Preview: Mafia 2

Rückkehr des Gangster-Epos und der altbekannten Filzhüte

Seite 2: Neue Stadt mit neuen Sorgen

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Wir schreiben das Jahr 1945. Somit sind die 30er-Jahre sowie der lieb gewonnene Tommy Angelo aus Teil 1 passè. Die Welt befindet sich im Krieg und ein junger Soldat kehrt in seine Heimat zurück. Vito Scaletta, US-Staatsmann italienischer Abstammung, ist von den Schrecken der europäischen Schlachtfelder gezeichnet. Vor ein paar Jahren hatten sie ihn geschnappt: Kleinkriminalität. Gefängnis oder Militärdienst, bot der Richter. Vito wählte mutig den Krieg. Zurück in Empire City beschließt er sich einen eigenen Teil vom amerikanischen Traum zu sichern. Schnee bedeckt die Straßen, wie die Trostlosigkeit, die einfachen Leute. Scaletta, der ehemalige Bankräuber der in den Krieg zog, um einer Haftstrafe zu entgehen, sieht auch nach seiner Heimkehr im Untergrund den Weg zum Glück. Ein unmoralisches Angebot, das er auf keinen Fall abschlagen kann. Die derzeitige Lage schlägt sich klar auf die Spielewelt aus: Der zweite Weltkrieg ist vorbei, die Konjunktur flau, viele Kriegsheimkehrer finden nur schwer zurück in ein geregeltes Leben.




Sieben Jahre nach dem immens erfolgreichen ersten Teil verspricht „Mafia 2“ abermals Hollywood-Kino im Videospielformat. Der Schauplatz hat sich vom 1930er-Jahre „Lost Heaven“ zum „Empire City“ Mitte der 40er gewandelt. Als Vorlage für Empire City, dem Schauplatz von Mafia II, dient die U.S.-Metropole New York City. Die Entwickler hatten nicht den Anspruch, das New York der 40er-/50er-Jahre originalgetreu nachzubauen. Vielmehr konzentriert man sich bei 2K Czech darauf, Empire City auf Spielspaß zu trimmen. Der Untertitel: „10 Jahre im Leben eines Gangsters“, zeigt wie bereits im Vorgänger auf das die Metropole eine freie, sich dynamisch entwickelnde Welt darstellt, in der Scaletta und seine Kumpels sich erst ihren Respekt verdienen müssen. In der sechzehn Quadratkilometer großen Stadt finden wir wunderschöne Parkanlagen, einen riesigen Hafen, ein Industrieviertel, eine Einkaufsmeile und vieles mehr. Im Streifzug durch Downtown, Little Italy und Chinatown gilt es jede Menge Feinde aus dem Weg zu räumen, krumme Dinger zu drehen und immer schön die Cops zu schmieren. Gerade deshalb beschreiben die 2K Games Entwickler das Konzept als 3rd-Person-Shooter im Open-World-Gewand. Die Erlebnisse des Vito Scaletta werden Episodenhaft erzählt. Anstatt zehn virtuelle Jahre vergehen zu lassen, zappt die Erzählung durch die dramatischen Höhepunkte in Scallettas Leben. Die Sandkiste Empire City stellt die unzähligen Lösungswege für die Aufträge des Mafiabosses DeLuca und formt sich nach den Ereignissen. Über die Zeit altert das Bild des einst schillernd erscheinenden Untergrunds. Während die Welt langsam moderner wird, altert der zunehmend zweifelnde Hauptcharakter Scaletta. Die Menschen begegnen ihm über die Jahre mit immer mehr Ehrfurcht. Das hat natürlich seine Gründe. In der Familie wird nicht lange gefackelt. Erpressung, Korruption und Mord prägen den Berufsalltag der Mafiosi. Die benötigten Autos für den nächsten Coup stiehlt man einfach nach GTA-Manier, trällert zu Big Band-Melodien und schießt aus dem Fenster skrupellos Kronzeugen und sonstige ungeliebte Zeitgenossen nieder. Die 20 unterschiedlichen Stadtviertel, darunter auch ein Hafen und ländlicheres Gebiet, warten sprichwörtlich nur darauf zerlegt zu werden. Es stehen zur Erkundung der vielen Gebiete im Laufe der Zeit rund 50 Fahrzeuge für Verfolgungsjagden und Spritztouren bereit.

