Silverstone Temjin TJ09

Luxus mit Konzept?

Seite 3: Einbau und Betrieb

Einbau

Der Einbau geht dank Mainboardschlitten und gut verständlicher Anleitung schnell von Statten. Hat man das linke Seitenteil abgenommen, das Rechte muss nicht zwingend entfernt werden, sollte man als nächstes den Mainboardschlitten herausziehen, welcher wie die Seitenteile mit Thumbscrews befestigt ist. Anschließend kann das Mainboard inklusive Kühler und Steckkarten auf dem Schlitten montiert werden. Steckkarten können aber auch noch bei eingefahrenem Schlitten ein- bzw ausgebaut werden. Zuvor sollte allerdings das Netzteil befestigt werden. Dies kann auch um 180° gedreht werden, damit das Netzteil auch die Lüftungslöcher im Boden benutzen kann. Um die Festplatten einzubauen, wird einer der beiden Käfige durch Zusammendrücken der Griffe einfach herausgezogen und die Festplatten mit den zugehörigen Schrauben befestigt. Die Festplatten stehen auf der Seite und quer zum Gehäuse in den Käfigen. Danach kann der Käfig einfach wieder eingeschoben werden bis er einrastet und kann bei Bedarf von der rechten Seite aus festgeschraubt werden. Einzig die Versorgung der Festplatten mit Strom- bzw Datenkabel stellt sich auf den ersten Blick etwas unklar dar, ist aber kein großes Hindernis. Eine schraubenlose Befestigung der Steckkarten und Laufwerke wäre aus Sicht des Redakteurs wünschenswert.


   
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Der Einbau der oberen beiden Lüfter erfolgt schraubenlos über einen Klickmechanismus. Die Lüfter lassen sich relativ leicht ein- und ausbauen.

Sind erstmal alle Komponenten eingebaut, bieten sich einem genügend Möglichkeiten, die notwendigen Kabel so zu verstauen, dass das Gehäuse klar und aufgeräumt wirkt. Nur hinter dem Mainboard sind der Phantasie Grenzen gesetzt, dickere Kabel lassen sich hier aufgrund einer Strebe nicht zu den Laufwerken führen.

Beim wieder Zusammenbauen der Seitenwände ist aufgefallen, dass diese in der Mitte etwas lose und klapprig wirken. Dies ist aber das einzige Manko der ansonsten guten Verarbeitung und Stabilität des Gehäuses. An manchen Stellen sind die Kanten nicht vollständig entgratet, bringen aber keine Verletzungsgefahr mit sich.



Tausch des Frontlüfters

Um den Frontlüfter zu tauschen, muss der Mainboardschlitten sowie die rechte Seitenwand demontiert werden. Beim Mainboardschlitten reicht es, wenn man ihn 10-20cm herauzieht. Je nach Schraubendreher ist dieser mehr oder weniger im Weg. Hat man sich genügend Platz verschafft, kann man mit dem Abschrauben des "Durchgangs" anfangen. Hierzu sind 4 Löcher in die Abdeckung des Frontlüfters eingelassen, über welche man an die Schrauben herankommt. Sind die Schrauben gelöst, hat man nur noch den "Durchgang" vor sich liegen. An diesem sind oben und unten jeweils zwei Schrauben. Nach dem Lösen dieser Schrauben und dem Abheben der Abdeckung samt Frontlüfter, hat man freien Zugang zum Lüfter, welcher noch mit 4 Lüfterschrauben befestigt ist. Der Einbau des "Durchgangs" erfolgt im umgekehrter Reihenfolge. Hier sollte man darauf achten entweder einen magnetischen Schraubendreher zu verwenden, oder die Schrauben, mit denen der "Durchgang" befestigt wird, bereits in die Löcher zu legen, bevor man die Abdeckung mit dem Lüfter wieder befestigt. Da die Schrauben nicht lose in den Löchern sitzen, funktioniert dies auch relativ gut.


   
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Trotz allem ist der Tausch des Frontlüfters im Vergleich zu der schraubenlosen Montage der restlichen Lüfter recht umständlich. Hier würden wir uns eine ähnlich leichte Montage wünschen. Man sollte sich gut überlegen was für einen Lüfter man einbaut und darauf achten, ihn richtig herum einzubauen, denn es ist keine Freude den Frontlüfter öfters tauschen zu müssen.



