GoogleMail bekommt Spam-Problem nicht in den Griff

Normalerweise haben Mail-Provider in erster Linie Probleme damit, ihre Kunden für zu viel Viagra-Werbung in deren Posteingang zu schützen und dank diverser neuer Filter klappt das inzwischen meist auch ganz gut. GoogleMail steht nun vor einen ganz anderen Problem: Nach einer eben veröffentlichten Studie sind mehr als ein Viertel aller von GoogleMail-Servern aus verschickten E-Mails Spam. Die Firma Roaring Penguin, spezialisiert auf E-Mail-Filter, hat sich der Anteil von Spam-Mails aus GoogleMail-Accounts von 6,8% im Juni um fast 20% im Juli auf 27% erhöht. Der Grund für die hohe Attraktivität von Googles Mail-Service liegt darin, dass eine gängige Praxis um Spam zu entgehen die Verwendung von Black-Lists ist: Mails von Servern, die auf einer solchen Liste auftauchen, werden von vornherein ausgefiltert. Dies ist aber bei der Größe von Google-Mail zum einen und der immensen Macht der Firma auf der anderen Seite für die meisten Black-List-Betreiber für die Server des Suchmaschinen-Primus nicht möglich - v.a. auch deswegen nicht, weil auch manche Proxy-Server die Zugriffe auf Seiten nach diesen Listen regeln und somit Google nicht mehr erreichbar wäre.

Google muss sich aber nur bedingt vorwerfen lassen, dass man nichts gegen die Spam-Flut unternähme. So hat der Provider die Aktivierung eines Kontos inzwischen mit einem sog. Captcha (Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart) gesichert um das automatische Anlegen eines Mail-Accounts durch Bots zu verhindern. Auch hierfür haben sich findige Spammer allerdings schon wieder ein Lösung einfallen lassen: Ahnungslosen Usern werden erotische Fotos angeboten, wobei er für jedes ein Captcha eingegeben werden muss. Während der Betrachter also ein Bild nach dem anderen "freischaltet" wird das selbe im Hintergrund vom Webserver mit GoogleMail-Konten gemacht. Auch wenn für den Nutzer selber keine Gefahr besteht, wird den Spammern damit natürlich Tür und Tor geöffnet.
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