Hervorgegangen aus einem Tischlereibetrieb für hochwertige Möbel stellt PYLON AUDIO HiFi- und High End Lautsprecher her, die sich durch hervorragenden Klang und ausgezeichnete Gehäusequalitäten bei gleichzeitig überschaubaren Preisen weltweit einen Namen gemacht haben.
Aus dem reichhaltigen Lautsprecherangebot haben wir die Diamond monitor 18 mkII für den Test ausgewählt, eine neu konzipierte, stattliche Kompaktbox für mittelgroße Räume.
PYLON AUDIO schreibt dazu:
Jedes Element der zweiten Generation wurde neu überdacht, von den Treibern über das Gehäuse bis hin zur Frequenzweiche. Das Ergebnis ist der Diamond Monitor 18 mkII mit seiner verfeinerten Dynamik im Tieftonbereich, der einen kontrollierten und subtilen Bass liefert. Zusammen mit einer ausgezeichneten Balance zwischen Mitten und Höhen sorgt er für eine bemerkenswerte Natürlichkeit bei der Wiedergabe von Instrumenten und Stimmen. Der geschaffene akustische Raum ermöglicht eine präzise Lokalisierung einzelner Instrumente, was zu einem sauberen und klaren Klang für jeden Ton führt.
Für ein Boxen-Pärchen werden in Abhängigkeit von der gewählten Ausführung im Fachhandel
Gegenwärtig etwa 1750 bis 1900 € aufgerufen.
Ausführung, Verarbeitung und Handling
Mit Abmessungen 420 x 196 x 379 mm (H x B x T) wirkt die Diamond 18 mkII durchaus stattlich, dazu bringt sie satte 10 kg pro Box auf die Waage. PYLON bietet den Lautsprecher mit verschiedenen Echtholz-Furnieren und in lackierten Ausführungen, sogar mit wählbaren RAL-Farbtönen an.Die Erscheinung der Diamond 18 hat schon etwas Magisches. Die leicht nach hinten geneigten, ohne jede Rundung ausgeführten Gehäuse wirken modern und dynamisch.
Man braucht nur einen Blick, um von der unglaublich präzisen Verarbeitung höchstwertig erscheinender Materialen geradezu geflasht zu werden.
Die Kantenausführungen unserer Testbox mit Walnuss-Furnier erwies sich auch bei genauer Betrachtung als perfekt und ungleiche Spaltmaße der Passungen für die Chassis, dem Bassreflexrohr und den Terminal waren mit bloßem Auge nicht auszumachen.
Die dezente Beschriftung auf der Front rundet letztlich die ausgezeichnete Anmutung des Diamond-Outfits ab.
Neben der Gehäusegestaltung hinterlassen die Chassis von Seas und Scan Speak, wie auch das bündig eingelassene Terminal mit seinen bestens händelbaren, massiven Polklemmen einen optisch wie haptisch überaus positiven Eindruck.
Pug In ausgestattet.
Beschichtung rund um die Hochtonkalotte
des Scan Speak-Tweeters.
Sehr erfreulich, dass der Membranschutz durch einen magnetisch anclippbaren Frontrahmen mit Texilbespannung gebührende Beachtung bei der Designentwicklung gefunden hat.
Etwas unverständlich erscheint uns allerdings, weshalb PYLON AUDIO bei dieser nahezu perfekten Lautsprechergestaltung auf Gewinde-Inserts zur Befestigung von Spikes oder Absorbern verzichtet hat. Stattdessen liegen dem Paket acht mickerige Klebefüßchen bei.
Löblich dagegen, dass der User auch zwei Schaumstoff-Stopfen im Paket findet, mit denen er bei Bedarf die Öffnungen der Bassreflexrohre zur Reduktion der Tiefen verschließen kann.
Nach Entfernen des Bass-Chassis wird der Blick ins Innere der Box frei. Uns erstaunt nicht wirklich, dass auch hier sauber und solide gearbeitet wurde. Das gilt für die innere Verstrebung ebenso wie für das Anbringen der dicken Dämpfungsschichten an den Seitenwänden.
Die Chassis sind mit der inneren Verkabelung, welche aus normalen Kupferlitzen mit passablem Querschnitt besteht, verlötet und nicht wie üblich, nur gesteckt.
Eine Überraschung gab es trotzdem: Die Frequenzweiche zeigt sich in Freiverdrahtung (also ohne Platine) realisiert und schwingungsgedämpft in Schafwolle eingehüllt.
