zweifellos sind die kalifornier nebst konkurrent ati nach wie vor der wichtigste hersteller von diskreten grafikbeschleuniger f?r computerspiele. aber wenn man mal anfangt, die missgeschicke bei der herstellung und kleinen unlauteren 'optimierungen' der treiber der letzten zw?lf monate zusammenzufassen, wird einem fast schwindlig. gut f?r nvidia, dass die ganzen probleme bloss tr?pfchenweise den weg in die presse gefunden haben, w?re alles auf einmal rausgekommen, h?tte das wom?glich kurzzeitig einen v?lligen Imagezusammenbruch des einstigen 3Dchip-imperiums bedeutet.
da w?re mal der ohrenbet?ubende l?fter der 6800GT/Ultra referenzkarten im zusammenspiel mit der bis dato h?chsten leistungsaufnahme einer consumer-grafikkarte. Nur gut, dass es vorher kaum jemandem auffiel, dass die fx5950U fast gleich viel leistung verheizte, durch den kleineren k?hler deutlich heisser wurde und in schlecht bel?fteten systemen deshalb nicht selten w?rend einem spiel runtertaktete um dem hitzetod noch knapp zu entgehen.
wie sich aber rasch herausstellte, begr?ndete sich der grosse performancesprung gegen?ber der vorg?ngergeneration bei damaligen spielen in sogenannten treiberoptimierungen.
von offizieller seite anf?nglich auf das betastadium des treibers verwiesene probleme bei der aktivierung des im vorfeld gross angek?ndigten mpegde-/encoders der 6800er modelle stellten sich jedoch nach monaten des totschweigens als peinlicher, da ireparabler konstruktionsfehler der hardware heraus. k?ufer dieser karten zahlen somit viel geld f?r einen high end-chip, der nicht vollst?ndig funktioniert; millionen von transistoren, die niemals arbeiten werden. ?hnliches kannte man bisher meines wissens nur von intel, die jedoch ganz absichtlich neue features zu testzwecken fr?h in die produktion von cpus einfliessen lassen, sie jedoch erst in der folgegeneration aktivieren (HT beim P3, 64bit beim P4E, etc.).
zu guter letzt w?ren da noch die sache mit der verf?gbarkeit der neuen top-grafikkarten. ger?chte um lieferengp?sse bei ddr3-speicher wurden teilweise von nvidia selbst in umlauf gebracht. ob dem so ist oder nicht weiss ausser den herstellern selber wohl niemand so recht, jedenfalls w?rde es nicht vorbehaltlos erkl?ren, wieso asus 6800non-gt karten mit gddr3-speicher ausliefern kann (bei denen sich erst noch in der regel die deaktivierten pixelpipes problemlos aktivieren lassen), hingegen von 6800U- (geschweige denn UE)-karten jede spur fehlt.
die einfachste erkl?rung ist nicht selten die richtige: es liegt weder am ram noch an hohem ausschuss mit defekten pixelpipes, sondern einzig und allein daran, dass die chips den von nvidia angepeilten takt nicht schaffen.
nvidia hat sich aus angst vor der konkurrenz mit den drei buchstaben mit dem nv40 ?bernommen. die ironie dabei ist, dass ati nvidia insofern richtig eingesch?tzt hat, als dass sie versuchen w?rde, mit einem schlag-mich-tot-superchip die performancekrone zur?ckzuerobern, und produzierte deshalb ebenfalls ein ad?quates gegenst?ck, deren high-end ausf?hrung x800pe ebenfalls nie wirklich die massenmarktreife schaffte.
ich weiss, dieses thema wurde schon oft diskutiert, aber ich finde, damit hat sich die sache noch lange nicht erledigt. nvidia versprach aus den fehlern der fx-generation gelernt zu haben und nun alles besser zu machen, in wirklichkeit wurden aber f?r jeden korrigierten fehler woanders zwei neue gemacht.
ich frage nicht zum ersten und wom?glich auch nicht zum letzten mal: wo ist das know-how in qualit?t aus der ?bernahme von 3dfx geblieben? damals haben karten die neu auf den markt kammen von anfang an zu 100% funktioniert und die leistung und bildqualit?t erbracht, die man f?r das geld erwarten durfte.
den einzigen ausweg aus dieser misere sehe ich in einer besseren koordination zwischen den beiden quasi-marktf?hrern. zumindest sollte die kindlichen 'mein chip ist auf dem papier schneller als deiner'-wettstreitereien aufh?ren, damit die entwicklickler mehr zeit haben, das neue produkt gr?ndlich zu planen und damit einen termingerechten massenmarkteintritt ohne b?se ?berraschungen zu gew?hrleisten.
manche bef?rchten, falls es zu abkommen zwischen ati und nvidia kommen wird, die preise f?r grafikkarten steigen k?nnten. schlimmer geht ja bekanntlich immer, aber mal ehrlich, wo liegen den die preise f?r aktuelle grafikkarten heute? dank hohen produktionskosten, geringem angebot in verbindung mit gleichzeitig hoher nachfrage in astronomischer h?he. so gesehen kann es eigentlich nur besser werden. vielleicht sogar wieder wie in alten zeiten. karte wird angek?ndigt, erh?ltlich, gekauft, bleibt zwei Jahre im Rechner. Im gegensatz dazu heute: ein Jahr vor dem release wird sie angek?ndigt, ein halbes jahr sp?ter kann man sie kaufen, sechs monate sp?ter ist sie v?llig veraltet.
so, das musst einfach mal wieder gesagt werden.
