Preview: Need for Speed Shift

Asphaltbrenner oder pure Simulation?

Seite 2: Illegale Straßenrennen sind ein Tabu des Seriennachfolgers

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Bereits im September dieses Jahres geht das nächste „Need for Speed“ an die Startlinie mit der Erwartung wieder eingefleischte Need for Speed Fans zurück an den Controller oder auch an die Tastatur zu bringen. Mit einem neuen Entwicklerteam, einer anderen Ausrichtung und moderner Hochglanzoptik macht der Beiname „Shift“ nicht nur auf eine manuelle Ausführung beim Rennfahren aufmerksam.

Das Studio hört auf den etwas ungewöhnlichen Namen Slightly Mad und wird von Ian Bell geführt. Unter diesem Namen steckt der altbekannte Publisher 10tacle. Früher war ein großer Stamm der Mitarbeiter bei Sim Bin angestellt und spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen. Jene Entwickler haben nämlich GTR, Race und seine Nachfolger entwickelt. Somit besinnt sich Shift auch auf diese Wurzeln zurück und möchte so realistisch wie möglich die Erwartungen der Spieler hinter dem Controller und der heimischen Tastatur erfüllen. Need for Speed Shift spielt nicht mehr auf der Straße, es ist ein Rennspiel der Marke Race Driver: GRID, von der die Entwickler wissen, wie hoch die Konkurrenz die Messlatte gelegt hat. Dass viele Shift kritisch gegenüber stehen, ist zu verstehen, sei es wegen der schwachen Vorgänger, oder da realistische Rundstreckenrennen eigentlich nicht die Domäne der NFS-Reihe sind. Doch die ersten Eindrücke, die wir auf der gamescom 2009 in Köln in Halle 6 des EA-Standes sammeln durften, waren überzeugend.

   
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Shift entfernt sich wieder von illegalen Straßenrennen, Gangs und offenen Spielwelten, die oft in Vorgängerteilen für Furore gesorgt haben und führt die Spieler zurück in echte Rennwagen auf echte als auch fiktive Rennpisten. Folgende Rennstrecken sollen möglichst viel Abwechslung und Vielseitigkeit garantieren: Alpental, Autopolis, Ambush Canyon, Brands Hatch, Dakota, Ebisu, Glendale, Hazyview, Laguna Seca, London, Miytomi, Nordschleife, Road America, Rustle Creek, Silverstone, Spa, Tokyo und Willow Springs.

Befahren werden diese teils traumhaften Strecken mit wohl noch reizenderen Fahrzeugen, denn hier ist die Auswahl wirklich riesig und deckt eine kleine Zeitreise von rund 35 Jahren ab. Dabei sind absolute Traumwagen dabei, wie dieser Liste entnommen werden kann:

Fahrzeuge

1972 Nissan Skyline 2000GT-R, 1986 Toyota Corolla GTS (A86), 1992 Nissan 240SX (S13), 1994 McLaren F1, 1995 Mazda RX-7, 1996 Ford Escort RS Cosworth, 1997 Nissan 200SX (S14), 1999 Nissan Skyline GT-R (R34), 2000 Honda S2000,
2003 Infiniti G35 (V35), 2004 Porsche Carrera GT, 2005 Maserati MC12 GT1, 2006 Aston Martin DBR9, 2006 Audi S4, 2006 Ford GT, 2006 Need For Speed Shelby Terlingua, 2006 Chevrolet Cobalt SS, 2006 Dodge Challenger Concept,
2006 Chevrolet Corvette Z06, 2006 Honda Civic Si, 2006 Koenigsegg CCX, 2006 Pagani Zonda F , 2006 Lotus Elise 111R, 2006 Mazda RX-8, 2006 Nissan 350Z (Z33), 2006 Porsche 911 GT3 RS, 2006 Subaru Impreza WRX STi,
2006 Volkswagen Golf GTI, 2007 BMW Z4 M Coupé, 2007 Ford Focus ST, 2007 Lamborghini Murciélago LP640,
2007 Lamborghini Reventón, 2007 Mercedes-Benz SLR McLaren 722 Edition, 2007 Audi S3, 2007 Porsche Cayman S,
2007 SEAT Leon CUPRA, 2007 Lexus LF-A Concept, 2007 Lotus Exige S, 2007 Audi TT 3.2 quattro,
2007 Mercedes-Benz SL65 AMG, 2008 Lamborghini Gallardo LP560-4, 2008 Dodge Viper SRT10, 2008 Bugatti Veyron 16.4, 2008 BMW 135i Coupé, 2008 Audi RS 4, 2008 Audi R8, 2008 Mitsubishi Lancer EVOLUTION, 2008 Mazda MX-5,
2008 Nissan GT-R (R35), 2008 Porsche 911 GT2, 2008 SCION tC, 2008 Volkswagen Scirocco, 2008 Renault Mégane RS, 2009 Audi R8 LMS, 2009 BMW M3 GT2, BMW M3 E36, BMW M3 E46, BMW M3 E92, 2009 Chevrolet Camaro SS, 2009 Nissan GT-R SpecV (R35), 2009 Nissan 370Z (Z34), 2009 Porsche 911 GT3 RSR, 2010 Ford Mustang GT,
2010 Ford Shelby GT500, 2010 Pagani Zonda R



