NVIDIA führt neue Titan X Grafikkarte auf Basis der Pascal-Architektur ein [UPDATE]

NVIDIA hat unerwartet eine neue Version der Titan X vorgestellt. Das neue Modell basiert dabei auf der Pascal-Architektur, die mit der GeForce GTX 1080 eingeführt wurde.


Das Herzstück der neuen Titan X stellt der GP102-Chip dar. Der Chip wird im 16-nm-Verfahren hergestellt und kommt auf stolze 12 Milliarden Transistoren. Zum Vergleich: die GeForce GTX 1080 auf Basis des GP104 besitzt lediglich 7,2 Milliarden Transistoren. Auch die Anzahl der internen Schaltungen ist deutlich angewachsen. Während die GTX 1080 auf 2.560 Shadereinheiten, 160 Textureinheiten und 64 ROPs kommt, besitzt die Titan X 3.584 Shadereinheiten, 224 Textureinheiten und 96 ROPs. Base- und Boostclock fallen mit 1.417 MHz respektive 1.531 MHz dagegen niedriger als bei der GTX 1080 aus. Als Speichertyp kommt entgegen vieler Erwartungen kein HBM2 zum Einsatz. Analog zur GTX 1080 setzt die neue Titan X auf 12 GByte GDDR5X-Speicher. Der Speicher ist mit einem 384 Bit breiten Interface angebunden, was zu einer theoretischen Bandbreite von 480 GByte/s führt. Bei identischem Speichertakt von 2.500 MHz kommt die GTX 1080, die mit 8 GByte Speicher ausgeliefert wird, auf 320 GByte/s.


Ein weiterer Unterschied zwischen der neuen und alten Speerspitze der Pascal-Architektur ist die TDP. Die TDP der Titan X beträgt 250 Watt und liegt damit 70 Watt über der GTX 1080. Hinsichtlich des Kühlers gibt es jedoch keinen Unterschied – die Titan X nutzt den gleichen Kühler, der allerdings in schwarz gehalten ist.


Die Titan X auf Basis der Pascal-Architektur ist ab dem 2. August zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.200 US-Dollar zu haben. Neben etwas Gedult ist demnach vor allem ein praller Geldbeutel vonnöten.

UPDATE

In einem zusätzlichen Briefing zur Titan X hat NVIDIA heute weitere Informationen vom Stapel gelassen. Laut NVIDIA richtet sich die Titan X nur sekundär an Gamer. Vielmehr soll vor allem das Deep-Learning-Segment ins Fadenkreuz genommen werden. Demnach wurde auch auf den Namenszusatz "GeForce GTX" verzichtet.

Des Weiteren wurde die Chipgröße des verbauten GP102 bekannt gegeben: 471 mm² misst der Chip und ist damit 50 Prozent größer als der GP104, welcher auf der GeForce GTX 1080 zum Einsatz kommt. Die Shadereinheiten der Titan X umfassen wie bei dem GP100, welcher auf den professionellen Tesla-Karten verbaut wird, zwar physikalisch 3.840 Einheiten jedoch werden bei der Titan X 256 davon deaktiviert sodass wie in der ursprünglichen News erwähnt nur 3.584 davon aktiv sind. Um den vollwertigen Vollausbau der Pascal-Architektur handelt es sich demnach nicht. Die Rohleistung der Titan X wird bei FP32-Berechnungen mit knapp 11 TFLOPS angebeben. Bei FP16- sowie FP64-Berechnungen fällt die Performance jedoch deutlich ab. Damit ist die Titan X im HPC-Bereich deutlich langsamer als die GP100-Variante, die bei Tesla-Reihe zum Einsatz kommt. Eine merklich abgeschwächte Performance bei halber und doppelter Genauigkeit wurde auch schon bei früheren Modellen der Titan-Serie festgestellt und soll verhindern, dass die Karte den professionellen Tesla-Karten zu nahe kommt. Bei INT8-Berechnungen, die oftmals bei Deep-Learning-Anwendungen zum Einsatz kommen, werden dagegen 44 TOPS erreicht.

Die Titan X wird in Deutschland, Frankreich und den USA exklusiv über den NVIDIA-Onlineshop vertrieben. Von den altbekannten Boardpartner sind in absehbarer Zeit keine Modelle zu erwarten. Laut NVIDIA sind erste Sample erst nach der Verfügbarkeit am 2. August im Umlauf sodass erste Reviews wohl noch etwas auf sich warten lassen werden.
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Kategorie: Gehäuse
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