08.12.2007 16:21 - Kommentare: 14
Justus Rathe

Bei Google gehen die Lichter aus

Wer heute schon einmal die Website von Google besucht hat, wird wohl auf den ersten Blick etwas erschrocken sein. Diese findet man nämlich mit schwarzem Hintergrund vor. Wer Google etwas länger kennt, wird wissen, dass man dort durchaus für die eine oder andere Modifikation an besonderen Tagen zu haben ist, wobei sich diese meist auf das Logo beschränken.
Auch heute steckt wieder ein besonderer Gedanke hinter allem - es geht, wie so oft in letzter Zeit, um die Reduzierung von Treibhausgasen...

Zitat:
Google Nutzer in Deutschland werden heute feststellen, dass wir auf der Google.de Homepage "das Licht ausgeschaltet" haben. Mit diesem Zeichen möchten wir das Bewusstsein für eine bundesweite Aktion mit dem Namen "Licht aus! Für unser Klima" wecken.

Am heutigen Samstag, den 8. Dezember 2007, fordert "Licht aus! Für unser Klima" die ganze Nation auf, von 20:00 bis 20.05 Uhr für fünf Minuten das Licht auszuschalten. Mit dieser Aktion soll ein symbolisches Zeichen an die Teilnehmer des Weltklimagipfels auf Bali gesendet werden, damit sich diese konsequent für bessere Klimaschutzmaßnahmen einsetzen. Die Klimaschutz-Kooperation „Rettet unsere Erde" von BILD, BUND, Greenpeace und WWF ruft gemeinsam mit Google und ProSieben jeden Einzelnen zum Handeln auf. Mitmachen kann jeder: Alle Privathaushalte aber auch Städte, Gemeinden, Unternehmen, Vereine und Organisationen. Die Teilnehmer können beispielsweise Fassaden-, Zimmer-, Landschafts- oder Weihnachtsbeleuchtungen abschalten.


Seitens der Stromnetzbetreiber kamen schon Stimmen, dass es sich wohlmöglich negativ auf die Systemstabilität der Versorgung auswirken könnte, sollten heute Abend zur gleichen Zeit um 20:05 möglichst gleichzeitig viele Leute wieder ihre Verbraucher einschalten.

Übrigens, bei herkömmlichen Glühbirnen wird tatsächlich ab der ersten Minute Strom gespart. Bei Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen sieht es weniger gut aus. Hohe Einschaltströme und hoher Verschleiss durch kurzzeitiges Aus- und Einschalten vermindern hier den Nutzen der Aktion erheblich.
Ähnliche Vorbehalte gibt es auch beim schwarzen Hintergrund von Google. Eine dunkle Hintergrundfarbe reduziert bei Röhrenmonitoren den Stromverbrauch um bis zu cirka einem Drittel. Bei den heutzutage viel weiter verbreiterten LCD-Monitoren ist dies nicht der Fall, diese haben eine konstante Hintergrundbeleuchtung und brauchen tendenziell eher noch mehr Energie, um das Licht abzublocken und damit dunkle Farben darzustellen.

Insgesamt soll die Aktion somit als Zeichensetzung für eine stärkere Sensibilisierung aufgefasst werden, die für sich genommen, wenn überhaupt, nur einen geringen Nutzen erbringt.
VERWANDTE NEWS
25.05. 12:11 Test: be quiet! Shadow Rock TopFlow SR1 CPU-Kühler be quiet! stellt mit dem Shadow Rock SR1 einen kompakten TopFlow Kühler, nicht nur für HTPCs bere...
25.05. 11:09 Corsair bringt SSD-Upgrade-Kit für Notebooks Corsair bietet ab sofort mit den SSDs aus der Force Series 3 ein SSD-Upgrade-Kit für Notebooks.
24.05. 08:59 Test: Fantec 3DFHDL Mediaplayer Fantec bietet mit dem 3DFHDL Mediaplayer ein wahres Multimediatalent für das heimische Wohnzimmer...
VERWANDTE ARTIKEL
be quiet! Shadow Rock TopFlow SR1 – Leiser Kühler für HTPCs? Der bekannte Netzteilhersteller be quiet! erweitert erneut sein Produktp...
Fantec 3DFHDL Mediaplayer im Test Mit dem Fantec 3DFHDL haben uns die deutschen Multimediaexperten aus Ham...
Streacom FC8S HTPC-Gehäuse im Test Das FC8S Gehäuse vom Hersteller Streacom ist ein kleines, schickes HTPC-...
Achtung: In diesem Thema wurde seit 120 Tagen nichts mehr geschrieben.
Sollten Sie Ihrer Antwort nicht sicher sein, starten Sie ein neues Thema.
noch 2500 Zeichen
Du kannst dich auch einloggen oder registrieren, anstatt als Gast zu kommentieren.
Verifizierung:
Name:
E-Mail:
08.12.2007   16:56 Uhr
#1 E.T.
Wenn man sich die ganze Aktion genau überlegt, kommt man auf tausend Gründe, wieso die Aktion für sich eher sinnlos bis kontraproduktiv ist, aber auf ebenso viele Möglichkeiten, die man stattdessen wirklich tun könnte.

