Microsoft will Yahoo! übernehmen

Schon vor einem Jahr wurde gemunkelt, dass der Redmonder Softwarekonzern Microsoft deutliches Interesse an der Übernahme des Suchmaschinen-Pioneers Yahoo! habe (wir berichteten). Yahoo! hat damals den Bemühungen eine Abfuhr erteilt. Nun hat Bill Gates´ Firma, nachdem Yahoo! schlechte Zahlen präsentiert und die Streichung von tausenden Arbeitsplätzen bekannt gegeben hat, ein konkretes Übernahmeangebot vorgelegt: Man ist bereit 44,6 Milliarden US-Dollar zu bezahlen. Dieser Betrag entspricht einem Betrag von 31 US-Dollar je Aktie und liegt somit 62% über dem letzten Kurs des Papieres. Bei Yahoo! gab man nur die knappe Stellungnahme ab, dass man das "unaufgeforderte" Angebot schnell und sorgfältig prüfen wolle.

Insgesamt würde die Übernahme den Suchmaschinenmarkt deutlich konsolidieren und es Microsoft damit ermöglichen den Hauptkonkurrenten bei der Online-Werbung Google besonders in den USA deutlich anzugreifen: Microsoft alleine hat nur einen Anteil von 10% am Werbemarkt, mit Yahoo! würden weitere 20% hinzukommen. Den restlichen Anteil des Marktes hat fast komplett Google im Besitz. Bis es allerdings soweit ist und Microsoft wirklich die vollen 20% Yahoos! abschöpfen kann steht noch der durchaus nicht leichte Prozess bevor, die hauseigene Plattform MSN und Yahoo! zusammenzuführen und in eine einzige Plattform zu integrieren.

Unklar bleibt warum Microsoft einen so hohen Betrag für Yahoo! bereit zu zahlen ist: Das Unternehmen hat mit einem Quartalsumsatz von 1,83 Milliarden US-Dollar und einem entsprechenden Gewinn von knapp über 200 Millionen US-Dollar einen bilanziellen Unternehmenswert von 11 Milliarden US-Dollar - so dass noch 33,6 Milliarden übrig blieben, die durch die Unternehmensgewinne eingespielt werden müssten. Dies würde bei, basierend auf dem Quartalsgewinn 04/2007, ungefähr 800 Millionen US-Dollar im Jahr 42 Jahre dauern. Da klar sein dürfte, dass sich Microsoft nicht so lange gedulden möchte, werden wohl weitere und wesentlich drastischer Einsparungen als die bereits angekündigte Streichung von 2000 Stellen auf die Mitarbeiter von Yahoo! und - im Zuge des Zusammenschlusses - auch Microsoft zukommen.
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