Paypal will deutsche Händler zur Einhaltung eines US-Embargos zwingen

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Der Bezahldienst Paypal macht nun wieder negative Schlagzeilen: Das Unternehmen sperrte Konten deutscher Rum- und Tabakhändler, die damit angeblich das US-Embargo über Kuba umgehen würden.

Vor einigen Tagen sollen die betroffenen Händler eine E-Mail bekommen haben, in der Paypal um "Hilfe" bei der "Reparatur" des Paypalkontos erbittet. Paypal gibt als Sperrungsgrund folgendes an: "Auf Ihrer Webseite befinden sich Artikel, die aus dem Land Kuba stammen. Als US-amerikanisches Unternehmen gilt für uns die Sanktionsliste der USA".
Sogar Aschenbecher sollen als Sperrungsgrund angegeben worden sein.

Auch weitere Shops mit einem ähnlichen Warenangebot sind von dieser Sperrung betroffen. Was vielen unverständlich ist, dass Paypal sogar gegen Shops vorgeht, deren Waren nicht einmal in Kuba hergestellt wurden, sondern nach einem kubanischen Rezept.
Einige Shops haben Paypal inzwischen ein Ultimatum bis zum 1. August gestellt, die Konten wieder freizugeben. Sollte dies nicht passieren werden die betroffenen Shops einen Anwalt einschalten.
Warum Paypal, das seit 2007 den Status einer europäischen Bank besitzt, überhaupt versucht in Europa US-amerikanisches Recht durchzusetzen ist unbekannt. Nach geltenden Gesetzen hat US-Recht in einem Unternehmen, das seinen Sitz in der EU hat, oder als Unternehmen in der EU eingetragen ist, keinerlei Geltung.
Auch Anonymus hat sich in dieser Sache wieder zu Wort gemeldet und zum Boykott von Paypal aufgerufen. Dies geschah wohl in einem solchen Umfang, dass sogar der Aktienkurs der Paypal-Mutter Ebay stark unter Druck gesetzt wurde.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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