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Autor Thema: Massenpanik bei der Love Parade 21 Tote, über 500 Verletzte  (Gelesen 2030 mal)

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Online @meiseAC

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« Letzte Änderung: Sonntag August 01, 2010, 10:37:57 von @meiseAC »

Online Nuerne

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Re:Massenpanik bei der Love Parade mindestens 15 Tote, hunderte Verletzte
« Antwort #1 am: Sonntag Juli 25, 2010, 07:58:03 »
Ist schon heftig..  :nein:

Offline Steel

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #2 am: Sonntag Juli 25, 2010, 12:07:42 »
Fands ja krass, dass die danach vor der Hauptbühne noch weiter gefeiert haben.

Offline The Godfather

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #3 am: Sonntag Juli 25, 2010, 15:57:22 »
Fands ja krass, dass die danach vor der Hauptbühne noch weiter gefeiert haben.

Aber imo nur deshalb, weil zu viele Menschen bei Partyende die öffentlichen Verkehrsmittel  benutzt hätten und es dann eventuell zu noch mehr Unfällen gekommen wäre. Hab gestern gehört, dass der Bahnhof in Duisburg nur 50000 Menschen pro Stunde abfertigen kann. Bei der großen Anzahl der Besucher wäre das in die Hose gegangen.

Offline Dr.Dodo

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #4 am: Montag Juli 26, 2010, 01:08:29 »
Finde die ganze Sache auch ziemlich heftig :(

Für mich ist das bis jetzt ehrlich gesagt ein Organisatorischer Fehler.

Seit 1995 waren es immer mindestens 500.000 Besucher und ab 2006 hat es bei jeder LP über 1 Millionen Besucher gegeben (Quelle Wikipedia)

Wie kann ich als Veranstalter / Organisator dann ein "geschlossenes" Gelände wählen auf dem es nur Platz für 250.000 Menschen hat?
Mann kann nicht sagen das man nicht mit so vielen Menschen gerechnet hat wenn man die Statistik der Besucherzahlen der Letzten 10 Jahre anschaut.

Zudem hat das Gelände laut Presse wohl nur EINEN Zugang bzw. Ausgang (Tunnel), man kann meiner Meinung nach nicht so viele Menschen ohne Probleme durch so ein Nadelöhr zwängen ohne das es zu Problemen kommt. Sicher ist so etwas möglich aber dazu hätte man die Menschenmassen vorher schon aus bremsen müssen und man hätte eine klare Linie schaffen müssen für ein und Ausgang so das jeder ungehindert rein und raus kann.

Gerade vor Ein.- und Aus.- bzw. Aufgängen muss man schauen das sich keine Menschenmassen bilden können, die hinteren schieben immer nach was dann sofort zu Problemen führt.

Lächerlich finde ich die Pressemitteilung wo gesagt wurde das die Menschen beim Versuch über die Absperrungen zu klettern gestürzt sind und dabei ums Leben gekommen sind... Sicher werden dies die ein oder anderen gemacht haben und sich dabei auch verletzt haben... aber die meisten Toten sind sicher erdrückt bzw. tot getrampelt worden. Natürlich versuchen sie die Schuld von sich zu schieben denn keiner will sich den Schuh anziehen, aber wenn man einen Fehler gemacht hat sollte man diese auch einräumen.

Dann hat in meinen Augen auch noch ein vorher frei geräumter Weg für die Rettungsdienste gefehlt. Bei so einer Veranstaltung ist es vorprogrammiert das es verletzte geben wird (Ohnmacht / Hyperventilieren / Schlägerei etc.) da finde ich es schwach wenn die Rettungsdienste sich erst einmal durch die Massen kämpfen muss.

Nach meiner Einschätzung was ich jetzt so gesehen bzw. gelesen hab:
Zu wenig Sicherheitspersonal
Partyfläche zu klein
Rettungswägen standen wegen der gesperrten Autobahn im Stau!
usw. usw.
Im allgemeinen sehr schlecht organisiert würde ich sagen.