Wie könnte man Energie sparen:
-Muss das Zimmer wirklich 20° warm sein im Winter?
-Braucht es wirklich eine 100W Glühbirne in der Küche? (Man bedenke, entgegen der weit verbreiteten Meinung schadet zB lesen bei schlechtem Licht den Augen NICHT!)
-Braucht es wirklich einen 42 Zoll TV und einen 22 Zoll Monitor, oder täten es auch kleinere? Gratistipp: Bildschirmschoner ausschalten und gleich auf Standby schalten lassen.
-Braucht es wirklich ein 1.5 Tonnen Auto mit 10 Liter oder mehr Verbrauch? Wichtig auch: Dachträger entfernen wenn nicht benötigt, wegen Aerodynamik! Auf genügen Reifendruck im Sommer achten bringt auch etwas.
-Könnte man nicht häufiger den Bus oder das Rad nehmen oder zu Fuss gehen?
-Wasserkocher haben einen hohen Wirkungsgrad, diesen also besser mit kaltem Wasser befüllen, die Geschirrspülmaschine hingegen könnte man evtl. an die Warmwasserleitung anschliessen, spart Zeit und Geld.
usw usf ...

Das Problem ist halt, dass viele Energiesparmassnahmen auch den Komfort / Luxus etwas einschränken. Aber solche Massnahmen würden mehr Sinn machen als einmal im Jahr fünf Minuten das Licht auszuknipsen. Dazu kommt eben die Gefahr dieser Aktion: etwa zehn Prozent der gesamten Elektrischen Energie wird für Beleuchtung aufgewendet. Wenn diese 10% auf einen Schlag wegfallen und dann wieder (Mit geschätzten Faktor fünf höheren Einschaltströmen) zugeschaltet werden, kann das erhebliche Schankungen im Stromnetz verursachen. Diese sind für den Netzbetreiber einerseits riskannt (Gefahr eines Blackouts) und andererseits auch für jeden einzelnen bzw. alle elektrischen Geräte im Haushalt, denen das womöglich nicht so gut tut.
08.12.2007   18:23 Uhr
Ich finde dieses ganze CO² gequatsche für komplett sinnlos.
Die wenigsten menschen wissen dass wir eigentlich CO² zum Leben brauchen.

Ich finde die Aktion sollte heisen: Licht aus! Um Strom zu sparen und Verschleißteile mehr zu belasten. :D

08.12.2007   18:33 Uhr
Das unterschreibe ich dir so nicht  :nein:

Fakt ist für mich, dass keiner wirklich Ahnung hat, eine enorme Menge Politik und Wirtschaft dahintersteckt, und die Medien (also auch wir) ihr übriges dazutun....
Interesse an einer wirklichen Lösung haben nur ein paar, nach dem Motto "Was in 50 Jahren ist....."

Gruß
08.12.2007   19:09 Uhr
#4 E.T.
Ich finde dieses ganze CO² gequatsche für komplett sinnlos.
Die wenigsten menschen wissen dass wir eigentlich CO² zum Leben brauchen.

ähm, (grüne) Pflanzen, Algen und Cyanobakterien brauchen CO2, diese machen daraus Sauerstoff, den wir dann dann zum Leben brauchen. Den Pflanzen geht es besser, je mehr CO2 in der Luft ist (ausser wenns zu viel hat und dann sauren Regen gibt).

Aber das Problem ist, dass CO2 mittlerweile schon eindeutig als Treibhausgas bestätigt und andere Theorien verworfen wurden. Höhere Temperatur bedeutet mehr Energie in der Luft, bedeutet mehr Unwetter und Naturkatastrophen. Ausserdem kommt es vielerorts zu Wasserknappheit. Es Regnet zwar mehr, aber der Boden trocknet schneller aus und Gletscher, die früher einiges an Niederschlag gespeichert haben, verschwinden.

