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Autor Thema: CaseView – Fractal Design Core 3000 (Part 3)  (Gelesen 1926 mal)

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Offline DI°G

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CaseView – Fractal Design Core 3000 (Part 3)
« am: Freitag August 19, 2011, 20:20:24 »
Lüfter und Lüftersteuerung

Wie bereits in Teil 1 dieses Berichts erwähnt, umfasst die Ausstattung des Core 3000 insgesamt 3 Lüfter (2 x 140 mm und 1 x 120 mm), sowie eine manuelle 1-Kanal Lüftersteuerung, mit deren Hilfe maximal 3 Lüfter synchron geregelt werden können. Die Steuerung selbst muss in einem freien Slot an der Rückseite des Gehäuses untergebracht werden. Diese Unterbringung ist  sowohl von der Kabelverlegung im Innern, als auch von der Bedienbarkeit her nicht die beste Lösung, doch ist die Beigabe von 3 Lüftern + Lüftersteuerung in einem Budget-Gehäuse grundsätzlich als Pluspunkt zu bewerten. Es dürfte dabei aber jedem einleuchten, dass man in dieser Preisklasse keine all zu hohen Erwartungen an die Qualität der verbauten Komponenten richten darf.

Besonders die Beurteilung von Lüftern fällt im Rahmen einer Case-Review aus verschiedenen Gründen schwer:

  • Vergleichbare Schallpegelmessungen sind höchst aufwendig und werden daher in den meisten Reviews nicht durchgeführt.
  • Die subjektive Beurteilung hängt zwangsläufig vom Hörempfinden der Tester ab,
  • Neben der Geräuschcharakteristik des Lüfters selbst spielt bei Gehäuselüftern der Einbauort bei der Beurteilung eine wesentliche Rolle.

Trotz dieser Einschränkungen soll die Darstellung meiner Höreindrücke vom Core 3000 im Rahmen dieser Betrachtung nicht ausbleiben. Sehen wir also zunächst, was Fractal Design out of the box zu bieten hat. In dieser Ausstattung ab Werk mit 1 x 140 mm in der Front, 1 x 120 mm auf der Rückseite und 1 x 140 mm im Deckel hinten, das Gehäuse selbst unter dem Schreibtisch und ungeregelten Lüftern im 12 V-Betrieb würde ich das Geräusch nach meinem Hörempfinden als unangenehm und störend bezeichnen.

In der Review zum Case auf Hardwareluxx hingegen beschreibt der Autor den gleichen Betriebszustand so:
Zitat
Die Lüfter sind selbst bei voller Drehzahl noch erträglich, dank der beiliegenden 3-Kanal-Lüftersteuerung kann man sie aber sogar so weit herunterregeln, dass sie angenehm leise werden.
Zitat

Erträglich wird das vom Core 3000 verursachte Geräusch nach meinem Eindruck, wenn man die Lüfter herunterregelt, angenehm leise dagegen wird es nie, denn alle 3 Lüfter begleitet ein ausgeprägtes Lagerschleifen. Dieses tritt aufgrund des Einbauorts beim Frontlüfter besonders unangenehm in Erscheinung und wirkt umso störender, je weiter der Lüfter heruntergeregelt wird. Das klingt paradox, ist es aber tatsächlich nicht, denn wird die Drehzahl des Lüfter reduziert, vermindert sich in erster Linie das Geräusch der von ihm erzeugten Luftverwirbelung. Dann, im leisen Betrieb, ist es vor allem die Geräuschcharakteristik des Lagers, mit der sich die Spreu vom Weizen trennt und die den hörbaren Unterschied zwischen hoher und minderer Lagerqualität eines Lüfters deutlich anzeigt.

Für einen ruhigen Arbeitsrechner in einer nebengeräuscharmen Umgebung ist das Core 3000 in der Werksaustattung also denkbar ungeeignet, denn dafür hat es schlicht zu viele Löcher, welche nicht nur die Geräusche der Gehäuselüfter, sondern auch die von Grafikkarte und CPU-Kühler weitgehend ungehindert austreten lassen.
Wer dagegen keine gehobenen Ansprüche an ein leises Betriebsgeräusch stellt, kann mit der Grundausstattung durchaus leben. Die Lüftersteuerung ist in diesem Fall allerdings dringend zu empfehlen. Als weitere Verbesserungsmaßnahme ohne zusätzliche Investition würde ich dann auch raten, auf den vorderen 140er Lüfter zu verzichten, denn der hat gemessen an seinem Störgeräusch die geringste Wirkung auf die Kühlung der Hauptkomponenten und macht überhaupt nur Sinn, wenn auch der obere HDD-Käfig mit Festplatten bestückt wird.
Wer sein System im Core 3000 leiser betreiben will, kann dies anhand der in Teil 2 beschriebenen 3 Varianten ohne großen Kostenaufwand tun.
Nur für den Aufbau eines Silent-Systems ist das Core 3000 prinzipiell ungeeignet.

