Lian Li PC-A77

Blackbox

Seite 3: Praxishinweise - Schlussbemerkung

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Praxishinweise

  • Vorbereitung
  • Das größte Hindernis nach dem Auspacken, stellen zu Beginn der Montage die Thumbscrews da, die werksseitig "zugeknallt" wurden. Hier ist ein Schraubenzieher zum Öffnen des Gehäuses, Entfernen des Mainboard-Schlittens sowie Lösen der PCI-Slotblenden unumgänglich. Wer möchte, kann die Schiene für lange Grafikkarten durch Lösen der Schraube am Boden zur Montage der Komponenten entfernen. Anschließend lässt sich diese, unter Nutzung des zutreffenden Montageloches am Boden, wieder einsetzen. Ein gänzlicher Verzicht auf diese Aluminiumstrebe wirkt sich übrigens nicht sonderlich negativ auf die Stabilität des Gehäusekonstruktes aus.
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Quelle: Bild re. - Lian Li

  • Motherboard

  • Das Motherboard kann, mit entfernter Grafikkartenschiene, bequem im Gehäuse montiert werden - dem großzügigen Platzangebot sei Dank. An dieser Stelle sei nochmals auf die Montageplatte für SSI CEB/EEB Mainboards hingewiesen, die in diesen seltenen Fällen vorher mit dem Motherboard-Tray verschraubt werden muss. Letzteres ist nach Lösen dreier Thumbscrews ebenfalls entfernbar und bietet somit die zweite Montagemöglichkeit für das Motherboard. Es sollte jedoch dringend darauf geachtet werden, dass der CPU-Kühler nicht verhindert, dass das Tray später problemlos eingesetzt werden kann. Ein besonderes Auge sollte hierbei auf den Abstand zwischen den unteren Kühlfinnen und dem Motherboard geworfen werden. Dieser wird in ausreichender Größe zum "Rangieren" des Trays bei großen Kühlern benötigt.
  • Platzmarkierungen für die Abstandshalter der jeweiligen Motherboardgrößen hat Lian Li nicht in das Alu-Tray integriert, sodass man die Montageplätze selbst ausfindig machen muss. Nach erfolgreicher Montage der Grundkomponenten wie Motherboard, RAM und Co. fällt auf, dass die Kabel für die Frontanschlüsse, besonders die LED- und Taster-Kabel, einigermaßen kurz geraten sind. Somit bleiben hier nicht allzu viele Möglichkeiten der Kabelverlegung offen. Weiterhin fehlen dem Motherboard-Tray für ein ausgewachsenes Kabelmanagement einige Öffnungen, in unserem Falle besonders für IDE- und das ATX-Stromkabel. Dieses lässt sich aufgrund des zu geringen Abstandes zwischen Seitenteil und Rückseite des Motherboard-Trays am Falz nur komplett im sichtbaren Bereich verlegen. Im Hinterkopf behalten sollte man, dass das Netzteil im unteren Montageschacht verbaut war.
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  • Netzteil und Laufwerke

  • Durch den modularen Aufbau der HDD-Befestigung und in Folge dessen der Netzteil-Platzierungen, ergeben sich folgende Varianten für die Montage der Stromversorgung:
  • Netzteil auf dem Boden, HDD-Modul im Deckel (Standard ab Werk)
  • Netzteil im Deckel, Boden bleibt frei
  • zwei Netzteile bis 22cm Länge im Deckel/am Boden
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  • Der untere Montageplatz für das Netzteil sieht vor, dass dieses vom Boden des Gehäuses kühle Luft einsaugt, die dann über den rückseitigen Lüfter direkt wieder ausströmt und somit nur die Netzteilkomponenten kühlt. Leider hat man hier den Staubfilter erst unmittelbar unter der Position des Netzteiles aufgebracht. Hätte man dieses direkt am Lufteinlass montiert, würde der Staub gänzlich aus dem Gehäuse respektive dem Inneren des Netzteiles gehalten. Eine Entkopplung für das Netzteil wird am Boden über Gummistreifen gewährleistet, über die Blende findet dennoch eine Übertragung auf die Rückwand statt. Für die Kühlung der restlichen Komponenten sollen der CPU-Lüfter und die rückwärtigen Kollegen sorgen - die durch einen optional erhältlichen Lüfter zur Montage neben der PCI-Slots unterstützt werden kann. Weiterhin führen die Lüfter in der Front, sofern montiert und in Betrieb, Frischluft zu.
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Quelle: Lian Li

  • Das Frontpanel lässt sich mit sanfter Kraftanwendung (de)montieren, die gelochten Frontblenden mit entnehmbarem Staubfilter sind simpel befestigt, sitzen jedoch fest und lassen sich bequem entfernen. Dennoch sträubt sich bei der Metall auf Metall Lösung und den zugehörigen Kratzgeräuschen das ein oder andere Haar und die Frage einer eleganteren Lösung darf gestellt werden. Die Laufwerksmontage geht problemlos von Statten, genau wie das Befestigen der PCI-Erweiterungskarten mittels Thumbscrews. Aufgrund des weichen Materials Aluminium sind die Gewinde geöst eingefügt und aus härterem Material. Bei einem Gehäuse jenseits der 200€ Marke darf man als Tester, umso mehr noch als Kunde, jedoch wenigstens eine 3,5" Blende im Lieferumfang erwarten. Diese ist jedoch lediglich als Sonderzubehör erhältlich - gleiches gilt für ein oder zwei Stealth-Blenden aus dem Hause Lian Li, die sich im Lieferumfang positiv, bei der Marge jedoch kaum negativ bemerkbar machen dürften.
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Quelle: Lian Li