Fraglich ist wie die rechtlichen Folgen für die Organisatoren sind. So was war sicher vorher zu sehen da es ja laut Presse schon lang vor beginn Kritik und Widersprüche gab.

Soweit ich weiß verdienen die Leute dort nichts bzw. legen sogar drauf (sicher weiß ich es nicht)
Also wurde alles so kostengünstig wie nur möglich gemacht und man hat an allen Ecken und Enden gespart.   Oder vielleicht um doch den ein oder anderen Taler mehr einzustecken?



Edit:
Das während und nach dem das alles passiert ist noch weiter die Musik gespielt wurde war sicher kein Fehler... Es waren ja schon ein Haufen Menschen drin, wären diese jetzt alle aufgrund der ausbleibenden Musik wieder zurück marschiert wäre es sicher zum nächsten Problem gekommen.
Da es ja nur einen Ausgang geben soll wäre es schlecht wenn alles voll mit Leuten wäre die helfen wollen und diese von frustrierten Heimgängern daran gestört werden. Das Nadelöhr wäre dann noch enger geworden.

Hätte es einen anderen Ausgang gegeben hätte man den Bereich absperren können und die Menschen über andere Ausgänge ableiten können.


 


Offline E.T.

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #5 am: Montag Juli 26, 2010, 01:59:55 »
Diese Gedanken sind mir auch durch den Kopf gegangen.

@Nuerne
Deine Ansicht dazu würde mich interssieren, ich nehme an, du kannst da vielleicht aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen, ob das wirklich klare Fehler waren oder ob diese Schlussfolgerung zu einfach ist...?
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Offline E.T.

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #6 am: Montag Juli 26, 2010, 04:23:14 »
Heise halten fest, dass schon im Vorfeld davor gewarnt wurde, dass der Platz zu klein und nur ein Zugang durch einen Tunnel zu gefährlich seien (Kommentar 18).


Ein Leser verweist zudem auf einen Artikel von "Der Westen" vom 20. Juli, welcher ebenfalls auf die knappen Platzverhältnissen hinweist.

Ein anderer Leser war selbst an der Parade und berichtet von seinen Erfahrungen.

Ein weiterer Heise-Leser hat die Karten mit Zugängen zu den Veranstaltungen von Berlin 2000 und Dortmund 2010 einander gegenübergestellt.



also ich würde sagen, da müssten eigentlich demnächst Köpfe rollen...
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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #7 am: Montag Juli 26, 2010, 08:28:19 »
Also das Berlin mit solchen Veranstaltungen sicherlich mehr Erfahrung hat ist klar, wobei du Gefahrensituationen nie ausschließen kannst. Jetzt kommen auch die ganzen Kritiker auf einmal, die alle gewarnt haben wollen. Warum hat man von diesen vielen Warnungen nichts in der Presse gelesen?

"Dieses "Aber ich habe gesagt..." Verhalten kommt nur dann zum Tragen wenn man Öffentlich vorher richtig Dampf macht.

Ich sehe das wie Dodo. Organisatorisch und Sicherheitstechnisch ganz Dicke Fehler. Auch wenn man nie so etwas 100% Ausschließen kann. Aber das war klar zu Leichtfertig...wie..es wird schon nichts passieren..war ja immer gut.  :nein:

Offline E.T.

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #8 am: Montag Juli 26, 2010, 12:09:41 »
Jetzt kommen auch die ganzen Kritiker auf einmal, die alle gewarnt haben wollen. Warum hat man von diesen vielen Warnungen nichts in der Presse gelesen?

Dieses "Aber ich habe gesagt..." Verhalten kommt nur dann zum Tragen wenn man Öffentlich vorher richtig Dampf macht.

1. hat man doch, die WAZ (siehe verlinkter Artikel vom 20. Juli) ist das drittgrösste Verlagshaus und hat davor gewarnt, dass 1 Mio Besucher erwartet würden und der Platz maximal die Hälfte aufnehmen könne (Sicherheitsdezerent Wolfgang Rabe: "maximal einige Hundertausend"). Auch interessant das Zitat des Bahn-Sprechers "Wir wissen, dass unser System anfällig ist".

