8400
in eine neue Box eingebaut. Trotz Spannungssenkungen waren die Temps der EVGA GTX 260 mit Standardtakt
wenig berauschend, 59°C im Idle, allerdings bei von 40% auf 30% herabgesetzter Anfangsdrehzahl des Lüfters
- diese Einstellung klappte bei meiner vorherigen, übertakteten GTX 260 sehr gut - aber bekanntlich ist ja keine Karte
wie die andere. In einem anderen Thraed kamen wir auf das Thema
ungenaue Spaltmaße bei Grafikkarten,
ein damit zusammenhängendes Problem waren die berühmten
Heatbugs der G200 Karten. Der Heatspreader
wurde mit einem Kleber befestigt, der entweder zu dick aufgetragen war, oder sich mit der Zeit ausdehnte und so
keinen ausreichenden Kontakt zwischen Chip und Heatspreader herstellen konnte. Die Folge: in Härtefällen
Lasttemperaturen von 100°C und darüber, hohe Temperaturen im Idle. Meine EVGA zeigte Ansätze davon, ein typisches
Symptom ist die ungewöhnlich schnell ansteigenden Temperatur unter 3D-Last, besonders markant im FurMark.
Kurzum: da der Rechner noch einige Zeit problemlos laufen sollte, entschied ich mich für den etwas haarigen Eingriff,
den Heatspreader zu entfernen, um einen besseren Kontakt zum Chip herzustellen und die Temperaturen zu senken.
Die meisten User, welche damals versäumt hatten ihre so betroffenen Karten in die RMA zu schicken, behalfen sich
mit Alternativkühlern, besonders dem Accelero Extreme, handelten sich damit zu Beginn dessen Markteinführung
aber ein neues Problem ein, nämlich die unzureichendee
Kühlung der Spannungswandler.
Ich hingegen wollte die EVGA GTX 260 mit Standardkühler betreiben, also fummelte ich den Heatspreader runter,
ersetzte die Wärmeleitpaste und klebte den Heatspreader mit einem 2 Komponenten Wärmeleitkleber (das einzig
brauchbare, was im Haus war) wieder auf. Das Ergebnis hat sich gelohnt, denn sowohl Idle- als auch Lasttemperaturen
sanken um
11 K.

Rückblickend betrachtet waren die G 200-Karten in vielerlei Hinsicht eine höchst interessante
Baustelle, denn gerade diese Serie gab Hinweise auf wesentliche Verbessrungen für die nachkommenden Generationen
von Hochleistungsgrafikkarten.
Positiv waren in jedem Fall die Möglichkeiten bei den 65nm-Karten
Betriebsspannungen und Lüftereinstellungen relativ einfach per BIOS-Flash dauerhaft zu übertragen.
Negativ war die Tatsache, dass die Optimierung dieser Einstellungen eigentlich Aufgabe der Hersteller sein sollte,
nicht der User. Hier hat sich bis heute nichts geändert, denn immer noch muss man genau hinschauen, wie die
Boardpartner eine bestimmte Serie gestalten, denn es kommt oft genug vor, dass gerade bei den Spannungs- und
Lüftereinstellungen halbherzig ausgearbeitete Lösungen auf den Markt kommen. Was sich schon bald nach der G 200
als Standard durchsetzte, war das Layout der Spannungswandler: bei den G 200-Karten noch chaotisch verstreut und
daher sehr problematisch zu kühlen, wurden diese hitzigsten Bausteine auf den folgenden GPUs (sowohl bei AMD/ATI, als
auch bei Nvidia) zu Gruppen zusammengefasst und mit großflächigen Kühlkörpern versehen. Dass meine diesbezüglichen
Wünsche so schnell erhört wurden, hat mich wirklich überrascht. Weniger überraschend fand ich die Tatsache, dass diese
wirklich hervorragende Entwicklung so wenig bemerkt wurde. Trotz aller guten Neuerungen muss man sich auch heute
immer noch genau informieren, für welches Grafikkartenmodell man sich entscheidet, denn es hat den Anschein, als fehlte
Herstellern und Boardpartnern in unserer schnelllebigen Zeit schlich die Muße, ihre Produkte optimal einzustellen.
Eine der wenigen Karten, bei der dies auf Anhieb gelang, ragt daher noch immer aus sämtlichen Neuerscheinungen
der letzten Jahre besonders heraus, denn betrachtet man das Gesamtpaket aus Grafikleistung, Stromverbrauch,
Kühlsystem, Boardlayout und Lüftereinstellungen, ist die
HD 5870 Rev.1 nicht weniger, als der größte Wurf in der
GPU-Geschichte. Diese Karte werkelt heute in meinem Hauptrechner und ich hatte bisher noch nie das Vergnügen, eine
Grafikkarte dieser Leistungsklasse
out of the box und ohne jede Modifikation betreiben zu können. Sie ist im Idle
flüsterleise, besitzt eine hervorragende Spannungsregelung und Lüftersteuerung und braucht sich auch heute vor der
Single-GPU-Konkurrenz nicht zu verstecken. Keine andere Nachfolgekarte vermochte bisher im Fazit der Gesamtbetrachtung
so zu überzeugen, wie die HD 5870. Und ich vermute, dieser Zustand wird sich auch so bald nicht ändern.
Mein Fazit aus den bisherigen GPU-Erfahrungen richtet sich vor allem an User, die eine neue Grafikkarte kaufen wollen:
1. Sucht nach Reviews zu
genau der Karte, die ihr erwerben wollt, denn selbst innerhalb einer Serie kann es
je nach Boardpartner sehr unterschiedliche Einstellungen geben.
2. Informiert euch über Möglichkeiten, die Grafikkarte bezüglich Betriebsspannungen und Lüftereinstellungen zu optimiern,
denn die allerwenigsten Modelle sind ab Werk optimal eingestellt.
3.
Testet die Grafikkarte ausgiebig, vor allem bezüglich der Betriebstemperaturen, und macht bei den geringsten
Anzeichen zur Sorge Gebrauch von eurem Widerufsrecht, denn die Serienstreuungen bei GPUs sind immer noch enorm.
Außerdem erziehen nur kritische Kunden die Hersteller zu größerer Sorgfalt und helfen so, die Produkte zu optimieren.
Gruß,