  • Mittlerweile keine Neuigkeit bei Lian Li mehr, aber ein weitgehend sinnvolles Funktionsprinzip, ist die Montage der Festplatten in den Modulen. Die mit einem Gummiprofil versehenen Schrauben werden in die seitlichen Schraubgewinde der HDDs eingeschraubt und anschließend die gesamte Festplatte in den gewünschten Montageplatz im Modul eingeschoben, wobei die Schrauben als Halterung in diesem und die Profile der Vibrationsdämpfung dienen. Eine Vergleichsfestplatte war bei konventioneller Montage wahrnehmbar lauter, jedoch bietet auch das Patent von Lian Li keine vollkommene Entkoppelung und Geräuschdämmung.
  • Apropos Entkoppelung: Ein bekanntes Phänomen bei Aluminium-Gehäusen ist das Klappern der Seitenteile während des Betriebes, verursacht durch Vibration von HDD, Lüftern und Co. Um dem entgegenzuwirken, hat Lian Li in Abständen kleine Plastikdämpfer montiert, die das Seitenteil sanft nach außen drücken, so unter Spannung bringen und Vibrationen unterdrücken.
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  • Lüfter und eingebaute Lüftersteuerung

  • Die Lüfterlautstärke gibt Lian Li nicht explizit im Datenblatt an - subjektiv kann sie aber auf ungeregeltem Niveau bei 12V mit "zu laut" beschrieben werden. Genauer definiert geben die Lüfter, derer werksseitig vier verbaut sind, ein deutliches Rauschen von sich, somit sind Silent-Fans ohne Modifikationen nicht zufrieden zu stellen. Auch der Einsatz des Lüftercontrollers verspricht leider kaum Besserung - eine direkte Regelung der Lüfterdrehzahlen ist über das "Smart Fan-Kontrollthermometer" schon gar nicht möglich. Selbst auf angezeigten 990rpm (laut Lian Li liegt die minimale Lüfterdrehzahl bei ca. 1050rpm) ist der CPU-benannte Lüfter immer noch als störend auszumachen.
  • Seitens Lian Li ist wohl vorgesehen, dass die Lüfterdrehzahl an die Temperaturen im Gehäuse angepasst wird. Gemessen wird diese über maximal drei Sensoren, die an verschiedenen Punkten paltziert werden können. Werksseitig vorgeschlagen sind die CPU sowie zwei weitere Punkte. Beachtet werden sollte, dass Lian Li im Umkehrschluss hervorhebt, der Lüftercontroller sei nur für Systemlüfter und nicht für die CPU-Kühlung zu verwenden.Neben der "Regelung" der Drehzahlen und Anzeige der Temperaturen bietet das Thermometer eine Digitaluhr, eine Festplattenaktivitätsanzeige sowie eine animierte Power-Balkendarstellung, deren Sinn dem Tester verschlossen bleibt.
  • Das nette Detail, dass sich jemand Gedanken um den Schutz vor Kurzschlüssen gemacht hat, und deshalb die Lüfteranschlüsse mit Blindstopfen versehen ließ, wird durch die unzureichende bemessene Kabellänge leider überschattet. Ist man, wie in unserem Falle, dann zu dem Entschluss gekommen, lieber auf das smarte Thermometer zu verzichten, so lässt sich dies leider nicht derart entfernen, dass man die entstehende Lücke mittels einer Frontblende überdecken könnte.
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Quelle: Bild re. - Lian Li

Schlussbemerkung

Basierend auf dem stolzen Verkaufspreis sowie den bisherigen Leistungen bei Lian Li gingen wir mit hohen Erwartungen in den Test des PC-A77. Nach ausgiebigem Test haben wir diese herabschrauben müssen. Wie bereits beim PC-P60 Armorsuit ist es nicht zu verstehen, weshalb man als Kunde bei einem Gehäuse zum Preis eines Low-End-PCs etwa einen Einbaurahmen samt Frontblende für ein 3,5" Laufwerk oder eine Stealth-Blende für ein optisches 5,25" Gerät extra erstehen muss. Zusammengerechnet handelt es sich hier um Material für rund 15€, wohlgemerkt Verkaufspreis. Somit dürfte es allemal wirtschaftlich vertretbar sein, dem Kunden hier entgegenzukommen. Gerne gesehen wäre auch noch ein 2,5" Montagerahmen, Kostenpunkt im Handel rund 8€. Etwas leichter könnte man diese Kröten noch schlucken, wären da nicht weitere Fauxpas, wie die kurz geratenen Kabel oder die mit Fingerkraft nicht lösbaren Thumbscrews.
Insgesamt bietet unsere Black Box PC-A77 einiges an Raum, eben auch für Verbesserung. Wer sich bewusst für ein solch großes und teures Gehäuse entscheidet, wird mit dem Lian Li PC-A77 sicherlich langfristig einen guten Kauf tätigen, muss aber bis auf Weiteres für die fehlenden Montagematerialien selbst aufkommen.

positiv:
negativ:
Verarbeitungsqualitätkeine 3,5"/5,25" Frontblenden im Lieferumfang
komfortable Montagelösungenwerksseitig Thumb-Screws zu fest angezogen




Preis
(Caseking)
~240€
(Stand 31.08.2009, ohne Versandkosten)



Bezugsquelle: Caseking

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Kategorie: Gehäuse
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