   
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Die Grafik ist auf dem neusten Stand der Technik und wirkt sehr detailreich. Dies ist sicherlich auch der Grafikleistung der aktuellen Hardware-Generation zuzuschreiben, dass Mobiliar von Blei durchsiebt wird und Fenster splitter-detailliert zerbrechen. Innerhalb der lebendig gestalteten Spielwelt kann auf vielfältige Weise mit der Umgebung interagiert werden: Flaschen und Glas können zerschossen werden, aus getroffenen Rohrleitungen spritzt Wasser und getroffene Autotanks gehen in effektvollen Feuerbällen auf. Auch Regenwetter und verschiedene Jahreszeiten soll Mafia 2 darstellen können, allerdings nicht flexibel wechselnd, sondern an den Verlauf der Handlung gebunden und angepasst. Der Winter, in dem Vito zu Beginn des Spiels ankommt, dürfte mit seiner grauen Kälte ein passendes Vorzeichen für sein Schicksal sein. Im Vergleich zum in die Jahre gekommenen Vorgängerteil "Mafia" wird es natürlich einige Verbesserungen geben, so sollen sich etwa die Polizisten dank neuer Künstlicher Intelligenz realistischer verhalten und nicht bei jedem kleinen Verkehrsvergehen gleich eine stadtweite Fahndung einleiten. Hinsichtlich der Autos wurde Fahrverhalten stark verbessert. So fein ziseliert wie die Fassaden der von US-Großstädten inspirierten Häuser, begleitet auch der authentisch tönende Sound das Leben der 1940er-und 50er-Jahre. Die akustische Untermalung stimmt von der Musik im Autoradio, über die Motorengeräusche der Oldtimer bis hin zum Rasseln der Maschinengewehre authentisch. Einziges Manko bei den zeitgenössischen Oldtimern: Die Fahrzeuge sind zwar Originalautos aus der jeweiligen Zeit nachempfunden, allerdings tragen sie leider nur Fantasienamen. Respekt ist in Mafia II nicht nur ein bloßer Begriff, es ist ein Spiel-Feature. Erledigt ihr eure Aufgaben zuverlässig, erhöht sich der Respekt-Wert. Durch das Absolvieren von Nebenmissionen verbessern Sie ihr Ansehen ebenfalls. Mit dem verdienten Geld können Sie nämlich Kredite an die Mafiosi zurückzahlen. Natürlich dürfen Sie das hart erarbeitete Geld auch in der Shopping-Meile von Empire City verprassen. Ähnlich wie in Rockstar Games "GTA 4" soll "Mafia 2" bei Stadtrundgängen komplett ohne Ladepausen auskommen. Die über 100 begehbaren Gebäude, darunter Bars, Tiefgaragen, Cafès usw. werden mittels Streaming ohne jegliche Wartepausen vorgeladen. Dies macht die drei Jahre in Entwicklung befindliche, hauseigene Illusion Engine. In den meisten Missionen ist Vito nicht allein unterwegs, sondern erledigt seine Aufträge zusammen mit seinem Kollegen Joe. Gemeinsam sorgen die beiden für herrliches Blei-Furore. Anfangs ballern Sie noch mit Pistole und Tommy-Gun oder nutzen Glasflaschen. Sobald Vito aber erst einmal ausreichend Geld angespart hat, leistet er sich MP, Schrotflinte oder ein zwölf Kilo schweres MG, um seine Zerstörungslust zu befriedigen.

   
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2K zeigte anlässlich der gamescom 2009 in Köln, was außerhalb der Haupthandlung im großen Sandkasten Empire Bay zu tun ist. Insbesondere wollen die Entwickler darauf achten, dass die Nebenmissionen nicht zu generisch wirken, sondern geschickt in den Erzählverlauf der Geschichte eingewoben werden.
Der Fokus der Präsentation lag auf den den Open-World-Elementen des Spiels und dem Polizeisystem. Eine Nebenmission sieht demnach folgendermaßen aus:

Vito Scaletta, der Hauptcharakter des Gangsterepos besucht seinen Kumpel Joe zu Hause. Ein gemütlicher Abend mit Bier und zwei Prostituierten, wie sich das für gestandene Gangster gehört, in einer ungemein detailliert dargestellten Bude. Vitos Gespielin verschwindet unter der Dusche. Zeit für ein Bier und etwas zu essen aus dem gut gefüllten Kühlschrank. Das geht übrigens wirklich und ist nicht nur Kulisse. Kaum das Bier geöffnet, schon klingelt das Telefon neben uns. Ein Auftrag steht an, Vito soll von Giuseppe gefälschte Papiere abholen. Also flugs an den Kleiderschrank und ein nettes, ausgehtaugliches Outfit ausgesucht.
In der Garage nebenan wählen wir noch ein passendes Fahrzeug und schon kann die Gaudi losgehen. Unsere bezahlte Gesellschaft hat den Heimweg angetreten und hat prompt einen Autounfall mit einem nicht gerade umgänglichen Typen hingelegt. Eine Frage leuchtet uns ein: Bleiben wir stehen und kümmern uns um die Sache oder fahren wir einfach weiter? Als eingefleischter Mafiosi halten wir natürlich an, um dem Typen eindringlich zu vermitteln, das er sich doch bitte vom Acker machen solle.