Durchdachtes Konzept
Der Diamond 18 MKII- Monitor wurde als klassische Zweiwege-Bassreflexbox konzipiert. Die Frequenzweiche, welche ausschließlich aus linearen Komponenten wie Luftspulen und Polypropylen-Kondensatoren hoher Qualität besteht, trennt die Arbeit der Chassis bewusst mit geringer Steilheit, um Phasenfehler am Trennpunkt klein zu halten und Gruppenlaufzeiten zu minimieren.Dabei wurde die Übergangsfrequenz (etwa 2,5 kHz) so gewählt, dass der Tieftonlautsprecher bis in den Bereich der oberen Mitten arbeiten kann, bevor der Hochtöner übernimmt. Beide Chassis spielen somit in ihrem Komfortbereich, der ein Minimum an Klirr garantiert.
Eine aufwändige Verstrebung verleiht dem 18 mm HDF-Gehäuse hohe Stabilität und gibt den Gehäusewänden kaum eine Resonanz-Chance. Für die innere Dämpfung nutzt PYLON Schafwolle und bekleidet die internen Gehäuseflächen mit einem zähen Schaumstoff-Dämmmaterial.
Das Boxen-Design mit nach hinten fliehender Schallwand ist nicht nur dem Anblick geschuldet, sondern zielt neben der Reduzierung stehender Wellen darauf ab, die akustischen Zentren von Tweeter und Tief-Mitteltöner senkrecht übereinander zu legen. Somit werden Phasendifferenzen zwischen Tief- und Hochton minimiert, was klanglich der räumlichen Ordnung und Staffelung zugutekommt.
Pylon bedient sich beim Tief- Mitteltöner des eigenhändig modifizierten 18-cm „Seas- Prestige CA18RLY/P“- Chassis, dessen kräftiger Antrieb eine beschichtete, leichte Zellulosemembran beschleunigt und einen Phase Plug im Membran-Zentrum trägt.
Das solide Chassis trumpft mit einem extrem steifen Spritzguss-Metallkorb auf und ist mit satten 80 Watt dauerbelastbar. Ein mächtiges Magnetsystem sorgt für einen Wirkungsgrad von beachtlichen 90 dB/W/m und beschert dem Lautsprecher einen Frequenzbereich von 35 Hz bis 3 kHz.
Beim Hochtöner handelt es sich um eine für die Diamond 18 optimierte Version der bewährten, kürzlich neu konzipierten 20 mm- Gewebekalotte „D 2010/852100“ des renommierten dänischen Herstellers Scan Speak.
Dieser Tweeter überzeugt durch einen linearen Frequenzgang von etwa 2 kHz bis 20 kHz, ist mit max.150 Watt (dauer-RMS) hoch belastbar und glänzt mit geringen Klirrwerten sowie einem breiten Abstrahlverhalten.
Eine Besonderheit stellt hierbei die Zellgummi-Dämpfung zur Reflexions-Reduzierung dar, welche die Kalotte außen einrahmt. Die geringe Resonanzfrequenz von lediglich 550 Hz rundet die gute Vorstellung das Hochtöners ab.
Klangrelevante Daten und Messwerte
Für den Frequenzgang gibt PYLON AUDIO einen Bereich von 37 Hz bis 20 kHz (ohne Pegelbezug) an. Die obere Grenzfrequenz von 20 kHz konnten wir bei -3 dB in etwa bestätigen. Der Wert ist praxisgerecht und o.k., aber kein Glanzlicht.Bei den Tiefen haben wir im Testlabor die untere Grenzfrequenz mit 42 Hz (-6 dB) ermittelt. Mit diesem Messwert macht die kompakte Pylon durchaus gehobene Bass-Ambitionen geltend.
Der Impedanzverlauf zeigt sich gutmütig und damit endstufenfreundlich. Die Nennimpedanz von 4 Ohm wird im gesamten Wiedergabe-Frequenzband nicht unterschritten.
Bei 160 Hz erreicht die Impedanz den Minimalwert von 4,5 Ohm. An die Laststabilität der Endstufe werden somit nur geringe Anforderungen gestellt. Die Maximalimpedanz von lediglich 21 Ohm tritt bei 1,9 kHz auf. Somit kommen sogar gut gemachte Röhren-Amps als Spielpartner für die Pylon in Frage.
Legt man den von PYLON AUDIO genannten Wirkungsgrad (Kennschalldruck) von 87 dB/W/m zugrunde, reicht bereits eine Verstärkerleistung von ca. 15 Watt RMS aus, um der Box ihren Maximalpegel zu entlocken.
Damit der Lautsprecher einerseits vor Clipping und andererseits vor Überlastung geschützt wird, empfehlen wir für die Diamond 18 mkII Verstärker-Endstufen, die pro Kanal eine Ausgangsleistung von 30 bis 70 Watt RMS an 4 Ohm liefern können.
