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Nvidia hat seine GeForce Titan offiziell vorgestellt

Nvidia Logo klein 
In den letzten Wochen haben sich die Gerüchte um Nvidias neuen GeForce Ableger immer weiter verdichtet. Nun ist der offizielle Startschuss gefallen und Nvidia hat die GeForce Titan offiziell vorgestellt.

Angelehnt an den gleichnamigen Supercomputer, in dem 18.688 Nvidia Tesla K20X ihren Dienst für die Wissenschaft verrichten, ist die GeForce Titan im Grunde eine Computing Bolide, der für den Consumermarkt adaptiert wurde. Mit der GeForce Titan möchte Nvidia die Messlatte noch einmal höher legen und die Konkurrenz weit hinter sich lassen.

   


Dabei setzen die Grafikspezialisten aus Santa Clara auf die GK110 GPU, die gewaltige 551mm² misst und sich aus 7,1 Milliarden Transistoren zusammensetzt. Dabei stellt der Chip insgesamt 2.688 CUDA Cores (Shader Einheiten) zur Verfügung, denen über ein 384 Bit breites Speicherinterface satte 6 GByte GDDR5 Framebuffer zur Seite stehen. Genauer sind das 14 SMX Cluster (Bild zeigt 15 SMX Cluster im GK110 Vollausbau), die in fünf Gruppen aus sogenannten Graphic-Processing-Cluster organisiert sind. Damit soll Nvidias GeForce Titan eine Rechenleistung von rund 4,5 Terraflops bei Single-Precision Operationen erreichen.

GK110 Block Diagram FINAL2 

Getaktet wird der Chip ab Werk mit den zuletzt angenommenen 837 MHz im Base-Clock, sowie 876 MHz im Boost-Clock. Damit ergibt sich eine Texturfüllrate von satten 187,5 GTexel/s (GTX 680: 128,8 GTexel/s). Anders als bei der GeForce GTX 600 Serie, setzt Nvidia für die intelligente Übertaktung des Chips auf seinen neuen GPU Boost 2.0 Standard, welcher mit einigen Detailverbesserungen auftrumpfen soll.

  


So ist die jeweilige Taktrate im Boost-State nicht mehr abhängig vom Power Target, sondern von der jeweiligen Chiptemperatur. Damit sollen, im Vergleich zur GTX 600 Serie, höhere Taktraten und damit mehr Performance erreicht werden. Erreicht wird das durch das Anheben der maximal erlaubten GPU-Spannung Vrel. Während diese Spannung bei GPU Boost 1.0 Grafikkarten der GTX 600 Serie noch stärker begrenzt werden musste, um über längere Zeiten Schäden am Grafikchip zu verhindern, konnte Nvidia das Management in GPU Boost 2.0 die Vrel Spannung auf ein höheres Level anheben. Damit kann die GeForce Titan, je nach Auslastung und Temperatur, eine höhere Performance aufgrund höherer Taktraten bei gleicher Stabilität erreichen. Darüber hinaus besteht beim GK110 die Möglichkeit von „Overvolting“. In Abhängigkeit des jeweiligen Board-Partners, kann zudem die maximale Chip-Spannung Vmax mittels Software weiter angehoben werden um die allgemeine Performance für Übertaktungsversuche nochmals zu steigern. Das „freischalten“ dieser Funktion liegt in den Händen des jeweiligen Board-Partners. Die TDP des Referenzmodells beziffert Nvidia mit 250 Watt.

      


Beim Speicher setzt Nvidia auf eine effektive Taktrate von 6 GHz (3.004 MHz). Damit ergibt sich rechnerisch mit dem 384 Bit breiten Speicherinterface eine Bandbreite von 288 GB/s (GTX 680: 211 GB/s). Für noch mehr Leistung verfügt die GeForce Titan zudem über eine 3-Way-SLI Schnittstelle. Die Bekanntgabe von weiteren Leistungsdaten in Form von Benchmarks sind uns seitens Nvidia aktuell noch untersagt und werden nach Fall des diesbezüglich gültigen NDAs nachgereicht.

Für die Kühlung des Grafikboliden setzt Nvidia auf einen neuen Vapor Chamber Kühler, der mit einem überarbeiteten Kühlfinnenkonzept und einer verbesserten Lüftersteuerung auftrumpft. Letztere beherrscht neben der Lüfterregelung durch Spannung auch die Steuerung via PWM (Pulsweitenmodulation). Das ist vor allem wichtig für GPU Boost 2.0 um die Performance der GTX Titan auf einem hohen Level durch optimale Temperaturen zu halten, zum anderen kommt hier eine weitere Funktion in Form des Temperature-Target ins Spiel. Mit diesem Feature kann der Anwender dann selbst einen festen Temperaturwert festlegen, in dem die Grafikkarte dann operieren soll. Zum einen kann damit theoretisch die Lärmentwicklung in eine bestimmte Richtung gesteuert werden, zum anderen kann auch die Performance dank der Temperaturabhängigkeit von GPU Boost 2.0 durch den Anwender weiter optimiert werden. Im Gespräch mit Nvidia wurde uns aber versichert, dass die GeForce GTX Titan schon „out of the box“ mit den Werkseinstellungen eine optimale Performance liefert.

GeForce Titan Sheets3 

Ein weiteres Nvidia Feature ist Display Overclocking. Nvidia erklärt dieses Feature an einem 60 Hz Monitor, welcher bekannter Weise maximal 60 Bilder pro Sekunde darstellen kann. Mit dem Display Overclocking Feature rendert die GPU im Hintergrund, trotz aktiviertem VSync, 90 Frames pro Sekunde. Obwohl am Display effektiv nur 60 Bilder pro Sekunde dargestellt werden, profitieren der Spielfluss und die Bildqualität durch die zusätzlich gerenderten Bilder.

  


Als Videoausgänge stellt der Grafikbolide zwei Dual-Link DVI, eine HDMI sowie eine Displayport 1.2 Schnittstelle zur Verfügung. Weiter sind natürlich auch Nvidia Surround Setups mit der GeForce Titan möglich und in Anbetracht der erwarteten Rohleistung auch absolut Empfehlenswert. Hier sollte sich der Bolide bei 5760x1080 Pixel noch sichtlich wohl fühlen.

Fakt ist, Nvidias GeForce Titan steht derzeit außer Konkurrenz und das lässt man sich auch bezahlen. Für die GeForce Titan gibt Nvidia derzeit eine UVP von rund 800 Euro ohne Steuern (mit MWST rund 950 Euro) an und ist damit rund 70 Euro teuer als eine GeForce GTX 690.


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Kategorie: Grafikkarten
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