04.07.2009 12:43 - Kommentare: 9
Tobias Paulus

Gemeinde untersagt "Killerspiele" auf LAN-Party

Die vom Verein der "Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard e.v." ausgerichtete LAN-Party 14. Convention-X-Treme vom 28-30.07.2009 ist von den Veranstaltern abgesagt worden, weil die zuständige Gemeindeverwalteung Karlsdorf-Neuthard etliche Spiele, vulgo "Killerspiele", verboten hat. Nach Aussage der Veranstalter kommt dieser aber einer behördlichen Absage gleich.

Der Bürgermeister hat, nach Rücksprache mit Lehrern und Polizisten wie es hieß, beschlossen zum Schutze von Kinder und Jugendliche nicht nur Spiele für Erwachsene sondern auch Counterstrike (FSK 16) und Warcrafs 3 (FSK 12) zu untersagen - dabei scheint ihm aber entgangen zu sein, dass an der LAN-Party ausschließlich Volljährige ergo Erwachsene Zutritt haben und diese nach den aktuellen Gesetzen der Deutschlands alle nicht verbotenen Spiele "konsumieren" dürfen..

Damit wird aber nicht nur in die Freiheitsrechte von sog. mündigen Bürgern eingegriffen, sondern auch der Verein als Träger - nach eigenen Aussagen - in seiner finanziellen Existenz bedroht. Neben der Rückzahlung der Eintrittsgelder und der somit ausfallenden Gewinne müssten auch die Vorleistungen als Verlust im Bereich mehrere 1000€ in der Kasse des Vereines verbucht werden. Der Verein bittet daher auf seiner Homepage um Unterstützung in Form von Zuschriften an die Gemeindeverwaltung.

Pikantes Detail zur Entscheidung der Gemeinde am Rande: Das "30. Internationale Jubiläums-Jugendturnier" des örtlichen Schützenvereins 1926 Karlsdorf e.V. am 08./09.August wurde hingegen bisher nicht abgesagt . Dort können in einer Gruppe für unter 14jährige auch die kleinsten mit Luftgewehr und -pistole antreten.


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04.07.2009   12:46 Uhr
Dramatische Entwicklung  :nein: Unglaublich was da passiert inzwischen.
04.07.2009   13:18 Uhr
Das ist wirklich ein Witz. Wahrscheinlich haben die zuständigen Leute zu 90 % keines der Spiele die sie da "verbieten" jemals gespielt oder gesehen.
Wenn sowieso alle Teilnehmer über 18 sein müssen, wieso mischt man sich dann überhaupt ein ? Das dann noch dazu die Veranstaltung des Schützenvereins nicht abgesagt wird zeigt, dass so eine Maßnahme reiner Populismus im Zuge der Debatte um die "Killerspiele" ist.
04.07.2009   13:21 Uhr
Wenn ich mich dafür angemeldet hätte, würde ich mich massiv in meinen Rechten als mündiger Erwachsener beeinträchtigt fühlen. Dieses Verbot besteht auf keiner Gesetzesgrundlage.
Eventuell klagt der Veranstalter oder ein Besucher ja gegen die Entscheidung.  ::)
04.07.2009   23:51 Uhr
#4 Frank
Verrückte Welt... 14 Jährige dürfen mit \"echten\" Waffen schießen und virtuelles schießen für Erwachsene wird verboten.
Lasst euch das nicht gefallen und verklagt die Gemeinde auf schadensersatz. Dazu würde ich noch den Bürgermeister in einem Gespräch, wo dann auch die Presse anwesend ist mal auf den Zahn fühlen. Ich meine damit, sein Wissen über \"Killerspiele\" zu überprüfen. Anscheinend hat dieser Herr überhaupt keine Ahnung was er da von sich gibt...!
05.07.2009   10:23 Uhr
Hi,

es ist leider so, dass sich einfache Zusammenhänge besser im öffentlichen Bewusstsein einprägen,

als komplexe; alle Flugzeugentführer haben Flugsimulator gespielt, alle Amokläufer Ego Shooter,

also drehen wir das einfach um, und schon .... hmmmm, Moment mal:

Warum verbietet man eigentlich keine Flugsimulatoren?

Nur weil wir nicht in den Vereinigten Staaten leben?

