HIS Radeon RX 480 IceQ X² Roaring Turbo

Seite 2: Die Grafikkarte im Überblick

Die HIS Radeon RX 480 IceQ X² Roaring Turbo setzt auf AMDs aktuelle Performance-GPU „Polaris 10“ der satte 8 GByte GDDR5 Speicher zur Seite stehen. Gefertigt wird der Grafikprozessor im aktuellen „14nm FinFet“-Verfahren. Dabei setzt sich der Polaris 10 aus insgesamt 5,7 Milliarden Transistoren zusammen, die sich auf eine Chipfläche von 232mm2 erstrecken. Der Basis-Takt liegt laut AMDs Spezifikation bei 1.120 MHz Basis-Takt und einem Boost-Takt bis zu 1.266 MHz, je nach Lastszenario. HIS hat bei seiner RX 480 IceQ X² Roaring Turbo diesen Wert entsprechend nach oben korrigiert und verspricht einen Boost-Takt von 1.338 MHz.


Der Grafikprozessor bietet dabei insgesamt 2.304 Shadereinheiten, zu diesen gesellen sich 144 Textureinheiten und 32 Raster-Operation-Prozessoren. Der GPU zur Seite stehen 8 GByte GDDR5 Speicher, die über ein 256 Bit breites Speicherinterface an den Polaris 10 angebunden sind. Anders als NVIDIA bei der GeForce GTX 1080 setzt AMD hier nicht auf GDDR5X Speicher. Der Speicher arbeitet mit 2.000 MHz und erreicht in Zusammenarbeit mit dem 256 Bit breiten Speicherinterface eine Speicherbandbreite von rund 256 GB/s. Die TDP insgesamt gibt AMD für den Polaris 10 im Vollausbau mit 150 Watt an, wobei hiervon 85 Watt auf die GPU fallen und der Rest auf die weiteren Komponenten.

Unterstützt werden von der RX 480 dabei eine große Anzahl neuer Technologien, allen voran die Grafikschnittstelle DirectX 12, die Entwicklern deutlich mehr Kontrolle über die Recheneinheiten gibt und anfallende Aufgaben besser verteilen lässt. In künftigen Titeln versprechen wir uns hier neben einer effizienteren Nutzung der Grafikprozessoren vor allem noch realistischere Effekte. Mit der weiterentwickelten GCN-Architektur der 4. Generation führt AMD in Polaris aber auch weitere wichtige Änderungen beziehungsweise Erweiterungen ein.

Zu nennen ist dabei der Primitive Discard Accelerator, der eine überzogene Tessellation verhindern soll. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise NVIDIAs GameWorks-Technologien zu nennen, die Tessellation nutzen und dabei auf die Vorteile der eigenen GPU-Architektur eingehen. AMD hatte mit der GCN-Architektur hier allerdings einige Probleme und versucht „unnötige“ Tessellation damit einzudämmen. Viele Effekte nutzen hier Tessellation, sind aber ab einem bestimmten Level nicht mehr sichtbar und kosten einfach nur noch Leistung. Der Primitive Discard Accelerator funktioniert hierbei wie ein Filter auf der Rendering-Pipeline, der überschüssige Berechnungen erkennt und herausfiltert, ohne das visuelle Ergebnis zu beeinträchtigen. Die freigewordene Leistung wird dabei für MSAA aufgewendet.

Des Weiteren setzt AMD auch auf einen neuen Index-Cache, der Daten länger vorhält und verhindert, dass diese Daten nicht mehr so oft zwischen den Caches und dem Grafikspeicher hin und her geschrieben werden müssen. Ein verbesserter Instruction Prefetch soll weiter die Leistung erhöhen. Der größere Cache und Buffer werden effizienter angesprochen und sollen damit eine effektivere Zusammenarbeit mit dem Grafikspeicher gewährleisten. Verbessert wurde zudem auch die Komprimierung der Daten im Speicher. Mit im Vergleich 256 Bit recht schmalen Speicherinterface ist das auch notwendig, so will AMD hier mit Delta Color Compression (DCC) einen gewissen Grad kompensieren. Das Verlustlose Kompressionsverfahren speichert einen Basispixelwert und für die umliegenden Pixel einer 8x8 Matrix den Unterschied (das Delta). Da das Delta ein kleinerer Wert ist, kann dieser schneller gespeichert werden und benötigt zudem weniger Platz im VRAM. Komprimiert werden kann auch ein einzelner Farbwert, sodass Speicherplatz und auch Speicherbandbreite eingespart werden. Im Kompressionsverhältnis 8:1 soll laut AMD die Speicherbandbreite um bis zu 38 Prozent steigen.



Die HIS Radeon RX 480 IceQ X² Roaring Turbo setzt ab Werk auf einen Dual-Slot Lüftkühler mit zwei 90mm Axial-Lüftern. Die beiden Lüfter sind in einem transparenten Blau gehalten und werden von einer üppig gestalteten Kühlerabdeckung umgeben. Als Blickfang dient eine goldene Verzierung die an ein Raubtier erinnern soll. Von der Seite betrachtet propagiert ein großes beleuchtetes HIS-Logo im Betrieb die Herkunft der Grafikkarte.

Die Rückseite hat HIS mit einer massiven Backplate aus Aluminium verkleidet. Diese ist in der Mitte mit zahlreichen Öffnungen perforiert und soll damit die Abwärme der PCB-Rückseite durchlassen.


Unter der Kühlerabdeckung verbirgt sich der eigentliche Kühlkörper der HIS Radeon RX 480 IceQ X² Roaring Turbo. Direkten Kontakt hat der Kühler über einen Kupferblock zur GPU. In diesen sind vier Kupferheatpipes eingearbeitet, die in unterschiedliche Bereiche des Kühlers laufen. Drei Heatpipes verlaufen hierbei in den Bereich oberhalb der Spannungsversorgung und sind von zahlreichen Aluminium-Kühlfinnen umgeben, eine Heatpipe verläuft in den Bereich oberhalb der GPU und ist dort an der Außenseite in die Kühlfinnen eingearbeitet.



Der Blick auf das PCB gibt den Blick auf die insgesamt 6 Phasen die der Polaris-GPU zur Verfügung, stehen frei. Weiter hat HIS einen Rahmen über die Speicher geschraubt, der wie eine Art Passiv-Kühler funktioniert und durch Kontakt mit dem Kühlkörper die Abwärme an diesen abgeben kann. Die Energieversorgung übernimmt bei der HIS Radeon RX 480 IceQ X² Roaring Turbo ein 8 Pin Stecker. Bei der Referenz hat AMD einen 6 Pin Stecker vorgesehen, was in Anbetracht der TDP auch absolut ausreichend ist. Die Version von HIS ermöglicht so eine maximale Leistungsaufnahme von 225 Watt zusammen mit dem PCI-Express-Slot. Die Übertaktung ab Werk ist damit auf jeden Fall mehr als abgedeckt und lässt Spielraum für weitere Übertaktung zu.


Die Slotblende beherbergt eine Auswahl aktueller Schnittstellen. Neben einmal Dual-Link-DVI sind hier HDMI 2.0b und dreimal DisplayPort 1.4 zu finden. An der Konnektivität zu aktuellen Displaytypen sollte es damit nicht fehlen.
Nächste Seite: Testsystem
Veröffentlicht:

Kategorie: Grafikkarten
Kommentare: 1