Motorola Moto 360 Smartwatch im Test

Rund und edel

Seite 1: Motorola Moto 360

Im März dieses Jahres hat Motorola die Moto 360 offiziell vorgestellt, doch erst seit kurzem ist die Uhr auch wirklich hierzulande im Handel erhältlich. Die lange Wartezeit haben interessierte aber sicherlich gerne in Kauf genommen, ist die Moto 360 doch die erste Runde Smartwatch die auch einer klassischen Armbanduhr ähnlich sieht. Wir haben uns das Gadget fürs Handgelenk genauer angesehen und die Uhr auf Alltagstauglichkeit überprüft.

Bisher waren Smartwatches eher als Technikspielzeug verpönt und auch direkt als solches auszumachen. Das quadratische Design hatte dabei eher weniger mit einer klassischen Armbanduhr gemein, doch dies soll sich nun ändern. Als eine der ersten Smartwatches im runden Formfaktor – hier ist nur die LG G Watch R eine Alternative – verfolgt Motorola ein klassisches zeitloses Design das auch im Alltag funktionieren soll.


Motorola verpackt die Moto 360 in einem wertigen Edelstahlgehäuse, mit dem man eine klare Linie verfolgt, die sich möglichst nahe an ein klassisches Uhrendesign anlehnen soll. Unterstützt wird dies durch die runde Formgebung in Verbindung mit einem zeitlosen Lederarmband, was den Stil weiter unterstreichen soll. Gut gelungen ist Motorola hier auch der Homebutton auf der rechten Seite, der einer klassischen Uhrenkrone nachempfunden wurde. Ein sehr netter Akzent ist auch das man diesen in Gold eingebettet hat, absolut klassisch.


Mit den Abmessungen 46 x 46 x 11 Millimeter ist die Moto 360 weniger für besonders zierliche Handgelenke geeignet, folgt aber dem aktuellen Trend immer größer werdender Herren-Armbanduhren. Nach einer kurzen Eingewöhnung ist dann aber auch der große Durchmesser des simulierten Ziffernblattes kein Thema mehr. Etwas klobig hingegen wirkt die Gehäusehöhe von stolzen 11 Millimetern. Diese springt etwas aus dem ansonsten schlank gehaltenen Gesamtbild heraus. Motorola hat die Moto 360 gegen Staub und kurzweiligen Kontakt mit Wasser nach der IP67-Norm abgedichtet.

Technische Daten
Formrund
BetriebssystemAndroid Wear 4
Display1,5 Zoll 320 x 290 Pixel LCD
SoCTexas Instruments OMAP 3
Arbeitsspeicher512 MByte
Speicher4 GByte
ÜbertragungsstandardBluetooth 4.0 LE
SensorenSchrittzähler, Herzfrequenz, Gyroskop, Lichtsensor
Akku320 mAh, wird kabellos geladen (QI)
Abmessungen46 x 46 x 11mm
Gewicht49 Gramm
Preis249,- Euro

Die technischen Spezifikationen der Moto 360 wurden nach Bekanntwerden des Texas Instruments OMAP 3 SoCs bereits heiß diskutiert. Dieses System on a Chip wurde schon in Motorolas Smartphones 2010 verbaut und ist damit nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. LG nutzt bei seiner G Watch R hier zum Beispiel das aktuelle Snapdragon 400 SoC von Qualcomm mit 1,2 GHz. Weiter stehen 512 MByte Arbeitsspeicher und 4 GByte interner Speicher für Daten zur Verfügung. Die Übertragung von Daten findet via Bluetooth 4.0 LE (Low Energy) statt, was eine besonders energiesparende Kommunikation zwischen Smartwatch und Smartphone ermöglicht. Die Energieversorgung übernimmt ein 320 mAh Akku, der kabellos über die im Lieferumfang enthaltene Ladestation geladen werden kann.


Das runde Display der Moto 360 ist das Highlight und die große Neuerung bei Smartwatches. Dieses löst wie die Konkurrenz mit 320 Pixeln auf und setzt auf LCD-Technologie. Geschützt wird das Display durch Gorilla Glass 3. Die Farbe und Kontrast bleiben auch bei Blickwinkelveränderungen sehr gut. Alleinstellungsmerkmal ist hier auch der Lichtsensor, der die Helligkeit des Displays automatisch reguliert und damit an die Lichtverhältnisse der Umgebung anpasst. Untergebracht ist dieser in einer schwarzen Leiste im unteren Display-Rand, die das Display durchbricht. Manuell lässt sich die Displayhelligkeit in fünf Stufen regulieren. Im Test hat sich gezeigt, dass im Alltag bereits die ersten beiden Stufen absolut ausreichend sind. Einen „Immer ein“ Modus hat die Moto 360 nicht, auch im aktiven Zustand deaktiviert sich das Display beim Wegdrehen nach einigen Sekunden. Aktiviert wird das Display durch die typische Armbewegungen, welche beim Nachschauen der Uhrzeit gemacht wird. Alternativ steht hier auch der Homebutton zur Verfügung.


Betrachtet man das Display näher, so fallen zwei Aspekte negativ auf. Zum einen ist dies der bereits angesprochene Durchbruch im Display für den Helligkeitssensor. Auch wenn dieser nicht allzu breit ist, stört dieser das Gesamtbild und führt optisch zum Stilbruch. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Glasabschleifung im Randbereich, was für einen optischen Versatz sorgt und diesen noch größer wirken lässt. Beim seitlichen Betrachten rund um das Display entstehen so auch Fehldarstellungen.
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Kategorie: Wearables
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