11.08.2009 11:44 - Kommentare: 4
Tobias Paulus
Wirtschaft/Politik:

Neue Ideen der Politiker zur Web-Kontrolle

Seit dem sog. "Zugangserschwernisgesetz" zur angeblichen Bekämpfung von Kinderpornografie (wir berichteten) durch die Gremien der Legislative gegangen ist, ist es um Ideen zur Internet-Kontrolle auf Seiten der Politiker zeitweilig etwas ruhiger geworden. Nun wird im Sommertheater das Thema wahlkampftaktisch wieder aufgekocht.

Vor wenigen Tagen hat Thomas de Maizière, seines Zeichens Kanzerlamtsminister, in der "Rheinischen Post" gefordert, "Verkehrsregeln für das Internet" einzuführen und dabei offenbart , dass er der irrigen Ansicht ist im Internet sei eine Strafverfolgung weder möglich noch bestünden Gesetze dafür:

"Kann das Internet völlig frei sein? (...) Müssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entwürdigung oder unseriösen Geschäften schützen wie im Zivilrecht?"

Um diesem zu begegnen schlug er vor, dass man eine Regulierung ähnlich wie für den Finanzmarkt einführen solle. Ohne diese "Verkehrsregeln" würde man in Zukunft im Internet "Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen". Allerdings solle dennoch der Datenschutz gestärkt werden - allerdings nur der zwischen Privatpersonen und Firmen und nicht der zwischen Staat und Bürger.

Heute berichtet die selbe Zeitung darüber, dass die Regierung über einen "Internetausweis" nachdenken soll, mit dem jeder Nutzer im Internet zweifelsfrei identifizierbar und sein tun rückverfolgbar werden soll. Hierzu soll nicht nur das bestehende Gesetzt zur Vorratsdatenspeicherung um die Aufzeichnung von angesurften Webseiten erweitert sondern auch, wie bereits vor einiger Zeit von Familienministerin van der Leyen angedeutet, das oben erwähnte Zugangserschwernisgesetz ausgedehnt werden. Der stellvertretende Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, führte dazu aus, dass man mehr verdeckte Ermittler brauche, "die als Internetpatrouille im Netz kriminelle Machenschaften aufspüren" sollen. Sollte dies nicht geschehen, so drohe das Internet zur "Quelle für Kriminalität, Terrorismus und ziemlich viel Schmutz" zu verkommen. Damit stößt er in das gleich Horn wie die Familienministerin, die das Web auf dem Weg zu einem rechtsfreien Raum für Mobbing, Betrug und Beleidigung sieht.

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11.08.2009   11:47 Uhr
Wer schützt uns eigentlich vor ahnungslosen Politikern wie de Maizère und Konsorten?

Der Polizei mir Mittel und Personal zu geben ist hingegen eine gute Idee.....denn im Internet gilt das gleiche wie in der Innenstadt: Wenn man keine Verfolgung fürchten muss, dann gibt es auch Kriminalität.

Grüße
11.08.2009   15:20 Uhr
Schlimm, schlimm was die da oben mal wieder treiben, bzw. treiben wollen :(

Als ob von denen noch nie jemand im Internet gewesen wäre! Frag mich welche Partei bei solchen Aussagen noch wählen können soll.
11.08.2009   16:18 Uhr
Als ob von denen noch nie jemand im Internet gewesen wäre!

Da wär ich vorsichtig.......der Großteil war es wahrscheinlich wirklich noch so gut wie nie und wenn, dann um den Auftritt der eigenen Partei oder der Gegner zu begutachten - ich kenne ja selber viele Menschen, auch in unserem Alter, die aus Angst vor dem, was ihnen passieren könnte nicht öfters als unbedingt nötig ins Netz gehen.

Grüße
11.08.2009   18:58 Uhr
#4 Blei
Solange uns unsere Politiker weis machen wollen, daß man im INet die illegalen Inhalte nicht löschen kann, sondern unbedingt ein STOP (ja, mit einem P, bin schon alt) - Schild dahingegängelt werden muß, kann man sich doch nur an den Kopf fassen.
Argumente, daß die Server mit dem illegalen Inhalt ALLE in unzugänglichen Schurkenstaaten lägen, und deswegen eine Löschung eh nicht möglich wäre, sind ja wohl der Hohn schlecht hin.
Naja, den Pedovilen (hab's ergoogelt, beim Schäubling blinkt's jetzt wohl rot) letzte Woche, was der wohl dafür eingenommen hat, daß sich andere Leuz das Video anschauen durften? (sollen ja MILLIONEN mit verdient werden).
Naja, wie dem auch sei - nicht nur ich bin der festen Überzeugung, daß >>90% der Server mit illegalem Inhalt (ohne Wissen der Hoster) in Deutschland, bei den Ami's oder sonst wo in der EU rumstehen - und da ist z.B. KiPo verboten - eine Anfrage an den Hoster - und der Kram ist nicht mehr zugänglich.
Zur Strafverfolgung würde ich die Inhalte nämlich erst löschen, wenn der Schuldige auch was davon hatte.
(Wobei, mit Schäublings Troja-Kläpper kannste ruck-zuck auch was seltsames auf Deinem Rechner finden - und schon steht die Exekutive vor der Tür und bittet um Einlaß - schon wieder ein Störenfried weniger ...)

Dazu fällt mir imm er ein guter Text ein: (c) bei den Ärzten
'Das Alles ist Deutschland, o-o-oh, das Alles sind wir, das gibt es niergendwo anders, nur hier, nur hier ...'

Und, um Euch auch noch was mitzugeben:
Jedes Land hat die Regierung, die Es verdient!

WAS habe ich nur angestellt ...

Soweit meine Gedanken, die Stopschild-Pedition ist übrigens von mir unterzeichnet worden!