Facebook: Rechtsstreit um Gründung des Sozialen Netzwerks endgültig beigelegt

Im Rechtsstreit über die Entstehung des Social Networks Facebook konnte Firmengründer Mark Zuckerberg einen weiteren Sieg vor Gericht in Boston gegen die Winklevoss-Zwillinge verbuchen.

Das geht aus einem Bericht der „Washington Post“ hervor. Nachdem der Oberste Gerichtshof in Washington bereits eine Klage ehemaliger Kommilitonen abwies, die Zuckerberg Ideenklau vorgeworfen hatten, hat Zuckerberg erneut das Gesetz auf seiner Seite gehabt.

Der zuständige Richter schloss am Freitag den Fall, der seit 2007 für Schlagzeilen sorgt. Eine Begründung gab es zunächst nicht. Gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg kündigte der Winklevoss-Anwalt aber an, das Verfahren in Boston in Revision zu bringen.
Die Vorgeschichte ist allseits berühmt und berüchtigt: Die Winklevoss-Zwillinge werfen Zuckerberg nach wie vor, vor, während der gemeinsamen Studienzeit an der US-Eliteuniversität Harvard im Jahre 2003 ihre Idee zum sozialen Onlinenetzwerk ConnectU (Zu Deutsch: "Vernetze Dich") gestohlen zu haben. Die Brüder und ihr Freund Divy Narendra hatten den jungen Zuckerberg mit der Weiterentwicklung ihres Programms beauftragt. Zuckerberg habe sich aber nicht an den ursprünglichen Vertrag gehalten, sondern im Februar 2004 mit Facebook sein eigenes und völlig autonomes Netzwerk gestartet. Facebook weist seit unzähligen Jahren diese Art von Darstellung zurück.

Die Vorwürfe aus dem Jahr 2008 schienen mit einem Vergleich beendet. Die Einigung hatte den ohnehin wohlhabenden Zwillingen 20 Millionen Dollar in bar und weitere 45 Millionen. in Facebook-Aktien zugesprochen. Inzwischen wird das Volumen durch den gestiegenen Wert des Aktienpakets auf deutlich mehr als 100 Mio. Dollar geschätzt.
Vor Gericht wollten die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss endgültig klären, ob Mark Zuckerberg und Facebook ihnen wichtige Informationen zum Verfahren vorenthalten haben. In erster Linie ging es dabei um Unterhaltungen im Chat aus der Gründungszeit des nun weltgrößten Sozialen Netzwerks. Doch den Brüdern reicht der Vergleich nicht aus. Der Vergleich soll annulliert werden. Denn dieser bewerte das gesamte Unternehmen lediglich mit 15 Mrd. Dollar – das sei viel zu wenig, meinen die Zwillinge.

Bei Facebook tummeln sich Schätzungen zufolge aktuell 750 Millionen Menschen. Insbesondere das hohe Nutzeraufkommen macht was die Internetpräsenz für die Werbeindustrie hochinteressant und zugleich lukrativ. Für Facebook ist es primär wichtig, die Streitigkeiten um die Anfänge des weltgrößten Online-Netzwerks aus der Welt zu räumen. Für das kommendes Jahr rechnen renommierte Analysen mit einem Börsengang des weltgrößten sozialen Netzwerks.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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