Sonstige Ausstattung

Auch in diesem Bereich scheiden sich bei Hardware-Testern die Geister, hier besonders in Bezug auf die vorhandenen Frontanschlüsse.
Für ein Budget-Gehäuse bietet das Core 3000 am Frontpanel eine erwartungsgemäß schlichte Ausstattung. Bild 1 (TPU)
Ein Pluspunkt in meinen Augen gleich vorweg: es ist bei einem Midi-Tower (der in aller Regel unter dem Schreibtisch steht) höchst willkommen, die Frontanschlüsse oben zu finden. Hier sehen wir in Leserichtung: KH, Mic, und 4 x USB 2.0 – Punkt. Was wir nicht finden, stößt auf höchst unterschiedliche Resonanz.

eSATA: Ich besaß einst eine externe, mobile HDD mit eSATA-Anschluss. Leider sind die meisten Büroschachteln nicht einmal am Mainboard mit dieser Schnittstelle ausgestattet, sodass ihr eigentlicher Zweck, nämlich der des physischen Datentransports von A nach B, in den meisten Fällen scheiterte. Für den Hausgebrauch genügt mir die Schnittstelle auf der Rückseite, bei stationären externen HDDs sowieso. Das Fehlen am Frontpanel ist für mich also kein negativer Aspekt.

USB 3.0: Auch hier besteht kein Grund zur Sorge, denn ob diese Schnittstelle am Frontpanel wirklich sinnvoll ist, hängt vor allem von der Ausstattung des Mainboards ab. Völlig absurd wird dieses Feature, wenn der Frontanschluss über das Backpanel des Mainboards versorgt muss. Wer unbedingt USB 3.0 haben will, sollte also Case und Board danach auswählen. Das Fehlen dieses Anschlusses zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei einem Budget-Gehäuse als negativ zu werten, halte ich für übertrieben, denn USB 3.0 ist in Bezug auf seine Alltagstauglichkeit noch weit davon entfernt, als Standard gelten zu können.

Fractal Design Core 3000 – Fazit

Das Core 3000 punktet für ein Gehäuse dieser Preisklasse mit einer insgesamt guten Ausstattung. Für User mit weniger hohen Ansprüchen an ein leises Betriebsgeräusch bietet die werkseitige Ausstattung mit 3 Lüftern besonders im Zusammenhang mit der beigelegten Lüftersteuerung alle Voraussetzungen für eine angemessene Kühlung, die Innenmaße bieten genug Platz für leistungsstarke Towerkühler, selbst an die Unterbringung überlanger Grafikkarten wurde gedacht.

Die Oberflächenbeschichtung ist tadellos, auch im Innenraum, scharfe Kanten sucht man vergeblich. Der um 90° drehbare und ausbaubare obere HDD-Käfig ist vorbildlich, ebenso wie die Vorbereitung, in allen 6 Einschüben wahlweise 3,5“ oder 2,5“ Datenträger entkoppelt unterbringen zu können. Die Montage optischer Laufwerke mittels Daumenschrauben ist problemlos, die mitgelieferte 5,25“ auf 3,5“ Reduktionsblende für einen der beiden Schächte eine brauchbare Beilage.

Aussparungen im Mainboardtray sind vorhanden, auch wenn deren ungünstige Anordnung und Ausformung ein ordentliches Kabelmanagement unnötig erschwert. Unverzeihlich dagegen ist das Fehlen einer Durchführung für das 12V EPS/ATX-Kabel.

