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Silverstone Precision Series PS07 Gehäuse

Präzise in allen Belangen?

Seite 1: Silverstone Precision Series PS07

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Silverstone schickte uns mit dem PS07 ihr neuestes PC-Gehäuse aus der Precision Serie. Das kompakte Gehäuse für Micro-ATX Systeme möchte mit schlichtem Design und flexiblem Aufbau überzeugen, zusätzlich winkt das ein oder andere Gimmick.

Das Pecision Series PS07 PC-Gehäuse erreicht uns Silverstone typisch in einem großen braunen schlichten Karton. Zwar sind die Spezifikationen, als auch das ein oder andere Feature auf der Verpackung hervorgehoben, dies allerdings nur in schwarzer Schrift ohne Bilder. Das Gehäuse kommt eingehüllt in eine Folie und durch Styropor gut gepolstert beim Anwender an. Das Styropor hält das Gehäuse soweit auf Abstand, dass auch das ein oder andere kleinere Malheure des Transportunternehmens unbeschadet überstanden werden kann. Der weitere Lieferumfang wie zum Beispiel Schrauben und Bedienungsanleitung findet sich fixiert innerhalb des Gehäuses.



Befreit man das Precision PS07 aus Karton, Styropor und Folie, steht das kompakte Gehäuse vor einem. Mit der Zielgruppe für Micro-ATX Systeme sollte man keine Übergrößen erwarten, insgesamt wirkt das Gehäuse durch seine Breite etwas bullig. In Sachen Gewicht bringt das hauptsächlich aus Stahl gefertigte PS07 gut 5,2 kg auf die Waage und gehört somit zu den leichteren Behausungen für PCs. Neben den verwendeten Materialien dürfte dies vor allem den kompakten Ausmaßen geschuldet sein.

Die Front des Gehäuses teilt sich in drei Bereiche auf. Am linken Rand findet sich ein Streifen aus Aluminium welcher, neben den Tastern auch die Frontanschlüsse für USB 3.0 und Audio, die Status-LEDs beherbergt. Der Rest der Front teilt sich in den oberen Bereich mit zwei Laufwerksschächten, welche sich durch eine Druckmechanik sehr leicht von ihrer Abdeckung befreien lassen, und in den unteren Bereich, welcher hinter einer Tür zwei 120mm Lüfter verbirgt. Die zwei Lüfter ziehen durch seitliche Aussparungen Luft ein, so dass die Front eine durchgehende Fläche darstellt. Durch einen abnehmbaren Staubfilter vor den Lüftern soll verhindert werden, dass Staub in das Gehäuse eindringt.

Trotz der Tatsache, dass der Großteil der Front aus Kunststoff gefertigt ist, wirkt alles in allem doch sehr hochwertig und der Look aus gebürstetem Aluminium wird überzeugend imitiert.



Die Oberseite des Precision PS07 gestaltet sich schlicht und weicht nur im hinteren Teil durch einen Lufteinlass ab. Der Lufteinlass dient dem Netzteil zur Versorgung mit Frischluft und wird von einem Staubfilter bedeckt. Dieser ist nicht fest montiert, sondern haftet durch kleine Magnete in den Ecken am Gehäuse. Silverstone setzt beim PS07 auf Überdruck, um Staub aus dem Rechner fern zu halten, die zwei Lüfter in der Front erhöhen den Druck also so, dass aus allen nicht von Staubfiltern geschützten Öffnungen Luft aus- statt einströmt.

Die Seitenwände sind durch Daumenschrauben befestigt und lassen sich somit leicht ohne Schraubendreher lösen. Die Wände schließen bündig, ohne dass etwas ruckelt oder klappert, hier zeigt sich auch die hohe Verarbeitungsqualität, hat man bei manch anderem Gehäuse öfter mal zu hohe Spaltmaße, so dass sich Vibrationen störend äußern. Hat man die Seitenwände abgenommen, lässt sich auch der Deckel abmontieren. Dieser ist allerdings mit herkömmlichen Schrauben befestigt.

Schaut man sich den Boden des Gehäuses an, fallen die großen Gummifüße auf. Diese sind im Vergleich zu manch anderen Ausführungen bei der Konkurrenz sehr weiche gehalten.