   
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Wie zu erwarten findet das unser Kontrahent weniger lustig und will sich mit uns anlegen. Das bekommt ihm aber überhaupt nicht gut und es kommt zur Prügelei mit leichten und schweren Attacken, Kombos, Finishing-Moves und verdammt toller Animation. In unserem originalgetreuen, schnittigen Flitzer geht es weiter zu Giuseppe, vorbei an Bars, Restaurants und Geschäften, die wir tatsächlich betreten können. Im Nirwana stehen ein paar Autos in einer Halle unter gebracht, deren Besitzer wohl Ärger macht und gegen gute Bezahlung sollen wir die Kisten demolieren, möglichst ohne jemanden dabei umzulegen. Bei Giuseppe decken wir uns noch schnell mit der benötigten Ausstattung ein. Baseballschläger, Molotow-Cocktail und sicherheitshalber eine Pistole - man weiß ja bekanntlich nie, ob ein Hinterhalt auf einen wartet. Letztendlich stellt sich unsere Wahl als richtig heraus, denn draußen halten uns zwei Typen tatsächlich ein Messer unter unsere Pistole und wollen uns unser Geld entreißen. Nach mehreren Warnschüssen suchen beide schleunigst das Weite. Nur blöd, dass ein Polizist das kleine Intermezzo beobachtet hat. Was sollen wir nun tun? Schießen? Abhauen? Waffenschein vorzeigen? Weder noch. Die beste Lösung die unsere Gehirnzellen vermelden, lautet flüchten.

   
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Der Polizist schlägt natürlich Alarm und gibt unsere Beschreibung an seine Kollegen weiter. Verdammt. Wir verkrümeln uns eilig und verstecken uns in Seitenstraßen vor den alarmierten Streifenwagen, um unseren Fahndungslevel los zu werden. In einem ruhigen Moment schlüpfen wir in einen Klamottenladen und decken uns mit einem neuen Anzug, inklusive schickem Filzhut ein. Dank unserem veränderten Aussehen, ist unser Fahndungslevel verschwunden. Anschließend knacken wir ganz dezent in einer Seitenstraße per Minispiel einen fahrbaren Untersatz. Gegen Abend beginnt ein wenig Nieselregen. Das Ziel unserer Begierde wird aber streng bewacht. Wir schleichen uns zum Eingang und schaffen es, die Wachen aus dem Hinterhalt lautlos zu erledigen. Nun können wir uns den Autos widmen. Ein paar Molotow-Cocktails und die halbe Hütte zerlegt sich in seine Einzelteile. Dank dieser feurigen Einlage ist die Polizei wieder mächtig hinter uns her. Ein Feuergefecht können wir uns nicht erlauben, denn bei mehr als zwei oder drei Gegnern grenzt das an Selbstmord. Wir entscheiden uns somit folgerichtig für eine Flucht im Auto. Anschließend entbrennt eine wilde Verfolgungsjagd entbrennt, bei der uns Kugeln um die Ohren fliegen. Die Rettung naht jedoch: Ein Bodyshop. Rockstar Games „GTA 4“ lässt an dieser Stelle herzlich grüßen. Den Bodyshop erreichen wir glücklicherweise ungesehen und fahren unseren fahrbaren Untersatz hinein. Dank neuem Kennzeichen und einer neuen Lackierung umgehen wir eine weitere heiße Verfolgungsjagd. Neben diesem Feature können wir unser Auto sogar noch tunen und mit besseren Reifen, einem stärkeren Motor und anderen Finessen ausstatten. Das alles kostet natürlich eine Stange Geld aber ist durchaus lohnend. Nach diesem kleinen Coup können wir per Telefon den erfolgreichen Missionsabschluss vermelden und bekommen gesagt, dass wir uns die Tage das Missions-Honorar abholen.

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Kategorie: Game Previews
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