United Internet: Startschuss für den Hybridbrief

Die Nutzer der deutschen United Internet E-Mail-Dienste GMX und Web.de können ab sofort aus ihrem Postfach E-Mails als Papierbriefe verschicken. Damit möchte United Internet der Deutschen Post Konkurrenz machen und den Markt aufwirbeln. Erklärtes Ziel sei es dem Monopolisten Deutsche Post wichtige Marktanteile abzujagen. Mitte Juli folgt dann die Post selbst mit ihrem E-Postbrief.

Der Preis für das Angebot liegt bei 54 Cent pro Brief und beinhaltet alle Kosten für Druck, Kuvert, Porto und Zustellung.
GMX und Web.de seien durch das neue Angebot die ersten großen Internet-Marken, die flächendeckend in den Markt der Hybridmail-Angebote vorstoßen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. United Internet will mit dem Angebot vor allen Dingen jene ansprechen, die bisher noch keine digitalen Briefe genutzt haben: „Wir zielen vor allem auf kleinere Firmen, Vereine und Privatkunden“, sagte Jan Oetjen, Vorstand der United-Internet-Tochter 1&1 der Financial Times Deutschland.
GMX kooperiert dazu mit dem Hybridmail-Anbieter Edipost, der auch die „virtuelle Poststelle“ der Direkt Express betreibt. Web.de-Nutzer können sich über ihr Postfach beim Hybridmaildienst der IAB/Francotyp-Postalia einloggen.

Mit dem Angebot kommt United Internet dem E-Postbrief der Deutschen Post wenige Tage zuvor. Diesen Service will United Internet jeweils ab 54 Cent anbieten. Damit unterbietet der Internetkonzern den derzeitigen Preis für einen über die Deutsche Post versandten Standardbrief um 1 Cent.
Andere Zustellunternehmen bieten bereits ähnliche Produkte an. So können Geschäftskunden der zur Schweizer Post gehörenden GHP/Swiss Post Solutions (SPS) ihre Dokumente direkt von ihrem Rechner versenden und als gedruckten Brief zustellen lassen. Auch der Dialogmarketing-Dienstleister Georg Kohl bietet einen Hybridbrief für 55 Cent an.
Die Nutzer von GMX und Web.de können sich ab sofort außerdem für die De-Mail vorregistrieren und damit eine Adresse mit ihrem eigenen Namen reservieren.

Die De-Mail soll eine rechtsverbindliche E-Mail werden. An dem Projekt arbeitet seit mehreren Monaten ein Konsortium, dem neben United Internet auch die Deutsche Telekom angehört. Die gesetzliche Grundlage für die Rechtsverbindlichkeit der De-Mail soll bis zum Ende des Jahres verabschiedet werden, so die Aussage von United Internet. Die Deutsche Post geht als Hauptkonkurrent von United Internet bereits im ersten Jahr von einer Million Kunden aus und rechnet dabei mit einem Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe.

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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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