2. Ist es weder Aufgabe von Besuchern oder unbeteiligten Personen, noch der Presse, die Veranstaltung zu organisieren. Wenn schon hätten Mitglieder der Stadtverwaltung, der Sicherheitskräfte oder der Veranstalter die Gefahr sehen und sich damit (wenn die jeweils anderen nicht hinhören wollten) an die Presse wenden ("Dampf machen") müssen. Das hat man nicht getan, folglich bleiben die schuldigen dieselben. Nur wenn dies jemand versucht hätte, die Presse dem aber zu wenig Beachtung geschenkt hätte, könnte man imho der Presse einen Vorwurf machen.
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Offline Faust

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #9 am: Sonntag August 01, 2010, 09:46:17 »
Ich denke mal, dass Michael sagen will: Hinterher ist man immer schlauer.

Ganz nebenbei hat die "Neuen Ruhr Zeitung" - als einzige WAZ-Postille mit einer "Anti-Loveparade-Einstellung" - nie vor Sicherheitsproblemen bei der Loveparde gewarnt sondern sich aus rein finanziellen Gründen dagegen ausgesprochen:

Zitat von: FAZ.net
„Es ist grotesk, ja geradezu pervers“, empörte sich Middeldorf damals, „den Duisburgern über Jahre millionenschwere Kürzungen im Bildungs- und Kulturbereich zuzumuten und zumeist ortsfremden, feierwütigen Jugendlichen einen Tag zum Abfeiern zu bieten.“

Die einzige Zeitung die sich überhaupt mit der Sicherheitslage auseinandergesetzt hat war die Rheinische Post:

Zitat von: FAZ.net
„Vorurteil: Die Sicherheit der Besucher, besonders am Ex-Güterbahnhof, ist nicht gewährleistet. Fakt: An den vorbereitenden Gesprächen waren unter anderem auch Polizei, Autobahnpolizei, städtisches Dezernat für Recht und Sicherheit, Feuerwehr und Zivilschutzamt, Ordnungsamt, Aurelis, Bahn AG, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Duisburger Verkehrsgesellschaft beteiligt. Die Experten halten die Loveparade in Duisburg im Hinblick auf Sicherheit grundsätzlich für machbar.“

Aus den verlinkten Artikeln des "Westen" irgendwelche Sicherheitsbedenken herauslesen zu wollen ist hingegen selbst retrospektiv kaum möglich....schließlich wird an den Aussagen der Verantwortlichen keinerlei Kritik geübt:

Zitat von: Der Westen
Die Organisatoren gaben sich am Dienstag allerdings sehr optimistisch, dass es kein Chaos geben werde. „Die eine Million Besucher wird ja nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt kommen“, so Rabe. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass der Zugang während der zehnstündigen Veranstaltung kurzzeitig gesperrt werden müsse, aber derzeit gehe man nicht davon aus. Und wenn der Fall doch eintrete, „dann haben wir ganz unterschiedliche Maßnahmen, mit denen wir das problemlos steuern können“, verspricht der Sicherheitsdezernent - bei den Details wollte er sich nicht in die Karten schauen lassen.

Außerdem ist das Unglück gar nicht auf dem "kritisierten" eigentlichen Gelände sondern am Zugang zu selbigem passiert und dieser wird überhaupt nicht erwähnt....statt dessen lieber ein leicht satirischer Artikel über das passende Schuhwerk.

Das ein Transportsystem mit 700 zusätzlichen Zügen anfällig für Probleme ist, hat nichts mit Sicherheit zu tun.

Schlussendlich schließe ich mich diesem Artikel der FAZ (aus dem auch die beiden obigen Zitate stammen) völlig an: Die Meinung unserer Presse (und vieler Bürger), dass jeder Außenstehende selbstverständlich sofort erkannt hat was wann warum schief gehen wird und die bösen geldgierigen Organisatoren es bewusst unter den Teppich gekehrt haben, ist hingegen nur eines: Doppelzüngig und zynisch..............wenn wirklich alles so offentsichtlich war, dann wäre es die moralische Pflicht eines jeden gewesen auf diese Missstände hinzuweisen. Da dies nicht passiert ist gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Den jetzt so laut schreienden Journalisten und Bürgern war es egal oder es war eben doch alles bei weitem nicht so glasklar absehbar.

