Rivet Networks Killer mit DoubleShot-Pro im Kurzcheck

Rivet Networks Killer

Die Killer-Netzwerkcontroller sind bei den meisten Gaming-Produkten, seien es nun Gaming-Mainboards oder Gaming-Notebooks, als Aushängeschild im Einsatz. Eine Ausnahme sind hier die Asus Republic-of-Gamer Modelle. Aber was vollzieht solch ein Killer-LAN-Chip im Praxisbetrieb? Wir werfen einen Blick darauf.

Bekannt geworden ist das Label „Killer“ noch unter der Firma Bigfoot Networks, die aber später von Qualcomm aufgekauft wurden. Heutzutage liegen die Lizenzrechte wieder bei den Gründern der Marke, Michael Cubbage und Wayne Dunlap, mit dem Namenseintrag Rivet Networks.

Als noch die Killer-K1-Netzwerkkarte für den PCI-Slot mindestens bei 130,00 Euro lag, wurden zurecht Stimmen laut ob sich dies überhaupt lohnen würde. Zwar gab es einen eigenen Coprozessor, der die CPU entlasten konnte, aber das Preis-/Leistungsverhältnis fing an zu wanken, nicht zuletzt dadurch das man den Windows-Netzwerkstack über einen Linux basierenden Netzwerkstack umgangen hatte. Heute setzt Killler auf Chips und WLAN-Module die zwar mehr Last für die CPU bedeuten, aber der Preis konnte auf etwa ein Prozent des herkömmlichen Preises reduziert werden. Nebenbei bieten die neueren Chips etwa 150 Prozent der Leistung gegenüber der älteren Generation.

Weitläufig vorzufinden ist noch die E2200 Gaming-Netzwerkkarte mit Gb LAN sowie N1525 WLAN-Netzwerk mit 802.11ac/a/b/g/n. Abgelöst wird diese aktuell von der Killer E2400 und Killer Wireless-AC 1535. Rivet Networks hat dort inzwischen den vollen MU-MIMO (Multi-User) Support integriert, womit gleichzeitig mehrere Frames an mehrere WLAN-Clients übertragen werden, über dasselbe Frequenzspektrum. High-End Dual-Band Router mit der entsprechenden Unterstützung, beispielsweise von Asus oder der Linksys AC2600, sind bereits im Handel zu finden. DoubleShot können hingegen alle Killer-Chips, in der automatisch die schnellstmögliche Netzwerkverbindung gewählt wird, egal ob Ethernet oder Wireless. Priorisierter und manuell auswählbarer Traffic soll davon deutlich profitieren. Weitere Features sind laut Hersteller eine Latenz-Reduzierung, die Killer ExtremeRange Technologie, sowie die Killer-Network-Suite.


Killer E2400
Gigabit Ethernet10/100/1000
Wake on LANJa
Lag and Latency ReductionJa
Netzwerk-Prioritätsstufen6
Automatische AnwendungspriorisierungJa
Bandbreiten-ÜberwachungJa
Killer-DoubleShot-ProJa
Traffic-PriorisierungJa
Datenrate von 1,867 durch KombinierungJa
Killer ExtremeRangeNein


Killer AC 1535
WLAN802.11a/b/g/n/ac
Wake on LANNein
Lag and Latency ReductionJa
Netzwerk-Prioritätsstufen4
Automatische AnwendungspriorisierungJa
Bandbreiten-ÜberwachungJa
Killer-DoubleShot-ProJa
Traffic-PriorisierungJa
Datenrate von 1,867 durch KombinierungJa
Killer ExtremeRangeJa


MU-MIMO

MU-MIMO (Multi-User) Support erlaubt multiple Übertragungen gleichzeitig. So können Up- und Downloads, inklusive der Latenzen, Effizienter gestaltet werden. Theoretisch kann der Datendurchsatz um 60 Prozent erhöht werden.
Die Killer ExtremeRange Technologie umfasst zwei externe 5GHz Signalverstärker um die Leistung bei höheren Distanzen zu verbessern. Ab 10 Metern sollen die Datendurchsätze mit bis zu 25 Prozent erhöht werden.

Transmit Beamforming

Transmit Beamforming erlaubt die direkte Ausrichtung der WLAN-Daten zwischen dem MU-MIMO WLAN-Router und Zielgerät, welcher die Signalstärke bei großen Distanzen optimiert.
Lag And Latency Reduction perfektioniert die Leistung von Online-Gaming und HD-Video-Streams. Netzwerkpakete werden bis zu zwei Mal schneller und mit weniger Latenzen transportiert, da eine höhere Prioritätsliste erstellt wird. Multitasking soll sogar um einen Faktor 10 in Sachen Geschwindigkeit angehoben werden.



Killer DoubleShot Pro

Killer DoubleShot Pro ist vergleichbar mit dem Hubraum von Autos. Der Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum. Hier sprechen wir natürlich von der Bandbreite. Hier können kabelgebundene und kabellose Interfaces in eine Leitung kombiniert werden. So sind bei gleichzeitiger Nutzung (in einem Gerät) eines Ethernet Anschluss (1Gbps) und einem Killer 11ac Adapter (867Mbps) bis zu 1,867 Gpbs erreichbar. Natürlich werden hier ebenfalls Anwendungs-Prioritäten verteilt. Mit DoubleShot Pro lassen sich auch zwei unterschiedliche Netzwerke gleichzeitig nutzen.




Killer Network Manager

Der Killer Network Manager fungiert nicht nur als Treiber, sondern dient zur kompletten Steuerung der Killer-Network-Gegebenheiten. Die GUI bietet eine gute Übersicht und innerhalb der Menüpunkte in Kacheloptik gelangt der Anwender zu den einzelnen Anwendungen.





Getestet haben wir Datendurchsatz und Latenzen auf einem Schenker XMG U706 Gaming-Notebook mit Killer E2400 und Killer Wireless-AC 1535, sowie dem MSI GT72 2QE Dominator Pro Gaming-Notebook mit E2200 Gaming-Netzwerkkarte und N1525 WLAN-Netzwerk. Als Router kam der Linksys AC2600 zum Einsatz, als Tool Netperf und Team Fortress 2 für die Latenz.

Datendurchsatz


Netperf
Killer
449.19
1044.04
1493
 
0
1500
750
Mbit



Latenz


Team Fortress 2
Killer
27
24
25
 
0
30
15
ms


Im Bereich der Latenzen konnte man nicht wirklich erwarten, dass sich hier unter normaler Nutzung viel verändert. Sofern man jedoch gleichzeitig ein Online-Game und einen Downlad im Hintergrund laufen lässt, kann man zusätzlich ruckelfrei einen Video-Stream genießen. Positive Erwähnung findet hingegen das DoubleShot-Pro Feature und die Software-Suite, welche durchaus in der Lage sind die Bandbreite für Spiele zu optimieren, wenn man denn den nötigen Router mit an Bord hat. Immerhin erreichten wir im Mittelwert zusammen etwa 1.493 Mbit/s. Perfektionisten und Gamer unter uns dürften somit das letzte Prozent aus dem eigentlich schon vorhandenen maximalen herausholen. Otto-Normalverbraucher hingegen werden hier eher weniger einen Vorteil erkennen.
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Kategorie: Hardware
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