Test: Studiomonitor Headphone Yamaha HPH-MT8

Starker HiFi-Auftritt

Studiomonitor Headphone Yamaha HPH-MT8

Beim Headphone MPH-MT8 setzt Yamaha seine Studiomonitor-Maxime einer authentischen Wiedergabe des Ursprungsmaterials konsequent fort: „Die HPH-MT8 Kopfhörer wurden für akkurate Wiedergabe und hochauflösenden Klang entwickelt. Sie zeichnen sich durch ein präzises Stereobild, detaillierte Mitten und Höhen sowie satten Bass aus.“

Diese Yamaha-Aussagen machen den Kopfhörer nicht nur für seinen eigentlichen Bestimmungszweck, dem professionellen Monitoring, sondern auch für HiFi-Anwendungen sehr interessant. Zumal der Onlinepreis von aktuell 180,- € geradezu verlockend klingt.


Beim Yamaha MPH-MT8 handelt es sich um einen ohrumschließenden, geschlossenen Kopfhörer, dessen dynamisches System mit CCAW Schwingspulen arbeitet. Solche Wandler gelten als besonders leistungsstark, weil kupferbeschichtete Aluminiumdrähte die schwingende Spulenmasse reduziert. Diese Technologie ermöglicht einen großen linearen Übertragungsbereich und unterstützt die verzerrungsarme Klangreproduktion bis in die höchsten Tonbereiche.

Gestaltung und Verarbeitung

Schon der Inhalt der ansprechenden Verpackung zaubert dem Käufer ein Lächeln ins Gesicht. So hat Yamaha dem optisch und haptisch ausgezeichnet wirkenden Kopfhörer neben einem vergoldeten 6,3 mm Anschlussadapter zwei hochflexible Anschlusskabel mit in den Karton gelegt, wovon eines als Spiralkabel ausgeführt ist. Ein Aktionsradius von jeweils ca. drei Metern ermöglicht es dem User, den Hörplatz relativ frei zu wählen. Auch an einen Transportbeutel hat Yamaha gedacht.

Auch bei näherer Betrachtung des Kopfhörers hält die Freude unvermindert an. Materialqualität und Detailverarbeitung zeigen sich für die Preisklasse geradezu sensationell. Die weichen Ohrpolster aus Kunstleder überzeugen dabei qualitativ ebenso wie die professionell stabile und leichtgängige Ausführung der Bügelmechanik.


Der MT8 präsentiert sich sehr hochwertig ausgeführt

Gewisse Zweifel kommen jedoch auf, ob die etwas dünne Bügelpolsterung auf empfindlichen Häuptern genügend Komfort bietet. Clever gelöst zeigt sich dagegen die faltbare Bügelkonstruktion: Für den platzsparenden Transport werden die Hörmuscheln nach innen geklappt und gegeneinander gelegt. Somit erreicht man nicht nur ein kompaktes Packmaß, sondern es werden auch die Membranen gut geschützt.

Der MP8 in kompakter Transportstellung

Mit einem satten Klick führt der User den Anschlussstecker in die Buchse der linken Ohrmuschel und verriegelt ihn mit einem leichten Dreh. Eine solche Verbindung schafft Vertrauen!

Die profihaft robuste Ausführung des MT8 führt zu einem Gesamtgewicht von stattlichen 350 Gramm (ohne Kabel). Damit ist er für mobile Einsätze nicht unbedingt erste Wahl. Als HiFi-Kopfhörer für den stationären Einsatz eingesetzt stört das Gewicht aber kaum.

Handling und Tragekomfort

Der MT8 lässt sich durch die feine Bügel-Rastung problemlos an unterschiedliche Kopfformen anpassen und sitzt an normal großen Köpfen angenehm straff. Dies sorgt zusammen mit den anschmiegsamen Ohrpolstern dafür, dass eine bemerkenswert gute Schallisolierung zur Außenwelt entsteht.

Die etwas asymmetrische Konstruktion bietet beste Ergonomie, sodass der Kopfhörer auch nach stundenlangen Tragen kaum wahrgenommen wird. Auch Brillenträger kamen im Test mit der Passform der Hörer-Konstruktion gut zurecht.

Die leicht asymmetrische Form sorgt für eine überzeugende Passform

Wie befürchtet, führte die recht dünne Bügelpolsterung bei einigen Testhörern jedoch zu einem unangenehmen Druck an der Kopfauflage, was sich auch durch veränderte Einstellungen kaum verbessern ließ.