Nimmt man die Seitenwände ab, präsentiert sich das Innere des Precision PS07, welches auf den ersten Blick sehr beengt wirkt. Direkt ins Auge sticht neben dem Festplattenkäfig, welcher vor den Lüftern platziert ist, eine Vorrichtung am Boden in der hinteren Hälfte des Gehäuses. Diese Vorrichtung lässt sich nach oben beziehungsweise unten hin einstellen und dient zur Unterstützung schwerer CPU-Kühler. Ein wenig müssen wir an dieser Stelle die Sinnhaftigkeit allerdings anzweifeln, zum einen besitzen die meisten Kühler ein Gewicht, welches durch die Backplates am Mainboard problemlos gehalten werden, zum anderen dürfte Platz und Notwendigkeit für solch exorbitante CPU-Kühler in einem so kompakten Gehäuse nicht gegeben sein.

Im inneren zeigt sich die Flexibilität des PS07, so lässt sich der Festplattenkäfig komplett entnehmen, entweder zur einfacheren Montage, oder aber um etwas Platz zu schaffen, da der Käfig nicht benötigt wird. Auch wenn mehrere Festplatten montiert werden, muss man sich durch die Positionierung direkt hinter den Front-Lüftern keine Sorgen um deren Temperatur machen. Der Festplattenkäfig ist auf der Innenseite mit Moosgummi beschichtet, um Vibrationen und somit die Geräusche der Festplatten zu reduzieren. Auf eine weitere Entkoppelung der Festplatten verzichtet Silverstone trotz ausreichend Platz zu den Seiten.

Der Festplattenkäfig teilt sich in zwei Teile, welche nacheinander demontiert werden können. Der obere Teil bietet Platz für vier 3,5 Zoll Laufwerke, in den unteren können noch ein weiteres 3,5 Zoll und ein 2,5 Zoll Laufwerk montiert werden. Möchte man den PC nur mit SSD oder einer Festplatte betreiben, so lassen sich im ersten Fall beide Teile komplett demontieren oder aber man demontiert nur den oberen Teil. Somit kann man dem Luftstrom mehr Platz bieten, um unbehindert durch das Gehäuse zu strömen.

Das PS07 bietet Platz für vier Erweiterungskarten, welche eine Länge von bis zu 13,5 Zoll beziehungsweise gut 343mm haben dürfen, auch mit eingesetztem Festplattenkäfig ist ausreichen Platz für längere Grafikkarten vorhanden.

Der Mainboardträger lässt sich durch drei Schrauben lösen und einfach entnehmen. Zwischen selbigem und der linken Seitenwand ist mit 21mm genügend Spielraum zum Problemlosen verlegen der Kabel vorgesehen. Zudem finden sich immer wieder Laschen zur Befestigung der Kabel mit Drähten oder Kabelbindern.





Technische Daten / Lieferumfang

Silverstone legt dem Precision PS07 neben der Bedienungsanleitung noch einen Einbaurahmen für 3,5 Zoll Geräte in einen der 5,25 Zoll Laufwerksschächte, einen Adapter internes USB 3.0 auf USB 2.0, sowie ein Tüte mit Schrauben und Kabelbinder bei.



Technische Daten Silverstone PS07
Abmessungen210 x 374 x 400 mm (BxHxT)
Gewicht5,2 kg
Mainboard-FormfaktorenMicro-ATX, DTX, Mini-ITX
MaterialFront: Kunststoff, Alumnium
Body: Stahl
Kabelraum hinter Mainboardträger21mm
Max. Bauhöhe CPU-Kühler165mm
max. Erweiterungskartenlänge343mm (13,5 Zoll)
Frontanschlüsse2 x USB 3.0, Front Audio (In/Out)
Lüfterplätze2 x 120mm Front (bereits mit Lüftern belegt)
1 x 120mm Rückseite
Laufwerksplätze2 x 5,25 Zoll extern

5 x 3,5 Zoll intern
1 x 2,5 Zoll intern



Verarbeitung

Die Verarbeitung kann sich sehen lassen, scharf Kanten oder Ecken sucht man vergeblich. Auch die verwendeten Materialien überzeugen, so wirkt das verarbeitete Metall und der Lack sehr hochwertig und die in Kunststoff gehaltene Front wirkt trotz den günstigeren Werkstoffes weder billig, noch bricht sie mit der Optik des restlichen Gehäuses. So kann die Front den Look von gebürstetem Aluminium überzeugend imitieren. Schaut man allerdings genauer hin, so fallen einem gerade beim Lösen vormontierte Schrauben durch die Schrauben verursachte Lackschäden auf. Bei von uns in ausreichendem Umfang festgezogenen Schrauben trat dieses Problem nicht auf und dürfte auf zu starkes Festziehen seitens Silverstone zurückzuführen sein.

Der Korpus ist zwar aus Stahl gefertigt, trotzdem wurde aber nicht bei der Dicke der Bleche gespart, so wirkt alles sehr stabil, von sich unter leichtem Druck verbiegenden Teilen und ungenauen Spaltmaßen keine Spur.
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