   
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Während der ersten Probefahrten fielen gleich erste Merkwürdigkeiten auf. Verschwimmen da etwa Texturen? Was ist denn auf einmal mit der Sicht im Wageninneren passiert? Wie man uns erklärte, ist dieser Effekt durchaus gewollt. Mit zunehmender Geschwindigkeit ist bei Rennfahrern ein realistischer Tunnelblick zu bemerken, da der Fokus stärker auf die Rennstrecke gelegt wird und das Drumherum nicht mehr so gut wahrnehmbar wird. Natürlich ist es dann auch schwerer, die Drehzahl oder die Geschwindigkeit des Wagens stetig im Auge zu behalten.
Zudem bewegt sich die Kamera im Cockpit analog zum Kopf. Bei ordentlicher Bearbeitung des Gaspedals werden wir in den Sitz gepresst, um kurz darauf die negative Beschleunigung der Karbonbremsen zu spüren. Richtig heftig wird es darauffolgend beim sogenannten Crashtest: Die Sicht verschwimmt, das Bild verliert an Farbe, der Atem wird hörbar schwerer und das Herz wummert in tiefen Basstönen vor sich hin. Es dauert einige Sekunden, bis der verunglückte Fahrer wieder den üblichen Normalzustand erreicht, ein ein wirklich emotionaler Moment, der dadurch von den Entwicklern herbeigeführt wird. In erster Linie gibt es eine Cockpit-Perspektive, die tatsächlich funktioniert und das sogar in vielerlei Hinsicht. Zum einen sind die Instrumente klar abzulesen, zum anderen ist das Gefühl der Fahrzeugsteuerung wirklich gut gelungen. Die Arbeit, welche die Entwickler in die Cockpit-Ansicht investiert haben, indem sie mehrere renommierte Rennsportler zur Beratung hinzuzogen, hat sich wirklich gelohnt. In die Cockpit-Ansicht fließen unter anderem auch die G-Kräfte ein, die auf den Fahrer wirken – und das Ganze kommt überzeugend rüber, ohne dass die Übersicht dabei verloren geht.

Mit diesen Stilmitteln wird ein Unfall in „Shift“ beinahe zu einem physischen Erlebnis. Die Auswirkungen einer Kollision auf das Fahrzeug sind hingegen eher gering. Das Schadensmodell das in das Spiel integriert worden ist, lässt sich kaum mit dem eines „Race Driver GRID“ oder „Colin McRae Rally:DIRT“ in Relation setzen. Zwar soll sich Blech verziehen, Karosseriepartikel durch die Streckenumgebung fliege, Spoiler sowie Motorhauben abfallen und Scheiben realistisch zerbrechen. Jedoch bleibt das Fahrverhalten weitgehend konsequent und gleichförmig. Durch einen ziemlich üblen Auffahrunfall mit mehreren Fahrzeugen wird ein Rennen nicht beendet. Der Spieler wird somit immer die Ziellinie durchqueren können, völlig unbeeinflusst ob sein Wagen schrottreif aussehen mag oder nicht.


   
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Grafisch scheint „Shift“ im Vergleich zum Vorgänger einen riesigen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Die Licht- und Schatteneffekte sehen besser aus als je zuvor, und die Fahrzeuge sind bis ins kleinste Detail ausmodelliert. Auch ringsum stimmt das Ambiente. Besonders die Strecke in der britischen Hauptstadt ließ unsere Herzen mit ihrem Detailreichtum höher schlagen. Links von der Straße betrachtet lag die langsam vor sich hin fließende Themse, aus den Augenwinkeln konnten wir problemlos Big Ben und die London Bridge erkennen. Immer wieder blitzte das Streckenumfeld auf der glitzernden Karosserie unseres Fahrzeugs auf. Auf der Rennbahn gab es ebenfalls einiges an Details zu bestaunen. Beispielsweise sorgten hübsche Partikel-Effekte für schwarze Wölkchen hinter durchdrehenden Reifen und für fliegende Karosseriefetzen bei kleineren Zusammenstößen.


Offizieller GamesCom 2009 Trailer:






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Kategorie: Game Previews
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