Grüße
« Letzte Änderung: Sonntag August 01, 2010, 10:16:04 von Faust »
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Offline E.T.

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #10 am: Sonntag August 01, 2010, 18:23:44 »
Zitat von: Der Westen
Die Organisatoren gaben sich am Dienstag allerdings sehr optimistisch, dass es kein Chaos geben werde. „Die eine Million Besucher wird ja nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt kommen“, so Rabe. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass der Zugang während der zehnstündigen Veranstaltung kurzzeitig gesperrt werden müsse, aber derzeit gehe man nicht davon aus. Und wenn der Fall doch eintrete, „dann haben wir ganz unterschiedliche Maßnahmen, mit denen wir das problemlos steuern können“, verspricht der Sicherheitsdezernent - bei den Details wollte er sich nicht in die Karten schauen lassen.

Wenn dieses Zitat entlastend wirken soll, dann bewirkt es in meinen Ohren aber gerade des Gegenteil. Ich lese hier: "Wir hoffen mal, dass alles gut geht, weil wir keinen Plan hätten was man machen könnte, sollte es zu einem Chaos kommen."

Die Meinung unserer Presse (und vieler Bürger), dass jeder Außenstehende selbstverständlich sofort erkannt hat was wann warum schief gehen wird und die bösen geldgierigen Organisatoren es bewusst unter den Teppich gekehrt haben, ist hingegen nur eines: Doppelzüngig und zynisch..............wenn wirklich alles so offentsichtlich war, dann wäre es die moralische Pflicht eines jeden gewesen auf diese Missstände hinzuweisen. Da dies nicht passiert ist gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Den jetzt so laut schreienden Journalisten und Bürgern war es egal oder es war eben doch alles bei weitem nicht so glasklar absehbar.

Ich will dich ja nicht desillusionieren, aber so gesehen gäbe es noch einige moralische Pflichten, dennen der Musterbürger nachkommen könnte, wenn er nicht zu träge wäre. Stattdessen hoffen alle, dass schon irgend jemand anderes, eine Person oder Institution, der Sache annimmt. Irgendjemand sorgt sicher dafür, dass es bei Tiefsee-Ölbohrungen nicht zu verheerenden Unfällen kommt, irgendwer schützt sicher den Regenwald, irgendjemand tut sicher etwas gegen die Einkommensschere, etc. etc.

Und in diesem Falle wäre auch klar jemand zuständig gewesen, einerseits die Veranstalter und andererseits die Behörde, welche die Veranstaltung bewilligt.

Ich sehe es daher genau imgekehrt: das Beste was man jetzt noch aus der Sache machen kann, ist auf die Kacke zu hauen, Köpfe zum Rollen zu bringen, damit dieses Ereignis mahnend in Erinnerung bleibt und sich hoffentlich nicht wiederholt.

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Re:Massenpanik bei der Love Parade 21 Tote, über 500 Verletzte
« Antwort #11 am: Sonntag August 01, 2010, 21:04:50 »
Was ich komisch finde, wie alle einen einzigen schuldigen suchen... Alle sind schuld, von den Dränglern, bis zu den die gedrückt haben und weiter bis zur Polizei bis zur Organisation, da ist alles beteiligt...
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Re:Massenpanik bei der Love Parade 21 Tote, über 500 Verletzte
« Antwort #12 am: Montag August 02, 2010, 15:25:45 »
ich weiss, wie schwierig es sein kann 20 junge leute im zaun zu halten. wie soll das bei einigen hundertausend gehen?


ich mein, ich weiss es nicht aus eigener erfahrung, wie das vor sich ging, aber ich kanns mir ungefähr vorstellen: leute wollen raus, es geht nicht vorwärts. man wartet minutenlang, vielleicht ne halbe stunde oder länger ohne wirklich vom fleck zu kommen, einige müssten mal zur toilette, im tunnel ist stickige luft. aber es geht nicht vor und nicht zurück. wer drängelt denn? niemand, alle. irgendwann tickt der mit den schwächsten nerven aus. jemand kriegt nen ellbogen ab, dann gibt es panik. dann wollen die leute noch schneller raus und es geht noch weniger, das gedränge nimmt zu, leute stürzen, werden zertrampelt. die leute wollen nicht jemanden zertrampeln, aber sie werden über die am boden liegenden weggedrückt.