Sogenannter CO2-Neutraler Bio-Treibstoff zB aus Rapsöl ist eine sehr zweifelhafte Alternative, da dies extrem viel Anbaufläche und Wasser benötigt, das der Mensch besser für Nahrungsmittel verwenden würden.
08.12.2007   20:38 Uhr

Wie könnte man Energie sparen:
-Muss das Zimmer wirklich 20° warm sein im Winter?
-Braucht es wirklich eine 100W Glühbirne in der Küche? (Man bedenke, entgegen der weit verbreiteten Meinung schadet zB lesen bei schlechtem Licht den Augen NICHT!)
-Braucht es wirklich einen 42 Zoll TV und einen 22 Zoll Monitor, oder täten es auch kleinere? Gratistipp: Bildschirmschoner ausschalten und gleich auf Standby schalten lassen.
-Braucht es wirklich ein 1.5 Tonnen Auto mit 10 Liter oder mehr Verbrauch? Wichtig auch: Dachträger entfernen wenn nicht benötigt, wegen Aerodynamik! Auf genügen Reifendruck im Sommer achten bringt auch etwas.
-Könnte man nicht häufiger den Bus oder das Rad nehmen oder zu Fuss gehen?
-Wasserkocher haben einen hohen Wirkungsgrad, diesen also besser mit kaltem Wasser befüllen, die Geschirrspülmaschine hingegen könnte man evtl. an die Warmwasserleitung anschliessen, spart Zeit und Geld.
usw usf ...

Das Problem ist halt, dass viele Energiesparmassnahmen auch den Komfort / Luxus etwas einschränken. Aber solche Massnahmen würden mehr Sinn machen als einmal im Jahr fünf Minuten das Licht auszuknipsen. Dazu kommt eben die Gefahr dieser Aktion: etwa zehn Prozent der gesamten Elektrischen Energie wird für Beleuchtung aufgewendet. Wenn diese 10% auf einen Schlag wegfallen und dann wieder (Mit geschätzten Faktor fünf höheren Einschaltströmen) zugeschaltet werden, kann das erhebliche Schankungen im Stromnetz verursachen. Diese sind für den Netzbetreiber einerseits riskannt (Gefahr eines Blackouts) und andererseits auch für jeden einzelnen bzw. alle elektrischen Geräte im Haushalt, denen das womöglich nicht so gut tut.
Das Licht ausmachen war ja keine Energiesparmaßnahme sondern ein Zeichen, über das Verhalten mal nachzudenken. Inwiefern das nötig/sinnvoll ist bleibt Ansichtssache, eigentlich braucht es dafür keine solchen Aktionen, da müsste der Blick auf die Energiekosten genügen, selbst wenn man sich einen Scheißdreck um Nachhaltigkeit schert.


Ich hab's verpasst.  ::)
09.12.2007   01:27 Uhr
ich hab das Licht zumindest für die 5 Minuten ausgemacht ;)

bei uns wird diesen Winter unfreiwillig bei der Heizung gespart, da sie sich immer wieder von selbst ausschaltet, und man dann erst wieder manuell einschalten muss ^^
09.12.2007   01:44 Uhr
egal, obs jetzt was bringt oder nicht, finde ich sollte man schon etwas ans Energie sparen denken ..... wenn ich da nur an unsere Nachbarn denke, die tagsüber die Rollläden unten haben und dafür das Licht anmachen könnt ich schon wieder kotzen ...
09.12.2007   02:05 Uhr
"Co2ntra - mit Galileo das Klima verarschen" - Das Zitat triffts meiner Meinung nach, vor allem im Bezug darauf:

Das unterschreibe ich dir so nicht  :nein:

Fakt ist für mich, dass keiner wirklich Ahnung hat, eine enorme Menge Politik und Wirtschaft dahintersteckt, und die Medien (also auch wir) ihr übriges dazutun....
Interesse an einer wirklichen Lösung haben nur ein paar, nach dem Motto "Was in 50 Jahren ist....."

Gruß
09.12.2007   10:54 Uhr
wenn ich da nur an unsere Nachbarn denke, die tagsüber die Rollläden unten haben und dafür das Licht anmachen könnt ich schon wieder übergeben ...

