Lian Li PC-O9 Gehäuse im Test

Vorsicht Glas!

Seite 2: Das Gehäuse im Detail


Das Design des PC-09 orientiert sich stark am minimalistischen Auftritt des PC-O8. Unterschiede gibt es dennoch. Die Frontscheibe des PC-09 erstreckt sich lediglich über die linke, sichtbare Kammer. Die rechte Kammer, welche die weniger fotogenen Komponenten aufnimmt, ist mit Aluminium verkleidet. Die linke Kammer kann dank der beiden Hartglasscheiben optimal in Szene gesetzt werden. Das Hartglas ist dabei braun getönt. Eine graue Tönung wäre unserer Meinung nach allerdings passender gewesen. Dank der mitgelieferten RGB-LED-Beleuchtung kann ohne zusätzliche Accessoires ein schickes Show-System gebaut werden. Das PC-O9 besitzt eine kubische, eckige Form und wird durch einen abgesetzten Mittelstreifen, der auch den beleuchteten Lian-Li-Schriftzug beherbergt, aufgelockert. Der Streifen erstreckt sich über die gesamte Front und den Deckel. Alternativ ist das PC-O9 mit einem rot eloxierten Mittelstreifen erhältlich. Ob noch weitere Farbvarianten erscheinen ist bis dato nicht bekannt, aber gut vorstellbar.


Das Anschlusspanel befindet sich zentral im Deckel. Neben vier USB-3.0-Ports gibt es zwei Audiobuchsen. Der Power-Button ist im Vergleich zu den USB-Ports besser zu erreichen und befindet sich im vorderen Bereich des Deckels. Ein Reset-Button ist nicht vorhanden.



Im Lieferzustand sind beide Hartglasscheiben demontiert und müssen mit jeweils vier großen Rändelschrauben befestigt werden. Der Innenraum an sich setzt auf ein konsequentes Doppelkammer-Layout. In der linken, einsehbaren Kammer wird das Herzstück des Systems verbaut. Die rechte, verdeckte Kammer nimmt dagegen die Datenträger sowie das Netzteil samt Kabellage auf.


Der Festplattenkäfig ist modular aufgebaut und kann nach der Entfernung von vier Rändelschrauben herausgenommen werden. Die Lüfter der rechten Kammer befinden sich nicht an der Rückwand, sondern sind am Käfig montiert. Der Käfig kann insgesamt sechs 3,5- und zwei 2,5-Zoll-Laufwerke entkoppelt aufnehmen. Auf eine werkzeuglose Montage wird wie auf 5,25-Zoll-Schächte verzichtet.



Im Werkzustand besitzt das Lian Li PC-O9 fünf vorinstallierte 120-Millimeter-Lüfter. Drei davon befinden sich an der Zwischenwand der beiden Kammern. Die Luft wird durch Öffnungen im Boden und im Deckel der linken Kammer eingesogen und in die rechte Kammer transportiert. Die rechte Kammer besitzt zwei 120-Millimeter, die die warme Luft durch die Rückwand herausblasen. Zusätzlich können drei 120-Millimeter-Lüfter im Deckel der linken Kammer montiert werden. Nutzer einer Wasserkühlung können maximal zwei 360-Millimeter-Radiatoren in der linken Kammer montieren. Je nach Montageart kann dadurch jedoch die maximal zulässige Erweiterungskartenlänge eingeschränkt werden.


Eine Halterung auf dem Boden der linken Kammer unterstreicht die Wasserkühlungstauglichkeit, da sie die für die Montage einer Pumpe beziehungsweise einer Ausgleichsbehälter-/Pumpen-Kombination ausgelegt ist. Eine Lüftersteuerung ist dagegen nicht vorhanden. Sehr gut zugängliche Filter mit Schubladenmechanismus unter dem Boden und dem Deckel sorgen für ein sauberes System.


Das PC-O9 besitzt acht PCI-Express-Slots. Leider erfolgt die Befestigung nicht mit Rändelschrauben, sondern mittels Schraubendreher und Standardschrauben. Zugänglich sind die Schrauben von der Rückseite aus nachdem die Abdeckung abgenommen ist. Die maximale Einbaulänge beträgt 420 Millimeter. Sollte in dicker Radiator in der linken Kammer genutzt werden, schrumpft das Platzangebot auf 290 Millimeter.


Auf dem Boden der rechten Kammer wird das Netzteil montiert. Ein dicker Gummistreifen entkoppelt das Netzteil vom Gehäuseboden. Für die Kabellage steht praktisch die gesamte Kammer bereit. So lassen sich viele, dicke Kabelstränge spielend bändigen. Durch zahlreiche Kabeldurchführung in der Trennplatte zwischen den Kammern können Kabel zielgerichtet verlegt werden. Vier Durchführungen besitzen Aluminium-Abdeckungen, welche die Öffnungen bei Nichtbenutzung dezent verbergen.

Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet. Die beiden verschiedenen Materialien wurden optimal bearbeitet und tadellos zusammengefügt. Scharfe Kante oder ungleichmäßige Spaltmaße sind nicht vorzufinden. Grundsätzlich sind auch die Materialstärken gut gewählt. Lediglich die vertikale Strebe, die vorne links der Befestigung der Hartglasscheiben dient, könnte etwas stabiler sein.
Nächste Seite: Testsystem und Messmethodik
Veröffentlicht:

Kategorie: Gehäuse
Kommentare: 2