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Autor Thema: Board - FAQ Sound, update 24.03.06  (Gelesen 1616 mal)
E.T.
Egaliseur Transversal
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« am: Sonntag September 11, 2005, 02:11:35 »

Was gehört ins Sound Board?
- In dieses Board kommen alle technischen Fragen und Themen rein, die von Soundkarten, HiFi-Anlagen, Boxen, Kopfhörern, Multimedia etc. handeln.
- Ausnahme: Allgemeine Fragen vor dem Kauf gehören eher ins Board Kaufberatung.

Wieso ist eine gute Soundkarte besser als Onboardsound?
Da gibt es viele Gründe:
-Soundkarten entlasten ähnlich wie Grafikkarten durch Hardwarebeschleunigung die CPU. Eine gute Soundkarte (z.B. Creative Audigy oder Creative X-Fi) bringt etwa 10-20% mehr Performance in Spielen.
-Der Klang von diskreten Soundkarten ist besser. Üblicher Onboardsound bringt vielleicht 80-90dB Signal-Rauschabstand (SNR), gute Soundkarten schaffen hier über 100dB.
-Des weiteren bieten hochwertige Soundkarten zumeist mehr Features als Onboardsound. Z.B. Surround-Emulation mit Kopfhörern, Surround bei Stereo-Quellen, MIDI, etc.
-Wer mit seinem PC viel Audio-Bearbeitung macht oder Filme schneidet und nachvertont, ist zudem vielleicht um die zusätzlichen Eingänge froh. Man kann zwar bei Verwendung einer Soundkarte den Onboard-Soundchip im BIOS deaktivieren, muss man aber nicht, sondern kann auch beide gleichzeitig verwenden.

Welche Soundkarte eignet sich für welche Anwendungen?
-Für Spiele empfiehlt es sich im Allgemeinen eine Creative-Soundkarte zu wählen. Spiele benutzen für die Erzeugung von "3D-Sound" meistens den EAX-Standard. Nur Creative Soundkarten können alle Versionen von EAX (1.0, 2.0, 3.0) in Hardware beschleunigen.
-Für professionelle Anwender, die den PC hauptsächlich für Audio-Bearbeitung und MIDI-Steuerung benötigen, sind Creative Karten hingegen nicht unbedingt die beste Wahl. Das liegt nicht an der Tonqualität, sondern die Verzögerungszeit des für Audio-Programme wichtigen ASIO-Protokolls liegt bei professionellen Soundkarten in der Regel niedriger, ausserdem bieten Profikarten robustere (Musikertaugliche) Anschlüsse (z.B. 6.3mm Jack, DIN 5P für MIDI, etc.).
-Für alle anderen Anwendungen wie Internet, Musikhören, Home-Cinema reicht heute meist auch jeder Onboardsound mit S/PDIF-Ausgang.

Wie verbinde ich am besten meine Soundkarten mit den Boxen bzw. der Surroundanlage?
Kommt drauf an.
-Für Computerspiele ist in der Regel eine analoge Verbindung notwendig. Mit "analoger Verbindung" sind die drei (bei 5.1) bzw. vier (bei 7.1) 3.5mm Klinkenbuchsen gemeint. Buchsen und Stecker haben zur Kennung meistens die Farben grün, pink und schwarz (evtl noch gelb oder eine andere Farbe).
Gün ist entweder der Stereo-Ausgang (bei nur zwei Kanälen bzw. Boxen) oder bei Surround der Front-Ausgang (vorne links und rechts).
Pink ist entweder Mikrofon-Eingang oder Rear-Ausgang (hinten links und rechts).
Schwarz ist entweder Line-Eingang oder Center-/Subwoofer-Ausgang.
Ob die Buchsen als Ein- oder Ausgänge definiert sind, ist abhängig von den Treibereinstellungen der Soundkarte und/oder von den Lautsprechereinstellungen in der Systemsteuerung.
Eine digitale Ausgabe des Sounds in Spielen ist bei den meisten heute erhältlichen Soundkarten nur mit Stereoton möglich. Dies, weil die meisten Soundkarten nicht die sechs berechneten Soundkanäle in Echtzeit auf einen Digital-Stream enkodieren können. Erst sehr wenige Soundkarten (z.B. Terratec Aureon 7.1) können das.