Solide Messwerte

Der von uns gemessene Übertragungsbereich von 16 Hz - 30 kHz (+/- 6dB) deckt alle vom Menschen wahrnehmbaren Töne ab.

Der Frequenzgang

Betrachtet man den Frequenzverlauf genauer, so ist zunächst eine leichte Pegelanhebung im „Normalbass“ zu erkennen, was einem satten Grundton gleichkommt. Im Bassbereich unterhalb 50 Hz sinkt der Pegel jedoch kontinuierlich ab, wodurch eine tendenziell schlanke Tiefbasswiedergabe zu erwarten ist. Der Mitteltonbereich, welcher unter anderem die Abbildung von Vocals bestimmt, zeigt sich neutral bis zurückhaltend. Die leicht präsenten Höhen deuten letztlich auf eine lebendige Wiedergabe mit guter Auflösung hin.

2 x 37 Ohm System-Impedanz erweisen sich als praxisgerecht und unkritisch. Auch Smartphones oder Tablets kommen damit problemlos zurecht. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit von 102 dB/mW werden keine übertriebenen Anforderungen an die treibenden Verstärker-Endstufen gestellt. Hohe Lautstärken sind somit auch bei schwach ausgesteuerten Aufnahmen oder älteren Handys problemlos zu erzielen.

Top-Sound sogar am Handy

Der MT8 machte im Hörtest schnell klar, dass er die Produktionsqualität des Quellmaterials konsequent herausarbeitet und sogar in der Lage ist, die speisende Hardware zu charakterisieren. Trotzdem ist der MT8 alles andere als ein Analytik-Monster.

Bietet man ihm gute Produktionen (auch MP3) über eine ordentliche Elektronik an (ein modernes Smartphones reicht), dann gibt er dem Zuhörer gern einmal eine Kostprobe seiner klanglichen Performance. So z.B. beim MP3- Song „Alles Neu“ von Peter Fox, abgespielt vom Samsung A3-Handy über die Google- Player-App. Beeindruckend präsent und ausdrucksstark bildete der MT8 hier Fox‘ Stimme ab und präsentierte druckvoll den stampfend-treibenden Bass, der dem Stück mitreißenden Rhythmus verlieh. Leichte Unsauberkeiten der Aufnahme in Form kleiner Stimm-Rauheiten verschwieg er aber trotzdem nicht. Ein ähnlich positives Bild ergab sich auch bei Sophias „The Drifter“, welches ebenfalls als MP3-Track dargeboten wurde.


Klangliche Höhenflüge

Von hochwertiger Elektronik bedient und mit besten Musik-Files gefüttert, setzte der Yamaha MPH-MT8 dann zu einem klanglichen Höhenflug an. Die Bässe gewannen an Kontur und Schub, Gesangsstimmen wirkten lifehaftig-körperhaft und Instrumente brillierten mit reichen, natürlichen Klangfarben. Die Raumabbildung gelang dem MT8 dabei glaubhaft und ermöglichte eine recht präzise Ortung der Klangquellen.

Vor allem aber gelang es dem Yamaha nun, feinste Details im Musikgeschehen herauszustellen. So mancher Song erstrahlte damit in neuem Licht. Als eindrucksvolles Beispiel sei hier die Stockfisch-Aufnahme „Fause“ vom Sampler Vol 5 angeführt, vom FiiO X3 High Res-Player in 44 kHz/ 24 Bit Auflösung dargeboten. Von einem fülligen, konturiertem Bass untermalt, wurde die Stimme der großartigen Sängerin in allen Nuancen derart plastisch-real zelebriert, dass es dem Zuhörer die berühmte Gänsehaut auf den Rücken zauberte. Oft sogar von hochwertigen Schallwandlern unterschlagen, kam hier bei aller Bassmacht und Stimmdominanz auch das feine Gitarrenspiel im Hintergrund gebührend zum Tragen und rundete das Stück zu einem audiophilen Leckerbissen ab.


Schlanker Ultrabass

In die Begeisterung über die klangliche Leistungsfähigkeit des MP8 mischte sich aber auch ein kleiner Wermutstropfen. Wie bei den Messwerten schon angedeutet, reproduzierte der MT8 selbst an einem FiiO X3 Mark III ultratiefe Bässe eher zurückhaltend.

Dies bestätigte sich, als unsere bewährte Creek EVO-Kette als Zuspielerin zum Einsatz kam und die Stereoplay-CD „High End Reference Tracks“ im CD-Player lag. Vor allem bei den mächtigen 20 Hz- Bässen der Orgelsymphonie Nr.5 von Charles-Marie Widor im Track 13 der CD wurden dem Yamaha seine Tiefbassgrenzen aufgezeigt.

