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Review: Netzteile: Buffer für das Netzteil: Levicom Stabilizer S und Stabilizer V

Ernst Lagler - 04.06.2008 12:00

Seite 4: Stabilizer vs. Fusion Supporter





Aus „Fusion Supporter“ wird „Stabilizer“
Etwas Vorgeschichte: Entwickelt wurde der Stabilizer vom Elektroingenieur Peter Schaufl. Arctic Cooling wollte das damals noch „Fusion Supporter“ genannte Gerät auf den europäischen Markt bringen, auch wir haben an der Cebit 2006 ein Sample erhalten. Das Sample hatte allerdings noch Kinderkrankheiten im Zusammenhang mit der Ladung und anschliessenden Zuschaltung der Elkos und funktionierte alles andere als zufrieden stellend. Nun scheint das Produkt technisch ausgereifter unter dem Markennamen Levicom den Weg in den Handel gefunden zu haben.

Stabilizer und Fusion Supporter. Im rechten Bild (mit Blitz) ist der Schriftzug des Stabilizer besser zu sehen. (*klick* zum Vergrößern)


Stabilizer S und Stabilizer V
Die beiden Geräte für den 5.25“-Schacht werden getrennt erworben. Der Stabilizer S wird zwischen Netzteil und Mainboard geschaltet und puffert die 5V und die 3.3V sowie die 12V für die CPU. Einen Mehrwert bringt das Gerät für ältere oder kleinere Netzteile, die nur einen P4-Anschluss für die Versorgung der CPU haben. Dieser wird an der P4-Buchse des Stabilizer S angeschlossen, vom Stabilizer S weg steht dann ein Kabel mit zwei P4-Steckern zur Verfügung, die zu einem P8 zusammen gesteckt werden können. Levicom legt dem Stabilizer S zudem ein Softwarepaket bei: Bullguard Internet Security 6.1 schützt den Anwender während dreier Monaten vor Viren, Hackern, Spam und Datenverlust, bis die Lizenz monetär verlängert werden muss.
Der Stabilizer V ist für die Pufferung der Grafikkartenversorgung zuständig. Auch dieser verhilft älteren und kleineren Netzteilen anschlusstechnisch zu neuen Ufern. Über zwei PEG-Buchsen wird er durch das Netzteil versorgt, zwei Kabel mit je zwei 6-Pin-PEG-Steckern stehen vom Stabilizer V aus zur Verfügung. Das Risiko, das Netzteil mit Hardwarekonfigurationen, für die es ursprünglich nicht ausgelegt war, zu überlasten, muss der Anwender allerdings selbst verantworten. Der "alte" Fusion Supporter verfügte überigens nicht über dieses Mehr an Anschlüssen.

Links Stabilizer S und V, rechts Stabilizer und Fusion Supporter (*klick* zum Vergrößern)


177 Elkos, 746’500μF (insgesamt)
Mit zweimal 178’600μF (≈0.18 Farad) werden die 12V zur Versorgung der Grafikkarten im Stabilizer V gepuffert. Im Verhältnis zu den in Netzteilen standardmässig verbauten Kapazitäten (üblicherweise ca. 2’200μF) ist dies enorm viel. Aber reicht es auch, um die Versprechen von Levicom zu halten und alle Lastspitzen sicher auszuglätten? In der Tabelle folgt eine Auflistung der verschiedenen Kapazitäten in den beiden Stabilizern:


Gerät Schiene Bestückung Kapazität Energie
Stabilizer S 3.3V 33x3’300μF 108’900μF 0.59Ws
Stabilizer S 5V 28x3’300μF 92’400μF 1.16Ws
Stabilizer S 12V CPU 40x4’700μF 188’000μF 13.54Ws
Stabilizer V 12V GPU1 38x4’700μF 178’600μF 12.86Ws
Stabilizer V 12V GPU2 38x4’700μF 178’600μF 12.86Ws



Stabilzer S unter der Haube (*klick* zum Vergrößern)


Stabilizer V unter der Haube (*klick* zum Vergrößern)


Kein grosser Energiespeicher
Wie die Tabelle zeigt, sind die Energiespeicherkapazitäten trotz der vielen Elkos sehr gering. Zusammengerechnet ergibt sich nämlich eine speicherbare Energie von 41 Wattsekunden (Ws). Das bedeutet, ein Rechner, der 200W Leistungsaufnahme hat, könnte theoretisch 0.2 Sekunden lang mit der in den Elkos gespeicherten Energie betrieben werden. Theoretisch, praktisch ist dies aber unmöglich. Denn sobald die Elkos belastet werden, Strom abgeben, sinkt auch die Spannung. Tatsächlich kann also nur ein Bruchteil der in den Elkos gespeicherten Energie tatsächlich zur Überbrückung von Leistungsengpässen des Netzteils genutzt werden. Gehen wir davon aus, dass die Spannung lediglich um 5% absinken darf, dann reduziert sich die nutzbare Energie auf lediglich 4Ws. Ein 200W-Rechner könnte also nur für 20 Millisekunden aus dem Stabilizer versorgt werden.
Zum Vergleich: eine Nickel-Metallhydrid-Akkuzelle mit 1.2V und 2100mAh hat eine Energiekapazität von 9072 Ws, das 221-fache der beiden Stabilizer zusammen! Der Rechner aus dem Beispiel könnte also theoretisch 45 Sekunden mit dieser kleinen Zelle betrieben werden!



Speichert 221 Mal so viel Energie wie beide Stabilizer zusammen: eine handelsübliche 1.2V Akkuzelle
Seiten
Seite 1: Einleitung Seite 2: Hintergrund und Anwendung Seite 3: Funktionsprinzip Seite 4: Stabilizer vs. Fusion Supporter Seite 5: Testverfahren Seite 6: Messergebnisse: Drops auf Lastschiene Seite 7: Messergebnisse: Peaks auf Lastschiene Seite 8: Messergebnisse: Übersprechdämpfung Seite 9: Zusammenfassung Messergebnisse Seite 10: Fazit