AMD Radeon HD 7790 offiziell vorgestellt

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Bis vor kurzem mehrten sich die Gerüchte um einen neuen Mittelklasse Ableger der Radeon HD 7000 Serie. Mit der Radeon HD 7790 macht AMD nun Klarschiff und hat heute die neue Grafikkarte offiziell vorgestellt.

Die AMD Radeion HD 7790 mit dem Codenamen „Bonaire“ soll die Performancelücke im Mittelklasse Segment schließen. Bisher war in der Mittelklasse nur die Radeon HD 7770 GHz Edition als unterstes Modell, sowie die HD 7850 zu finden. Dazwischen hatte man nichts, was eine große Performancelücke in AMDs Grafikkartenportfolio ausmachte und den Kunden vor schwierige Entscheidungen bei der Auswahl stellen konnte. Die Radeon HD 7790 soll dieser Lücke nun ein Ende machen und AMDs Mittelklasse in der Mitte abrunden.

Sapphire Radeon HD 7790

Wie alle aktuellen AMD Grafikprozessoren, basiert auch die Radeon HD 7790 auf der Graphics Core Next Architektur. Gefertigt wird der Chip im 28nm Verfahren bei TSMC. Die Chipgröße beträgt 160 mm² und beherbergt rund 2,08 Milliarden Transistoren. Wie auch bei den größeren GCN-GPUs Pitcrain (HD 7850/7870) und Tahiti (HD 7950/7970), kommen bei der Boniare-GPU auch zwei Rasterizer sowie zwei Geometry-Engines zum Einsatz, die unter anderem für die Berechnung von Tessellation in Spielen zuständig sind. Mit 14 Compute-Units stellt der Chip insgesamt 896 Streamprocessors, 56 Texture-Units und 16 Raster-Operation-Units zur Verfügung. Das soll der Bonaire-GPU zu einer Rechenleistung von 1,79 TFLOPs verhelfen. Den 1 GByte fassenden GDDR5 Speicher bindet AMD mittels einem 128 Bit breiten Speicherinterface an die GPU an. Die Speicherbandbereite liegt damit bei rund 96,0 GBit/Sekunde.



Gegenüber den anderen AMD CGN-GPUs hat man die PowerTune-Technologie („Turbo“) verbessert. Laut AMD sollen hier nun höhere Taktraten möglich sein, welche natürlich dann mehr Performance ermöglichen aber zugleich auch energieeffizienter zu Werke gehen sollen. Um das zu erreichen hat AMD die PowerStates von vier auch acht Stufen verdoppelt.

Damit stehen nun acht P-States zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Taktraten und Spannungen bieten. Diese hat zur Folge, dass die GPU nun variabler auf die jeweilige Auslastung reagieren kann und die Taktraten damit meist näher am maximal möglichen Limit liegen und nicht gegebenenfalls auf einen langsameren P-State zurückgreifen müssen. Laut AMD geschieht der Wechsel zwischen P-States innerhalb von zehn Millisekunden. Wann der jeweilige P-State gewechselt wird, ist dabei abhängig von der jeweiligen GPU-Auslastung, dem TDP- und TDC-Limit (Spannung).
Radeon HD 7790 Pressdeck2

Der Boost-Takt der Radeon HD 7790 liegt beim Referenzmodell bei 1.000 MHz. Je nach P-State und Auslastung variiert dieser innerhalb der acht Stufen. Für den Idle-State, beziehungsweise im normalen Windowsbetrieb, hat AMD keine bestimmte Taktrate angegeben, da hier je nach momentan anliegender Auslastung zwischen den P-States gewechselt wird. Als niedrigsten Wert spezifiziert man 300 MHz im Low State. Der GDDR5 Speicher wird von PowerTune nicht gänzlich erfasst und arbeitet im 3D-Modus immer mit 3.000 MHz, im Idle mit 300 MHz.

Die typische Leistungsaufnahme gibt AMD bei der Radeon HD 7790 mit 85 Watt an. Eine Angabe zum maximalen Wert gibt es nicht, allerdings sind bis zu 100 Watt wohl realistisch. Die Energieversorgung über einen 6-Pin Stromstecker (+ PCIe-Slot) ist daher absolut ausreichend. Als Ausgänge stellt AMD bei Referenzmodell zwei DVI, einen HDMI und einen DisplayPort zur Verfügung.

Im direkten Vergleich zu Nvidias GTX 650 Ti soll die Radeon HD 7790 bei den Never Settle Bundle Games durchschnittlich 36 Prozent schneller sein, sofern man Benchmarks von AMD glauben mag. Ein wirkliches Duell in der neuen Mittelklasse wird es aber voraussichtlich erst nächste Woche geben, denn da will Nvidia laut aktuellen Gerüchten seine GeForce GTX 655 Ti vorstellen, die dann wohl ein ebenbürtiger Gegner im selben Performancesegment sein wird.



Die Unverbindliche Preisempfehlung für die Radeon HD 7790 hat AMD mit 139,00 Euro angegeben. Aktuell ist in den Preisvergleichen noch kein Modell am deutschen Markt zu finden, aber wie zumeist ist davon auszugehen, das sich der Preis noch ein Stück unterhalb der UVP einpendeln wird.
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Kategorie: Grafikkarten
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