Google Glass App sorgt für weitere Bedenken bei den Datenschützern

Personenidentifikation per Kleidung und Bewegungsmustern soll mit Google Glass kein Problem mehr sein.

Erst kürzlich sorgte eine kleine Bar in Seattle, die sich die allgemeine Hysterie um Datenschutz und Privatsphäre zunutze machte, für großes Aufsehen. Die Datenbrille Google Glass werde aus dem Lokal verbannt, da man mit ihr unauffällig andere Menschen ausspionieren könne. Der gelungene PR-Gag löste heftige Diskussionen aus und traf den Nerv der Internetszene.

Mit der Neuvorstellung des InSight-Systems gerät Google Glass erneut ins Zielfeuer der Datenschützer. Die App dient dazu, Menschen an ihrer Kleidung und ihren Bewegungsmustern zu identifizieren. Um Menschen Wiederzuerkennen, schießt die App eine Reihe von Bildern. Aus der Bilder-Serie wird ein Spatiogramm erstellt – eine Datei mit Merkmalen und Mustern der Person. Sollte die Person wiedererkannt werden, wird der Name der entsprechenden Person angezeigt.

Die Erfolgsquote der App liegt derzeit bei etwa 93 Prozent. Da das System auf Gesichtserkennung verzichtet, können Personen allein auf Grund ihrer Muster erkannt werden, auch wenn sie dem Brillenträgern den Rücken zuwenden.

Ist das InSight-System also nur ein weiterer Schritt von Google zum gläsernen Menschen? Google zeigte schon in der Vergangenheit, dass auch Daten aufgezeichnet werden, für die sie keine Berechtigung haben. So muss der Konzern derzeit 7 Millionen Dollar Strafe wegen ungerechtfertigter WLAN-Erfassung durch Street-View-Kamerawagen bezahlen.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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