Betrieb

Testsystem
  • Athlon 64 3000+
  • 2xGSkill 1024MB DDR 400
  • ASRock Dual-SATA2 (Uli 1695)
  • GeForce 7600 GS (XFX Xtreme)
  • Samsung HD160JJ
  • Levicom Visible Power 450W



Das Kühlkonzept

Mit dem TJ09 geht Silverstone neue Wege beim Kühlkonzept und verabschiedet sich von den seitlich auf das Mainboard blasenden Lüftern. Hierzu gibt es einen Durchgang durch das Gehäuse, worüber ein 120mm Lüfter seine Frischluft bezieht der direkt auf die Steckkarten bläst. Zusätzlich wurde dem Netzteil und den Festplatten ein eigener Luftkreislauf spendiert. Das Kühlkonzept ist im Prinzip das vom ATX-Standard vorgeschlagene: heiße Luft wird hinten oben aus dem Gehäuse transportiert und kalte Luft vorne unten angesaugt. Das Abgrenzen der Festplatten und nach unten Versetzen des Netzteils unterscheidet sich jedoch deutlich von derzeit üblichen Konzepten anderer Hersteller, die zudem meistens auf einen Lüfter in der Seite setzen, welcher den Luftstrom eher stört.



Temperaturen Athlon 64 3000+
Lüfter Top + Back + Front
46
32
Lüfter Top + Back
44
33
Lüfter Back + Front
46
32
Lüfter Back
46
33
 
0
115
57.5
°C


Temperaturen 7600 GS
Lüfter Top + Back + Front
81
56
Lüfter Top + Back
86
57
Lüfter Back + Front
101
69
Lüfter Back
108
75
 
0
115
57.5
°C


Temperaturen MB
Lüfter Top + Back + Front
33
32
Lüfter Top + Back
35
33
Lüfter Back + Front
37
35
Lüfter Back
40
38
 
0
115
57.5
°C


Dem Mainboard sowie der Grafikkarte gefällt der zusätzliche Luftstrom der beiden Top-Lüfter außerordentlich gut. Vor allem die passive Grafikkarte kann Temperaturunterschiede von mehr als 20°C erreichen. Dies wird bei aktiv gekühlten Karten vermutlich weniger stark ausfallen. Nichtsdestotrotz kann der Front-Lüfter noch einmal 5°C Unterschied herausholen. Das an den Boden verlagerte Netzteil sorgt dafür, dass die warme Luft nach oben hin ohne Probleme aufsteigen kann, was sicherlich auch der Temperatur des Netzteils zu Gute kommt, da dieses keine erhitzte Luft zum Kühlen benutzt. Die CPU kann von dem besseren Luftstrom nur kaum bis gar nicht profitieren. Dies ist allerdings auf den geringen Verbrauch der zum Test benutzten CPU zurückzuführen. Bei einer entsprechend wärmeintensiveren CPU sollten sich auch hier ähnliche Unterschiede wie bei der Mainboard-Temperatur einstellen.



Temperaturen HDD
Lüfter HDD + Back + Front
36
Lüfter Top + Back + Front
38
Lüfter Back + Front
40
 
0
115
57.5
°C


Die HDDs profitieren trotz des abgetrennten Bereichs von den Top-Lüftern ähnlich stark, wie von dem HDD-Lüfter. Dieser dürfte seine volle Stärke erst bei einer Bestückung mit mehreren Festplatten ausspielen, da das Aluminium dann mit wesentlich höherer Hitzeentwicklung klar kommen muss.




Geräuschniveau der Lüfter

Die mitgelieferten Lüfter sind deutlich zu hören und geben ein in etwas höherer Tonlage gelegenes Geräusch von sich. Für Silent-Freaks sind diese absolut ungeeignet. Wer kein besonderen Wert auf leise PCs legt, sollte mit den Lüftern gut bedient sein. Hier gibt es noch Potenzial für Silverstone, denn gerade bei den 120mm Lüftern sollten leisere Varianten möglich sein. Überlegenswert wäre auch eine Lüftersteuerung, mit der man diese auf das nötige Geräusch/Leistungsniveau regeln kann.
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Kategorie: Gehäuse
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