Starcraft 2: Wings of Liberty Preview

Ein Klassiker kehrt zurück

Seite 6: Battle.net 2.0

Mit dem Erscheinen von Starcraft 2 wird auch das Battle.net rundum erneuert. Das Interface sieht nun frischer, futuristisch und dem Jahrzehnt entsprechend aus. Es ist in einem angenehmen blau gehalten und vermittelt das Gefühl in einem Raumschiff zu sitzen, welches vorbei an Planeten zum Schlachtfeld fliegt. Da in Starcraft 2 kein LAN-Modus existiert wird der Spieler die meiste Zeit mit dem Battle.net Interface verbringen, welches intuitiv zu bedienen ist und uns einige Möglichkeiten bietet. So kann man in seinem Profil sich Statistiken zu seinen Siegen/Niederlagen und seine damit verbundenen Auszeichnen ansehen. Belohnt wird der fleißige Spieler nämlich durch Auszeichnungen, neue Porträts und Symbolen, die später im Spiel sichtbar sind. Außerdem steht einem eine komplette Liste der glorreichen Siege und traurigen Niederlagen der Vergangenheit zur Verfügung, so dass man einen guten Überblick über seinen letzten Spiele hat.
   
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Die weiteren Funktionen des Battle.net 2.0 sind natürlich das Starten eines Spiels (Ladder oder Custom) und das Anschauen eines Replays - einer Aufzeichnung eines alten Spieles. Für die Replay-Funktion muss man Blizzard besonders loben. So ist es nun möglich durch verschiedene Informations-Tabs während des Replays Spiele genauer zu analysieren. Beispielsweise kann man sich anzeigen lassen, wie viel die Spieler in der Minute an Mineralien und Gas abarbeiten, die Zusammensetzung der Armee, die Anzahl der Aktionen pro Minuten, die Verluste auf beiden Seiten und noch viel mehr. Dies hilft eine Niederlage besser zu verstehen: baut dein Gegner mehr Mineralien ab, ist es kein Wunder dass er später eine stärkere Armee hat. Besonders für Anfänger ist dies interessant, denn bevor man sich in den nächsten Kampf stürzt, lohnt es sich einen Moment Pause zu machen und aus seinen Fehlern zu lernen. Ein Replay kann man wahlweise aus der eigenen Perspektive, die des Gegners oder aus gar keiner anschauen. Natürlich kann man die Abspielgeschwindigkeit erhöhen und erniedrigen oder ganz zurückspringen.
    
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Als Kommunikationskanal entschied sich Blizzard für einen Instant-Messenger eingebaut in der Freundesliste. So kann man Freunden im Battle.net oder auch während eines Spiels Nachrichten schicken und sich unterhalten. Identifiziert wird man nicht über einen eindeutigen Namen, sondern über seine Email-Adresse. Ein komplett neues Feature ist die Facebook-Integration. So ist es nun möglich mit seinen Facebook-Freunden von Starcraft 2 aus zu kommunizieren. Blizzard verzichtet damit bewusst auf das bewährte Chatroom-System, welches wir noch vom Battle.net gewohnt sind. Anders als beim Vorgänger kann nun auch nicht mehr das Gateway ausgewählt werden. Dies verhindert, dass Spieler aus Europa mit Koreanern oder Amerikanern spielen können. Möchte man dies trotzdem, benötigt man eine zweite Kopie des Spiels und den Koreanischen/Amerikanischen Client.

Das Ladder-System wurde mit Starcraft 2 überarbeitet. Für Spieler, die neu im Echtzeit-Strategie-Umfeld sind, gibt es die Möglichkeit fünf Novizen Spiele zu absolvieren ehe man mit den richtigen Spielen anfängt. Bei diesen wurde die Karte manipuliert, so dass dicke Felsbrocken den Weg zum Gegner versperren, um den unerfahrenen Spielern mehr Zeit zum Aufbauen zu ermöglichen. Außerdem läuft das Spiel in einer geringeren Geschwindigkeit und ist somit noch einsteigerfreundlicher. Danach folgen die sogenannten fünf Placement-Matches, von deren Ausgang abhängt in welche Liga der Spieler platziert wird. Zur Zeit gibt es die Bronze, Silber, Gold, Platin und Diamant Liga, die nach dem Schwierigkeitsgrad sortiert sind. Erfahrene, sehr gute Spieler befinden sich also in der Diamant-Liga während Anfänger sich von der Bronze-Liga aus hocharbeiten müssen. Eine Liga wird in unterschiedliche Divisonen eingeteilt, die allesamt gleichwertig sind. Damit muss man sich nicht mit Tausenden anderen Spielern um den ersten Platz streiten, sondern nur mit den 98 Kontrahenten aus der eigenen Division.
 
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Durch gewonnene Spiele steigt die eigene Punktezahl, die anfangs noch bei 0 Punkten liegt, durch Niederlagen sinkt sie. Die genaue Anzahl der verdienten/abgezogenen Punkte wird durch den Skillunterschied berechnet. Gewinnt man gegen einen Spieler, der stärker als man selber ist, so gibt es mehr Punkte als hätte man gegen einen schlechteren Spieler gewonnen. Die genauen Berechnungen hält Blizzard unter Verschluss. Zu Beginn jedes Spiels wird angezeigt, ob der Gegner einem überlegen, leicht überlegen, ebenbürtig, leicht unterlegen oder stark unterlegen ist. Diese hilfreiche Information verrät, wie viele Punkte der Spieler in diesem Spiel ergattern kann. Um Gelegenheitsspieler stärker zu unterstützen, existiert ein Bonuspool von Punkten, der sich auffüllt, wenn man länger nicht mehr gespielt hat. Die zusätzlichen Punkte werden dann auf die nächsten Siege verteilt.

Im Laufe der Betaphase wurde es möglich mit Hilfe des Mapeditors eigene Karten zu erstellen und diese der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit dem Battle.net 2.0 ist dies nun noch leichter geworden. Beim Beitritt eines Spiels werden fehlende Karten automatisch herunter geladen. Versucht man in ein Spiel zu gelangen, welches bereits voll ist, so eröffnet man selber, wieder vollkommen automatisch, das gleiche Spiel noch einmal und wartet auf Mitspieler. Dies ist eine sehr sinnvolle Neuerung, da die Meldung ein Spiel sei voll einen oft nicht weiterbringt - wie sollte man die anderen Spieler denn auch vertreiben?
Bereits jetzt gibt es eine große Anzahl Eigener Karten, die das Spielprinzip von Starcraft 2 erweitern. Jeder, der Warcraft oder Starcraft gespielt hat, kennt die Towerdefense Karten bei denen der Spieler nur mit Hilfe von Türmen heranstürmende Monsterhorden am Vorbeilaufen hindern muss. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Blizzard verdeutlichte selbst, was mit der Game-Engine möglich ist: vor einiger Zeit zeigten sie, dass es möglich ist einen Third-Person-Shooter mit den Werkzeugen von Starcraft 2 zu erzeugen.
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