Zu den USB-Specs:
Ein großer Vorteil von USB gegenüber RS232 ist die Möglichkeit, ein Device über das USB-Kabel auch mit Strom zu versorgen. Maximal steht einem Device 0,5A zur Verfügung, das sind bei der Versorgungsspannung von 5V immerhin 2,5 W.
Um für bis zu 127 Devices genug Reserven zu haben, müßte der PC über 60A in Bereitschaft halten, das wäre natürlich absurd. Um mit den begrenzten Stromrecourcen zu wirtschaften, legt der Controller fest, wieviel Strom ein Device wirklich bekommen kann, und er kann ein Device auch vollständig von der Stromversorgung abschneiden, wenn nicht genügend Strom zur Verfügung steht.
QuelleWenn man sich dann noch das hier
ansieht, kommt es auf den im Gehäuse verwendeten Controllern an. Wenn dieser sich entsprechend beim USB-Host anmeldet, dann kann er auch eine Leistung von mehr als 100 mA (= eine "unit load") bis zu 500 mA abrufen. Hierbei handelt es sich dann um die sog. "High-power bus-powered functions":
A function is defined as being high-power if, when fully powered, it draws over one but no more than five unit
loads from the USB cable.
--> Quelle für dieses und alle folgenden Zitate Specs Kapitel 7.2.1
Die nächste Frage ist, ob die 500mA für alle Ports oder für jeden Port einzeln zur Verfügung stehen. Das kommt jetzt darauf an. Wenn es sich um das handelt, was man im allgemeinen unter einem Hub versteht (ergo eine externe USB-"Mehrfachsteckdose"), dann hast Du recht: Es stehen insgesamt nur 500mA für alle Geräte zur Verfügung und somit reicht die Leistung nicht aus. Anders sieht es bei den Root Hubs aus, die auf einem Board verbaut sind:
Root port hubs: Are directly attached to the USB Host Controller. Hub power is derived from the same
source as the Host Controller. Systems that obtain operating power externally, either AC or DC, must
supply at least five unit loads to each port. Such ports are called high-power ports.
Diese müssen also auf jedem Port bis zu 500mA zur Verfügung stellen können. Strenggenommen ist das sogar die Mindestanforderung. Zwar gibt es auch bei diesen Hubs sog "low-power ports":
Ports that can supply only one unit load are termed lowpower ports.
Aber in diesem Fall dürfte das externe Laufwerk einfach nicht funktionieren, wenn es angeschlossen wird. Schließlich ist es die Aufgabe des jeweiligen USB-Controllers zu entscheiden, ob genügend Spannung geliefert werden kann:
A device may be either low-power at one unit load or highpower,
consuming up to five unit loads. All devices default to low-power. The transition to high-power is under
software control. It is the responsibility of software to ensure adequate power is available before allowing
devices to consume high-power.
Ähnlich sieht es bei den sog. "aktiven" Hubs aus (ergo externe USB-"Mehrfachsteckdose" mit Netzteil):
(...)Self-powered hubs: Power for the internal functions and downstream facing ports does not come from
VBUS. However, the USB interface of the hub may draw up to one unit load from VBUS on its upstream
facing port to allow the interface to function when the remainder of the hub is powered down. Hubs that
obtain operating power externally (from the USB) must supply five unit loads to each port.
Somit sind wir wieder am Anfang: Ein USB-Y-Kabel ist vollkommen in Übereinstimmung mit den Standards. Eine Ausnahme gibt es allerdings und dieser werde ich auch zukünftig erwähnen: Dies gilt nur beim Einsatz an entweder Root port Hubs oder externen Hubs mit eigener Stromversorgung.
Hinzu kommt noch ein anderer Aspekt: Wenn man mal exemplarisch einen Blick auf die Leistungsaufnahme einer WD Scorpio Blue (
klick --> unter "technische Daten") ansieht, dann benötigt diese im normalen Betrieb maximal 500mA und könnte somit sogar über einen Port versorgt werden. Das ist der Grund, warum die meisten Hersteller ihre externen Komplettlösungen inzwischen sogar ohne Y-Kabel verkaufen.
Das ein Y-Kabel trotzdem sinnvoll ist, liegt an der - wenn auch geringen - zusätzlichen Leistungsaufnahme des Controllers im Gehäuse, der mit Sicherheit höher liegenden nötigen Anlaufleistung und hieran:
The number of unit loads a device can draw is an absolute maximum, not an average over time.
So könnte der interne Controller des Gehäuses (wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, es sich zu konstruieren :() die benötigte Leistung auf beide Ports verteilen.
Grüße
Edit:Der Post bezog sich auf den Vorgänger, der kritisierte das die verbaute Festplatte eine etwas flügellahme SATA Platte ist.
Das ist natürlich richtig - hatten uns da wohl falsch verstanden. Das Problem hierbei ist, dass am Anfang der Tests eSATA noch kein Thema bei 2,5"-Laufwerken war und somit eben eine SATA I verwendet wurde. Da wir beim Wechsel auf eine andere Festplatte die Vergleichbarkeit zu älteren Tests verloren hätten, sind wir bei dieser Platte geblieben. Wesentlich zur Entscheidung beigetragen hat aber auch, dass der Wechsel auf SATA II ja strenggenommen nur ein anderer Controller ist. Die Hardware und somit die Geschwindigkeit der Festplatten blieben die selbe --> für eine Festplatte reicht auf heute noch die Bandbreite von UDMA-133 gut aus.
Das das Problem in diesem Test wohl eher nicht an der Festplatte liegt, kann man ja im Vergleich zu den anderen Gehäuse sehen: Dort wurde die identische Festplatte eingesetzt.
Über die Länge des Balkens kann man natürlich diskutieren. Die Entscheidung für den Balken haben wir deswegen getroffen, weil es eben die theoretische maximale Geschwindigkeit des Interfaces "eSATA" ist und wir außerdem sowohl für 3,5" als auch 2,5" mglst identische Tabellen verwenden wollten. Ob das jetzt das Optimum ist kann man sicherlich lang und breit diskutieren....schlussendlich halte ich es für ziemlich gleichgültig - ich kann den Balken auch auf 150MB/s stellen und immer noch wird er ewig lang sein im Vergleich zu den Leistungen der Festplatten.