Sorgfältiges Einrichten ist Pflicht
Die beiden PYLON-Stereolautsprecher zeigten sich im Test recht aufstellungs-kritisch. Nach einer gebührenden Einspielzeit (> 40h) erhielten wir in unserem akustisch weitgehend neutralen Hörraum die beste Klang-Performance, wenn die Boxen auf Stativen platziert waren und mit einem Abstand von min. 40 cm zur hinteren Wand und min. 60 cm zu jeder Seitenwand musizieren durften.Als perfekter Hörabstand erwies sich eine Distanz von 2,5 - 3,5 Metern, wobei die Lautsprecher leicht nach außen gerichtet waren.
Nach unserer Testerfahrung ist die Box in akustisch unproblematischen Wohnzimmern von 15 bis ca. 30 qm Größe sehr gut aufgehoben. Die beste Klangerfahrung machten wir allerdings (auch) mit der Diamond 18 mkII, wenn die DSP-Raumanpassung in der steuernden Elektronik aktiviert war.
Hörerlebnisse
Die Box beherrscht das harmonische, feingeistige Spiel, zeigt sich aber wenn‘s drauf ankommt, kraftvoll-zupackend und basspotent. Diese Tugenden stellte sie im Stück „ Seeker“ von Hiromi prachtvoll unter Beweis.Bei der anspruchsvollen Aufnahme „Julsang“ gelingt es Ihr, die wunderbare Stimme Marianne Mellnäs‘ und den Kirchen-Chor auch bei gehörigem Pegel verzerrungsfrei, glasklar und gleichzeitig emotional mitnehmend darzustellen. Gut, zum vollen Glück fehlten im Finale dann doch ein paar Hertz Orgel-Tiefgang, doch die Darbietung gehörte zweifelsfrei zum Besten, was wir seit Langem aus Kompaktboxen gehört haben.
Wenn mit dem Pylon-Monitor auch keine Tiefbass-Orgien realisierbar sind, so stellt sich die Basswiedergabe doch erstaunlich tief, raumfüllend und bestens strukturiert dar. Besonders hervorzuheben ist hier, dass sich der Bass immer sehr schön ins Musikgeschehen integriert und kein Eigenleben auf Kosten der Natürlichkeit führt.
An der natürlich-neutralen Spielweise der Box hat aber auch die recht sanfte, weitgehend artefaktfreie Hochton-Wiedergabe entscheidenden Anteil. Wir genießen mit der Diamond die Musik, ohne dass übertriebene Analytik oder spektakuläre Brillanz des Tweeters das audiophile Geschehen an sich reißt.
Dem Lautsprecher gelingt überdies eine beeindruckende Mittenpräsenz, wobei Gesangsstimmen von rauchig bis sanft authentisch wirken, „Körper“ wie auch „Brust“ besitzen und gut ortbar im Raum platziert werden.
Nicht nur bei der Stimmdarstellung beweist die Diamond ein feines Gespür für Nuancen und Schattierungen, was dem Gänsehautfaktor bei der Lieblingsmusik beträchtlich zu Gute kommt.
Dabei darf die schmucke PYLON-Box keinesfalls als Schönspielerin verdächtigt werden. Denn sie rockte bei TOOLs "Fear Inokulum" los, dass kein Fuß mehr stillstand und wusste auch das harte Anreißen von JJ Cales Gitarrensaiten im Live-Mitschnitt "After Midnight" mit gehöriger Dynamik ans Gehör zu bringen.
Obwohl der Diamond-Sound bei großen Pegeln weit oberhalb von Zimmerlautstärken bisweilen etwas angestrengt wirkt, bleibt er doch kontrolliert und gleitet nicht ins Nervige ab.
Erfreulicherweise hält die Pylon-Box selbst bei geringen Pegeln ihr Klangbild weitgehend aufrecht, was Freunde leiser Töne gerne lesen werden.
Dass die kleine Polin auch Klassik beherrscht, bewies sie beispielhaft bei Rossinis "Sonata No 2 in A Major: I. Allegro", indem sie überaus schwungvoll-transparent agierte und den Klangraum glaubwürdig abbilden konnte.
Alles in allem präsentiert sich die PYLON Diamond mkII als ein Lautsprecher, der große Spielfreude mit Wahrhaftigkeit und audiophilen Tugenden verbindet und damit das Herz anspruchsvoller Musikfreunde im Sturm zu erobern weiß.
Der Klangcharakter
Das nachfolgende Pol-Diagramm verdeutlicht die klangliche Ausrichtung (die Abstimmung) der Box. Die Klangqualität wird weiter unten (siehe „Bewertung“) differenziert dargestellt.