Seine größten Schwächen teilt das Core 3000 mit zahlreichen anderen modernen Midi-Towern. Die durchgehende Mesh-Front mag optisch ansprechen, bringt aber keine wesentlichen Vorteile für die Kühlung und ist die Hauptursache für ein erheblich lauteres Betriebsgeräusch. Darüber hinaus trägt auch beim Fractal Design Core 3000 das neumodische Übermaß an Lüfteröffnungen wesentlich zu einer störenden Geräuschcharakteristik bei. An Stelle eines oft als fehlend kritisierten Staubfilters wünscht man sich für ein in den meisten Gebrauchsfällen unsinniges Loch im Gehäuse sehnlicher, der Hersteller hätte seinem Zubehörpaket einen passenden Verschluss beigelegt.
So lange aber die Mehrheit der Hardware-Redakteure diese nicht anders, denn als wahllos zu bezeichnende Manie der Gehäuseperforation ausdrücklich in den Stand eines positiven Features erhebt, so lange darf man wohl kaum darauf hoffen, dass diesem unseligen Treiben der Hersteller endlich Einhalt geboten wird.

Dass Fractal Design sich diesem allgegenwärtigen Durchlöcherungswahn offenbar angeschlossen hat, soll in Anbetracht der Popularität dieses Phänomens hier nicht überbewertet werden. Tatsache bleibt aber, dass das Core 3000 in seiner Grundausstattung für anspruchsvolle Hörer ohne Modifikationen nicht zu gebrauchen ist.
Betrachtet man dagegen mit welch geringem Aufwand es möglich ist, diese offensichtlichen Schwächen zu lindern, muss man sich wundern, warum der Hersteller dies von sich aus versäumt hat.
Ein Loch weniger im Deckel, eine Frontblende ohne Mesh, dafür mit seitlichen Lüftungsschlitzen, kein zweites Bodenloch und eine geschlossene Seitenwand. So könnte ein sehr gutes Core 3000 aussehen, das ließe sich auch im Budget-Bereich realisieren und wäre für einen breit gefächerten Anwenderkreis bestens geeignet.
So viel zu den frommen Wünschen, denn bleiben wir bei den Tatsachen, werden solche Erwartungen selbst in bedeutend höheren Preislagen nicht selten enttäuscht. Was man an Nachbesserungen jedoch durchaus erwarten darf, wären die bereits angesprochenen Öffnungen im Mainboardtray und die ungeschickte Befestigung der Frontlüfter.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation ist das Fractal Design Core 3000 in der Summe seiner Eigenschaften für den aufgerufenen Preis durchaus zu empfehlen. Was als Wermutstropfen bleibt, ist die nüchterne Feststellung, dass man in dieser Preisklasse nicht mehr, als das hier Gebotene erwarten kann. Wer damit zufrieden ist, kann getrost zugreifen. Wer dagegen nach einer Box sucht, die mehr als ein bis zwei Systemleben überdauern soll, der muss immer noch tiefer in die Tasche greifen. Gespannt darf man sein, ob Fractal Design in naher Zukunft mit einer solchen aufwartet.  
« Letzte Änderung: Freitag August 19, 2011, 23:31:30 von DI°G »
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Offline Nuerne

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Re:CaseView – Fractal Design Core 3000 (Part 3)
« Antwort #1 am: Samstag August 20, 2011, 08:34:45 »
Gutes Fazit ;-) Vom Mesh ist unser Redakteur auch nicht wirklich zu begeistern  ;D

Offline DI°G

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Re:CaseView – Fractal Design Core 3000 (Part 3)
« Antwort #2 am: Sonntag August 21, 2011, 13:42:38 »
Hi,

Gutes Fazit ;-) Vom Mesh ist unser Redakteur auch nicht wirklich zu begeistern  ;D

... kann ich gut nachvollziehen.  :D Hab' das Case auch nicht gekauft, nur um meckern zu können;

war eine "Auftragsarbeit", heißt: begrenztes Budget und feste Vorstellungen beim Erscheinungsbild.

Da fällt in der Preisklasse schon besonders auf, wie viele Hersteller auf Mesh und haufenweise Löcher setzen.  ::)

Und was die Hardware-Redaktion angeht, sind Case-Reviews ein aufwendiges Geschäft. Möchte ich nicht dauernd machen.  ;)

Unterm Strich finde ich gemessen an der Gehäuseflut, die derzeit auf den Markt drängt, wenig Zufriedenstellendes,

vor allem, was die Kühlungskonzepte anbetrifft. Ich warte immer noch auf eine Neuerscheinung, bei der die

guten neuen Features mit den guten alten und in aller Regel leiseren Kühlungen kombiniert werden.

Gruß,
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