-Für Home-Cinema empfiehlt sich hingegen meistens eine digital Verbindung zwischen Soundkarte und Lautsprecherset bzw. Home-Cinema-Anlage.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder mit Koaxialkabel (Cinch/RCA-Buchse) oder mit (optischem) Glasfaserkabel (Toslink).
Beide Verbindungsarten sind vom Übertragungsstandard her (S/PDIF) zueinander kompatibel. Es gibt daher auch Toslink-Cinch-Wandler und umgekehrt, falls man z.B. nur einen freien optischen Ausgang bei der Soundkarte und nur einen freien koaxialen Eingang der Anlage hat.
Wichtig ist aber zu wissen, welche Tonstandards die Anlage/das Lautsprecherset unterstützen. Einige DVDs besitzen eine DTS-Spur mit qualitativ hochwertigerem Ton als DolbyDigital. Gibt man eine DTS-Spur auf einen Verstärker, der keine DTS dekodieren kann, hört man trotz korrekter Verkabelung nichts! In diesem Falle muss man entweder die DolbyDigital-Spur wählen, oder die Dekodierung der DTS-Spur entweder dem Software-Player oder der Soundkarte überlassen und die Anlage/Boxen wiederum analog mit der Soundkarte verbinden.
Schaut man WMV(WindowsMediaVideo)-Filme an mit WMA(WindowsMediaAudio)-Tonspuren, muss man ebenfalls eine analoge Verbindung wählen. Nur sehr wenige Verstärker können mit WMA etwas anfangen und wenn, dann nur mit Stereo und nicht mit Mehrkanalspuren (z.B. von einer WMV-HD-DVD)

Wieso ist DTS besser als DolbyDigital 5.1?
DTS bietet höhere Dynamik und weniger verlustbehaftete Komprimierung als DolbyDigital 5.1

Was ist der Unterschied zwischen DolbyDigital 5.1 und Dolby Surround ProLogic?
DolbyDigital 5.1 ist eine Digitale 6-Kanal Tonspur, die auf DVDs oder DVB (Digital Video Broadcasting) zum Einsatz kommt. Sie bietet 5 diskrete Surround-Kanäle und einen Subwoofer-Kanal.
Dolby Surround ProLogic hingegen ist ein analoges Surroundverfahren, das früher teilweise auf VHS-Videokassetten oder im Fernsehen zum Einsatz kam. In zwei (Stereo-)Kanälen wurde analog ein dritter (Surroundkanal) mit geringerer Bandbreite eingeflochten. Anlagen mit entsprechendem Dekoder konnten diesen Surroundkanal wieder aufbereiten wodurch sich dann ein Quasie-Dreikanal-Surroundsound ergab (meistens auf vier bis fünf Lautsprecher verteilt, hinten nur Mono, Center künstlich erzeugt um die Sprache mehr zu betonen).
Dolby ProLogic 2 ist ein völig anderes Verfahren. Aus jeder Stereoquelle (egal ob mit DolbyProLogic-Kanal versehen oder nicht) können durch digitale Algorithmen drei Surroundkanäle erzeugt werden. Es gibt dabei je nach Gerät verschieden Einstellungen: 'Movie', 'Music', evtl. noch 'Game' mit entsprechend angepassten Algorithmen.

Wenn ich den PC an meine Stereo/Home-Cinema-Anlage anschlisse, brummt es aus den Lautsprechern, was kann man dagegen tun?
In diesem Fall liegt eine Brummschleife vor. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten:
-Entweder brummt es, weil der Radioteil der Anlage mit der Gemeinschaftsantenne verbunden ist. Wenn der Brumm verschwindet, wenn man das Antennenkabel des Radio oder allenfalls eines angeschlossenen TVs- oder Videorecorder entfernt, dann hilft eine Mantelstromfilter für das Antennenkabel. Achtung: Es braucht ein Mantelstromfilter, das die Masse trennt. Ein sogenanntes '100Hz-Kabel' mit ferritummantelung reicht nicht. Mantelstromfilter gibts in jedem guten Radio-TV-Geschäft oder -Discounter.
-Wenn dies nicht geholfen hat, braucht man für die analoge Verbinung zwischen Computer und Anlage Massetrennfilter. Die gibts in Cinch-Stecker-Ausführung in jedem Geschäft das Autoradio-Zubehör führt.
Das wird aber relativ teuer, wenn man eine 5.1-Verbindung hat, dann braucht man nämliche drei davon.