Gut, in den allermeisten Stücken kommen solche Ultrabässe nicht oder nur sporadisch vor. Deshalb wollen wir die Kirche im Dorf lassen. Für 180 € kann man nicht alles haben.

Die Konkurrenz

Den Klangvergleich mit dem kürzlich bei Technic3D sehr gut getesteten Beyerdynamic DT 240 PRO entschied der Yamaha MPH-MT8 durch seine ausgewogenere und detailreichere Spielweise bei ähnlicher Bassperformance klar für sich. Da der Yamaha aber etwa das Doppelte kostet, sollte der Vergleich nur als Orientierung gesehen werden.

In einer ähnlichen Preisliga wie der MT8 spielt Teufels Mute BT, welcher aber mit Bluetooth und Noise-Cancelling ausgestattet ist. Kann man auf solche Futures verzichten, erhält man mit dem Yamaha MT8 einen Kopfhörer, der dem Teufel Mute BT klanglich in fast allen Belangen überlegen ist.

Fazit

Der von Yamaha als Studiomonitor Headphone ausgewiesene MHP-MT8 ist keineswegs nur für professionelles Monitoring einsetzbar. Auch als hochwertiger HiFi-Kopfhörer ist er mit seiner transparenten Spielweise und immensen Detailauflösung eine gute Wahl für anspruchsvolle Musikfreunde.

Der MHP MT8 präsentiert sich tadellos verarbeitet und bei Verwendung hochwertiger Materialien sehr stabil ausgeführt. Die ergonomische Gestaltung des Kopfhörers gewährleistet auf den meisten Köpfen besten Tragekomfort. Lediglich empfindliche Häupter könnten die etwas dünne Bügelpolsterung als unangenehm empfinden.

Für den Transport lässt sich der Kopfhörer platzsparend zusammenklappen und in den beiliegenden Stoffbeutel verstauen. Trotz der guten Transportlösung ist der MT8 eher für den stationären Einsatz zu empfehlen. Mit den auswechselbaren Anschlusskabeln ergibt sich für den User ein Aktionsradius von etwa drei Metern um das Quellgerät.

Die Anschlusswerte des MT8 erweisen sich als unkritisch, sodass er auch mit aktuellen Smartphones harmoniert. Das volle klangliche Leistungsspektrum ruft der Yamaha aber an hochwertiger Elektronik mit gut produzierten Musikstücken ab.
Liegen solche Voraussetzungen vor, wird Musikhören mit dem MT8 zu einem wahren Soundfest sprühender Klangfarben, mitreißender Dynamik und ausdrucksstarkem Gesang. Da stört es auch nicht wirklich, dass tiefste Bässe eher zurückhaltend ans Ohr gebracht werden.

Kein Zweifel, Yamaha hat mit dem Headphone MPH-MT8 ein Gesamtpaket geschnürt, welches beste Verarbeitungsqualität, hervorragende Passform und Top-Klang vereint.
Für Technic3D ist das der neue Maßstab in der 200 Euro-Klasse.


Hinweise zur Bewertung
Die Bewertungskriterien basieren auf Art und Bauform des Kopfhörers.
Die Bewertung erfolgt in Relation zum Preis.
Der Yamaha MPH MT8 wird online aktuell für ca. 180 € angeboten.

Bewertung

Gestaltung und Verarbeitung10 von 10 Punkten
Handling und Tragekomfort19 von 20 Punkten
Daten und Messwerte9 von 10 Punkten
Bass-Performance18 von 20 Punkten
Neutralität/ Ausgewogenheit10 von 10 Punkten
Transparenz des Klangbildes10 von 10 Punkten
Gesangsstimmen und Sprache10 von 10 Punkten
Qualität der Höhen10 von 10 Punkten

Gesamt:

96 /100 Punkte
Note:1,0
Testurteil: sehr gut

award gold blacks



Bewertungs-Schlüssel:

Punkte: 100 - 91Note: 0,6 - 1,4 Testurteil: sehr gut
Punkte: 90 - 80Note: 1,6 - 2,4 Testurteil: gut
Punkte: 79 - 67Note: 2,6 - 3,4 Testurteil: zufriedenstellend
Punkte: 66 - 50Note: 3,6 - 4,4 Testurteil: mäßig
Punkte: 49 - 30Note: 4,6 - 5,4 Testurteil: schlecht
Punkte: 29 - 0Note: 5,6 – 6,0 Testurteil: unzureichend



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