AMD und Intel legen Rechtsstreitigkeiten bei

In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung gaben AMD und Intel eine Einigung in ihren Rechtsstreitigkeiten bekannt. Diverse Dinge sorgten für reichlich Unmut: aufgrund von diversen Geschäftsgebaren klagte AMD Intel wegen Monopolmissbrauchs an, auch die Abspaltung der AMD Fabriken war Intel ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt die gegenseitige Abhängigkeit in Sachen Patente sorgte nun für eine Einigung.

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Im Zuge der Einigung stoppt AMD seine angestrebten Verfahren gegen Intel in den USA und Japan. Im Gegenzug zahlt Intel ein Summe in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar an AMD und unterwirft das eigene Geschäftsgebaren, welches zu dieser Situation geführt hatte. So warf AMD Intel unter anderem vor PC-Händler mit übermäßigen Rabatten dazu zu zwingen, keine oder nur zu einem sehr geringen Teil AMD Produkte in das eigene Sortiment aufzunehmen. Diese Summe mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, mit dem Blick auf frühere Schätzungen von AMD welche ein "Monopolgewinn" in Höhe von 60 Milliarden Dollar veranschlagte, wirken die 1,25 Mrd. dann doch etwas mickrig. Allerdings ist es durchaus möglich, dass AMD weitere Vorteile für sich erreicht hat, wie z.B. die Senkung der jährlich fälligen Zahlungen für die x86 Lizenz.

Ebenso wurde das Patentabkommen zwischen AMD und Intel, welches die gegenseitige Nutzung der Patente erlaubt, um weitere fünf Jahre verlängert. Dies wäre spätestens im Jahr 2010 nötig gewesen, da zu diesem Zeitpunkt das aktuelle Abkommen ausgelaufen wäre. So nutzt Intel z.B. AMDs 64bit Technik und AMD Intels SSE Instruktionen. Sehr wichtig für AMD dürfte auch der Punkt sein, die Fertigung komplett Auslagern zu dürfen. Dies war in dem alten Abkommen nicht der Fall. Laut diesem musste AMD zu einem Großteil im Besitz der Fertigungsanlagen sein. Dies dürfte nun nicht mehr der Fall sein und AMD freie Hand in Sachen kompletter Abspaltung der Fertigung, inzwischen im Subunternehmen Globalfoundries ausgelagert, haben.

Insgesamt dürften die 1,25 Mrd. Dollar AMD mehr als gelegen kommen, kämpft das Unternehmen doch seit der Übernahme des Grafikspezialisten ATI mit den Schulden. So stieg die Aktie von AMD auch noch am selben Abend um mehr als 20% nach oben.

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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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