Klang-Vergleiche
Im Duell mit der kürzlich bei Technic3D getesteten, hervorragend klingenden Atohm Sirocco 1.24 gibt es keine klare Siegerin. Wenn auch die klangliche Abstimmung beider Kompaktboxen recht unterschiedlich ausfällt, liegen sie in der Soundqualität (und auch im Preis) sehr nahe beieinander.Stellt man die Diamond 18 mkII unserer Kompaktreferenz, der PMC twenty 22i PMC twenty 22i klanglich gegenüber, so sehen wir einen kleinen, aber doch deutlichen Vorteil bei der PMC. Betrachtet man jedoch den enormen Preisunterschied, so relativiert sich der PMC- Klangvorsprung entsprechend.
Zur Einordnung ließen wir die kompakte PYLON auch gegen unsere Standbox-Referenz, der Ulber Audio Ñora antreten. Schnell wurde hier klar, dass die Ñora mit ihrer mitnehmenden, souverän-erwachsenen Spielweise in einer anderen Liga agiert. Gehobenes High End hat natürlich seinen Preis…
Fazit
Selten haben wir in unseren Tests einen Lautsprecher wie die PYLON AUDIO „Diamond 18 mkII“ erlebt, an dem es so gut wie nichts zu bemängeln gibt.Angefangen von einem tollen Outfit über eine superbe Verarbeitung bis hin zu einem für Kompaktboxen atemberaubend guten Klang erweist sich die PYLON-Box als wahrer Edelstein.
Die Verwendung erstklassiger Materialien und einfachstes Handling runden die Top-Vorstellung der Diamond 18 mkII ab. Lediglich der Verzicht auf Inserts zur Aufnahme von Spikes oder Absorbern will uns nicht so recht gefallen.
Die klangrelevanten Daten und Messwerte zeigen sich dagegen absolut praxistauglich und geben keinerlei Anlass zur Kritik.
Mittlere Leistungen guter, nicht zu warm abgestimmter Verstärker reichen aus, um der Box die volle Klangkraft zu entlocken.
Klanglich präsentiert sich die PYLON Diamond mit einem natürlich-angenehmen Charakter, dessen Dynamik und Basspotenz mit breitbandig angelegten audiophilen Tugenden einhergehen.
Für preisbewusste Musikliebhaber*innen mit hohen musikalischen und ästhetischen Ansprüchen könnte die PYLON Diamond 18 mkII ein Volltreffer sein.
Deutscher Vertrieb: AUDIUM / Visonik, Catostr.7b, 12109 Berlin, https://vertrieb.audium.com
Bedienungsanleitung (als PDF in Englisch):
https://vertrieb.audium.com/product/pylon-diamond-18-mkii
Hintergrund-Informationen und technische Daten:
https://pylon.pl/en/diamond-series/diamond-monitor-18-mkii/
Preis (UVP) des Boxenpaares: 1750,- € bis 1900- € (je nach Ausführung)
Hiermit wurde die Klangbewertung vorgenommen:
Verstärker: Line Magnetic LM 34, Creek EVO-Amp
LS-Kabel: Reson „single solid core“
Plattenspieler: Rega Planar 6 mit Phonovorstufe Musical Fidelity V90 LPS
Streamer: WiiM Ultra
Vergleichsboxen: Atohm Sirocco 1.24, PMC Twenty 5.22i, Ulber Audio Ñora
Bewertung und Testergebnis
Das sollten Sie wissen- Alle Bewertungen orientieren sich ausschließlich am Qualitäts- Optimum der jeweiligen Produktgruppe (hier Passiv-Kompaktboxen) und stehen nicht in Relation zum Preis.
- Die Preis-Leistungsbewertung wird gesondert erstellt und berücksichtigt neben der Produktqualität auch Ausstattungsumfang und besondere Produktmerkmale.
- Die Klangbewertung wurde mit dem o.g. Test-Equipment durchgeführt und basiert auf die beschriebenen Raum- und Aufstellungsverhältnisse


Bewertungsschlüssel |
| 0,5 - 0,9 ausgezeichnet |
| 1,0 - 1,5 sehr gut |
| 1,6 - 2,5 gut |
| 2,6 - 3,5 akzeptabel |
| ab 3,6 verbesserungsfähig |
Der Technic3D- Top-Award wird für Produkte vergeben, die im Test (unabhängig vom Preis) herausragend gute Leistungen nachgewiesen haben.
Der Technic3D- Gold-Award wird für Produkte vergeben, die hervorragende Leistungen bei vergleichsweise geringen Preisen aufweisen.