Wieso haben Home-Cinema-Anlagen und Subwoofersysteme so kleine Boxen, während Stereoanagen häufig grosse Standboxen haben?
-Das menschliche Gehirn ortet die Richtung der Schallquellen anhand der Verzögerung des Eintreffens der Schallwelle von einem Ohr zum anderen. Tiefe Frequenzen (Bass) haben allerdings derart lange Schallwellen (mehrer Meter lang), dass unsere Ortung versagt. Deswegen bringt es bei mehreren Lautsprecherboxen nichts, wenn alle einen eigenen grossen Tieftonlautsprecher haben, deswegen nimmt man fünf kleine Boxen und einen Subwoofer, der die tiefen Frequenzen von allen Kanälen wiedergibt.
Je nach Qualität der Lautsprecher gibt das allerdings eine kleine Lücke zwischen Satelliten und Subwoofer, oder die Übergangsfrequenz ist zu hoch und der Subwoofer wird plötzlich doch wieder ortbar. Meistens klingt ein billiges Subwoofersystem zwar besser als billige Stereolautsprecher, hingegen bei Systemen im mittleren Preissegment wirkt der Klang von Stereoboxen natürlicher. Beim reinen (Stereo-) Musikhören sind deswegen gute Stereoboxen immer noch die bessere Wahl.

Welche Leistung sollte eine Home-Cinema-Anlage/ein Lautsprecherset haben?
Leistung ist relativ. Das menschliche Gehör hat eine logarithmische Skalierung. Es braucht die Zehnfache Leistung (10dB mehr Schalldruck) für den doppelten Lautstärkeeindruck.
-Ein Radiowecker hat meistens nur ca. 0.5W Leistung
-Ein typischer Radio-CD-Recorder hat ca. 2x5W Leistung
-Eine Stereoanlage etwa 2x50W Leistung
-Eine DJ-Anlage etwa 2x500W Leistung.
Wenn also eine Home-Cinema-Anlage 5x50W hat, und der Subwoofer vielleicht noch 300W, ist das schon sehr viel. Wie laut die Anlage aber wirklich ist, hängt vom Wirkungsgrad der Lautsprecher ab. Billige Lautsprecher haben meistens sogar einen höheren Wirkungsgrad als High-End-Lautsprecher und schaffen teilweise über 90dB bei einem Watt in einem Meter abstand. High-End-Lautsprecher hingegen erreichen oft nur etwa 85dB 1W/1m und brauchen folglich viel mehr Leistung für dieselbe Lautstärke.
Wichtig ist aber bei der Leistungsangabe darauf zu schauen, welcher Wert überhaupt angegeben wurde:
Verlässlich sind die Sinus- und RMS Angaben. Sie geben die Leistung an, welche ein Lautsprecher oder ein Verstärker über längere Zeit ohne grosse Verzerrungen verkraftet.
Die so genannte "Musikleistung" ist oft etwa 1.5-2Mal so hoch angesetzt und gilt nur etwa für eine Dauer der Belastung von einigen Milisekunden.
Gerade bei billigen Verstärkern wird nicht selten die sogenannte PMPO-Leistung angegeben. Diese sagt überhaupt nichts aus, denn sie ist ein theoretischer Wert im Kurzschlussfall und liegt etwa 10mal so hoch wie die Nennleistung (Sinus oder RMS).
Wenn man sich selber eine Anlage mit Verstärkern und Lautsprechern zusammenstellt, sollte man drauf achten, dass die Leistung des Verstärkers nicht höher liegt als die Leistung der Lautsprecher, sonst könnten diese im Betrieb überhitzen, was schliesslich zu einem Defekt führen würde.
« Letzte Änderung: Sonntag April 02, 2006, 06:39:50 von E.T. » Gespeichert

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« Antworten #1 am: Freitag März 24, 2006, 10:42:12 »

Umlaute ausgebessert

Grüße
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Die Linke kommt - die Elite geht - Cicero 10/2008

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