Illegale Downloads in Japan nun Strafsache

Am gestrigen Montag ist in Japan ein Gesetz in Kraft getreten, nachdem für das illegale Herunterladen von Musik oder Filmen nun empfindliche Strafen drohen.

Laut einem Bericht von Torrentfreak warten auf Downloader nun Haftstrafen von bis zu 2 Jahren und Bußgelder von bis zu 2 Millionen Yen (circa 20.000 Euro). Ein „Three-Strikes“-Warnsystem ist offenbar nicht vorgesehen. Dem Bericht zufolge zielt das Gesetz darauf ab, die einbrechenden Verkäufe im japanischen Musikmarkt zu stoppen. Hier soll auf zehn illegale Musikdownloads ein legaler Download kommen, was nach Angaben der Industrie den Gesamtmarkt 2011 um 16 Prozent schrumpfen gelassen haben soll. 2010 soll der Industrie durch Raubkopien ein Verlust von rund 668 Milliarden Yen entstanden sein.

Dementsprechend wird das im Juni vom Parlament und jetzt in Kraft getretene Gesetz von der japanischen Musikindustrie freudig begrüßt. Beobachter werden dies als Erfolg massiver Lobbyarbeit. Illegale Uploads sind in Japan bereits seit 2010 unter Strafe gestellt. Hier drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren sowie Geldstrafen von bis zu 10 Millionen Yen. Allerdings scheint die neue Gesetzgebung einige Fragezeichen zu hinterlassen. Laut der Japan Times sei unter anderem der Download illegal hochgeladener Inhalte nur dann strafbar, wenn sich die Nutzer wissentlich der illegalen Quelle bedient haben. Bei der Strafverfolgung muss so zunächst immer dieser Vorsatz zunächst nachgewiesen werden.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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