Wäre ein interessantes Experiment, mit braungefärbter Haut, schwarzem Bart und PLO-Tuch um den Hals in einen

Laden in Manhatten zu stiefeln und sich nach dem MS Flight-Simulator samt passender Hardware zu erkundigen.

Das ist zynisch? Nein!  :nein:      das soll uns verdeutlichen, wie die meisten denken, nämlich möglichst einfach.

In den frühen sechziger Jahren hatten wir Jungs Kriegsspielzeug, früher Cowboy- und Indianerfiguren, es wurde gekämpft und

gestorben nach Herzenslust. Dann kamen die 68er, die alles anders machen wollten, das Kriegsspielzeug im Kinderzimmer war verpönt,

denn schließlich galt es nun friedliebende Menschen zu erziehen, das tat man laissez-faire und da Unwissenheit ja bekanntermaßen

nicht vor Strafe schützt, tanzten die Bälger ihren naiven Eltern alles andere, als friedfertig, dafür aber aber um so energischer auf der

Nasee herum. Dennoch ist Kriegsspielzeug bis heute verpönt und der Laissez-Faire-Stil in der Erziehung immer noch nicht überlebt.

So erhitzt das Thema "Killerspiele" die Gemüter des Volksbewusstseins, während dem selben der unaufhaltsam

scheinende Tod unseres Heimatplaneten am Anus vorbeigeht; denn das ist ja zu kompliziert.  ;)

Gruß,



05.07.2009   22:44 Uhr
Wenn ich mich dafür angemeldet hätte, würde ich mich massiv in meinen Rechten als mündiger Erwachsener beeinträchtigt fühlen. Dieses Verbot besteht auf keiner Gesetzesgrundlage.
Eventuell klagt der Veranstalter oder ein Besucher ja gegen die Entscheidung.  ::)

jo, das verstößt gegen die grundgesetzte jedes Menschens... (klingt zwar komisch is aber so!!)

achja, erst pumpen sie sehr viel geld in die Firmen, jetzt verbieten sie Spiele... sehr gut gemacht leute, dann is Intel usw auch noch aus deutschland raus, oder wollt ihr 4 Grafikkarte, nen 4 Kern prozessor um damit ein Word dokument zu schreiben?
06.07.2009   02:28 Uhr
Das ist wirklich ein Witz. Wahrscheinlich haben die zuständigen Leute zu 90 % keines der Spiele die sie da "verbieten" jemals gespielt oder gesehen.
Wenn sowieso alle Teilnehmer über 18 sein müssen, wieso mischt man sich dann überhaupt ein ? Das dann noch dazu die Veranstaltung des Schützenvereins nicht abgesagt wird zeigt, dass so eine Maßnahme reiner Populismus im Zuge der Debatte um die "Killerspiele" ist.

Im Schützenverein wird man nicht zum Killer ausgebildet,aber PC aber schon  $)
06.07.2009   09:42 Uhr
jo, das verstößt gegen die grundgesetzte jedes Menschens... (klingt zwar komisch is aber so!!)

Jetzt wollen wir es mal nicht übertreiben ;).
 
Ein Grundrecht auf PC-Spiele gibt es ganz sicher nicht. Allerdings ist es fragwürdig erwachsenen Menschen, die Nutzung von legalen Programmen (egal welcher Art) zu untersagen und das erst recht wenn diese Programme auch legal von Kindern und Jugendlichen bezogen werden können.

Grüße
06.07.2009   10:50 Uhr
Naja das Problem ist, dass man mit so einer Aktion nicht einen "Amoklauf" verhindert, aber zumindest die ältere Generation, die nichts mit PC am Hut hat, (oder nur I-net surfen oder Emails abrufen) befriedigt und du junge Generation verärgert.


Dem Bürgermeister wird es wahrscheinlich sogar recht sein(ist jetzt rein meine Vermutung), dass so eine riesen Lanparty statt findet, denn immerhin bringt das Geld in seine Gemeinde. Aber um die Gemeindebürger zu beruhigen muss er es verbieten(sonst wählt ihn ja niemand mehr wieder)

Für die heutige Generation ist der PC nicht mehr wegzudenken. So wie der Fernseher für die ältere Generation. Würde man sagen, man verbietet in jedem Haushalt den Fernseher, würden auch Befürworter der "stoppt Killerspiele" Fraktion aufschreien.

Die Leidtragenden sind halt jene, die eSport auf professioneller Ebene betreiben :(.