wieso tut man das ?^^
09.12.2007   11:15 Uhr
#10 Steel
Ich weiß es nicht, aber da sieht man mal wieder wo der Strom hinfließt, völlig unnötig sowas, egal ob CO2 zur Klimakatastrophe führt oder nicht. Man muss mit mehr oder weniger begrenzten Rohstoffen ja nicht verschwenderisch umgehen.
09.12.2007   13:57 Uhr
#11 cl4w
Solange die Wäsche der Berliner Hotels zum Waschen nach Polen gekarrt wird hab ich nicht das Gefühl das ich irgendwo CO2 sparen müsste, es wäre viel mehr gewonnen wenn der Wahnsinn aufhören würde, zb. werden jeden Tag frische Blumen aus Nigeria, Früchte aus Südamerika usw. eingeflogen, da stellt sich mir doch die Frage, tuts nicht auch ein Apfel?
09.12.2007   14:04 Uhr
#12 E.T.
das problem bei den importen ist, dass der transport nicht nur günstiger ist, als wenn man es hier anbauen würde (sofern das überhaupt möglich wäre) sondern auch der CO2 ausstoss ist wegen der noch immer üblichen handarbeit in 2.welt und schwellenländern geringern als der von unseren landwirtschaftlichen maschinen.
09.12.2007   14:29 Uhr
#13 cl4w
Sorry, aber du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen das es klimafreundlicher ist einen Apfel einmal um die Welt zu fahren, nur weil er mit der Hand gepflügt wird? Glaubst du die Äpfel werden zum Schiff oder gar zum Flugzeug getragen? Glaubst du das die LKWs und Landwirtschaftlichen Maschinen in Schwellenländern ähnlich modern und damit schadstoffarm sind als hiesige?
Wer mal mit einem Flugzeug übers Meer geflogen ist und ein großes Schiff gesehen hat wird etwas über die Klimafreundlichkeit und die verbauten Rußpartikelfilter sagen können.
09.12.2007   15:26 Uhr
#14 E.T.
Zum einen ist der Energieaufwand beim Anbau hierzulande höher, zum anderen können wir nur Ende Sommer ernten und müssen die Produkte lange lagern bis sie verkauft werden.

Die Uni Bonn hat dazu eine Studie gemacht:
Zitat von: http://www.springerlink.com/content/g00u1367234g1w7u/
Zusammenfassung  Der Beitrag vergleicht Energiebilanzen für heimische und importierte Früchte am Beispiel zweier Apfelsorten mit Vermarktung im Monat April in Deutschland. Berechnet wurde der Primärenergieaufwand für den heimischen Apfelanbau von 'Braeburn' und 'Golden Delicious' in Meckenheim bei Bonn mit Ernte Mitte Oktober und 5-monatiger CA-Lagerung bei ca. 1°C bis Mitte März des Folgejahres. Als Vergleich diente der Anbau der gleichen Sorten im Winterhalbjahr in Neuseeland bzw. Südafrika mit 28- bzw. 14-tägigem Transport frisch geernteter Äpfel im Kühlschiff nach Antwerpen und weiter mit dem LKW nach Deutschland. Der Energieaufwand für Anbau und Ernte in Deutschland und Südafrika wurde mit 2,8 MJ/kg und für Neuseeland mit 2,1 MJ/kg Äpfel angesetzt, was 38% des Primärenergieaufwandes für den Fruchtimport aus Neuseeland entspricht. Die 5-monatige Obstlagerung im Winter in Deutschland verbrauchte 0,8 MJ/kg Äpfel im Vergleich zum Überseetransport mit dem Kühlschiff aus Neuseeland bzw. Südafrika mit 2,83 bzw. 1,45 MJ/kg Äpfel. Der Energieaufwand für die Lagerung der heimischen Äpfel in Deutschland kompensierte somit einen Teil des Energieaufwandes für den Schiffstransport. Heimische Äpfel müssten ca. 9 bzw. 18 Monate — d.h. im letzten Fall über die nächste Ernte hinaus — gelagert werden, um den höheren Energieverbrauch für den Schiffstransport aus Südafrika bzw. Neuseeland zu kompensieren. Für frisch geerntete Früchte der gleichen Apfelsorte aus Neuseeland bzw. Südafrika wurde mit 7,2–7,5 MJ/kg ca. 22–27% mehr Energie aufgewendet als für gelagerte, heimische Äpfel mit fast 6 MJ/kg. Diskutiert wird, welche weiteren Effekte wie Erhalt des Landschaftsbildes, Arbeitsplatzsicherung, Wertschöpfung, Netzwerke und Produktsicherheit z. B. durch QS oder EUREP-GAP für regionale Produkte sprechen.

Nach dieser Studie liegt ist die CU2 Bilanz einheimischer Produkte um ca. einen Viertel besser als von Importprodukten. Allerdings hängt das vom Produkt und der Jahreszeit ab. In einer Fernsehsendung, ich weiss nicht mehr welche, wurde mal der umgekehrte Fall dargelegt, dass Importprodukte eine bessere Bilanz hätten.