ich würde mich hüten, den besuchern der parade die schuld zugeben. es ist wie im strassenverkehr. ab einer bestimmten verkehrsdichte kann es zu spontanem "stau aus dem nichts" kommen, das ist einfach ein völlig normales phänomen. weil es chaotisch ist, weiss man nicht wann und wo es auftritt, aber es tritt früher oder später mit sicherheit auf. auf einem autobahnstreifen kriegt man unter idealen bedingungen 1800 autos pro stunde durch (2-sekunden-abstand). in der praxis erreicht man dies nicht. mit wie vielen leuten pro Stunde wurde bei duisburg gerechnet? wurde "stau aus dem nichts" berücksichtigt? Wurde überhaupt gerechnet?

Und was wäre eigentlich gewesen, wenn es z.B. ne Bombendrohung gegeben hätte, und alle gleichzeitig das gelände hätten verlassen wollen? ich meine damit, jeder der ner hütte ne party macht, braucht notausgänge, damit alle leute diese möglichst schnell verlassen können, bei einer grossen veranstaltung brauchts sowas offenbar nicht.
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Re:Massenpanik bei der Love Parade 19 Tote, 349 Verletzte
« Antwort #13 am: Dienstag August 03, 2010, 01:52:39 »
Schlussendlich schließe ich mich diesem Artikel der FAZ (aus dem auch die beiden obigen Zitate stammen) völlig an

habe ihn mittlerweile nochmals durchgelesen und verstehe den Standpunkt des Autors nicht. Im Prinzip sagt er: wenn doch die meisten Journalisten das nicht voraussehen konnten, wieso sollten sie denn hinterher jemanden anschuldigen? ist das nicht völlig überheblich? denkt er, wenn ein Journalist etwas nicht kann, dann kann es niemand? journalisten sind dazu da, eine sache hinterher aufzuklären. wenn es irgendwo eine Story gibt, dann müssen sie sich schnell einlesen und sich das notwendige Fachwissen aneignen oder die richtigen Leute befragen. Niemand verlangt von ihnen, dass sie im voraus alles wissen. Journalisten arbeiten so gesehen im allgemeinen nicht proaktiv (sicher gibt es Ausnahmen, aber das sind wohl wenige Sternstunden und nicht die Regel). jetzt hinterher müssen sie aber ihren Job machen. das bedeutet, sie sollten dafür Sorge tragen, dass der Fall nicht vertuscht wird, dass sauber abgeklärt wird, ob Fehler in der Planung gemacht wurden und wenn ja von wem und was die Konsequenzen sind.
Wenn dieser Niggemeier von der FAZ nun auf Mitleid macht und sagt: wer in die Zukunft schauen kann, werfe den ersten Stein, dann finde ich das eine etwas fragwürdige Einstellung gegenüber dem eigenen Berufsstand.
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Re:Massenpanik bei der Love Parade 21 Tote, über 500 Verletzte
« Antwort #14 am: Mittwoch August 11, 2010, 09:06:33 »
wenn doch die meisten Journalisten das nicht voraussehen konnten, wieso sollten sie denn hinterher jemanden anschuldigen?

Ich denke nicht, dass es so gemeint ist.

Der Autor wendet sich in erster Linie gegen die Journalisten die nicht nur sagen "das hätte man bei sorgfältiger Planung einkalkulieren sollen"  sondern gegen die sagen "jeder hat es gesehen und nur die Verantwortlichen haben bewusst davor die Augen verschlossen" --> selbstverständlich ist es Aufgabe der Presse Missstände (rückwirkend) zu beleuchten, sich dabei aber hinzustellen und zusagen man selber habe es "ja schon immer gewusst" hat damit nichts zu tun.

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