Samsung Wave S8500

Mit Bada-Betriebssystem an die Spitze?

Seite 4: Praxistest

Ergonomie

Das Wave S8500 liegt sehr gut am Ohr und hervorragend in der Hand. Das Smartphone fühlt sich sehr wertig an, die Haptik auf Grund des Metallgehäuses ist ausgezeichnet. Das Samsung Wave S8500 bildet einen perfekten Kompromiss aus Displaygröße, Ausmaße sowie Gewicht und ermöglicht so eine klasse Handhabung.



Display

Das 3,3 Zoll große Super-AMOLED Display bietet eine hohe Auflösung von 800x480 Pixeln. Die Blickwinkelunabhängigkeit ist, speziell in Anbetracht dessen, dass hier ein Handy-Display begutachtet wird, sehr überzeugend. Die Farben sind satt und kräftig, der Kontrast stets sehr hoch und der Schwarzwert ausgezeichnet. Die Schärfe und Klarheit des 3,3 Zoll großen Touchscreens sind beeindruckend. Bei direkter Sonneneinstrahlung bietet das Display nur bedingt gute Lesbarkeit, Voraussetzung dafür das trotz der Sonnenstrahlen noch etwas gesehen werden kann, ist ein entsprechendes Hochstellen der Display-Helligkeit. Negativ zu werten ist die Tatsache, dass das Wave S8500 nicht mit einem Lichtsensor ausgestattet ist und der Nutzer somit die Helligkeit je nach Lichteinfall selbstständig justieren muss. Samsung schafft es nicht nur Dank der Super-AMOLED-Technik den Stromverbrauch des Displays zu reduzieren, sondern dem Kunden auch das aus technischer Sicht aktuelle Maximum anzubieten. Einzig die Diagonale von 3,3 Zoll ist suboptimal, wenn das Smartphone überwiegend als Multimedia- und Internet-Handy benutzt werden soll. Hier wäre ein etwas größeres Display sicherlich von Vorteil gewesen.


(*klick* zum Vergrößern)


Bedienung

Die Bedienung des Samsung Wave S8500 findet primär per Touchscreen statt. Die drei Tasten die im unteren Bereich der Front des Smartphone angebracht sind, dienen entweder zur Annahme von Anrufen, dem Beenden Letzterer oder dem Aufrufen des Hauptmenüs beziehungsweise dem Zurückkehren zum Widget-Bereich. Der Touchscreen reagiert einwandfrei und setzt Fingerbewegungen direkt ohne Verzögerung um. Das obligatorische Zoomen im Browser ist mit zwei Fingern (Multitouch) ebenso möglich, wie auch ein Vergrößern von Bereichen durch einen schnellen Doppelklick aufs Display. Ebenso kann der Bildschirm-Hintergrund gedreht werden. 90 Grad-Drehungen im Uhrzeigersinn oder gegen diesen werden fast direkt ausgeführt, sobald das S8500 in der Horizontalen bewegt wird. Ebenfalls mit an Bord sind sog. Gesten, welche aktiviert oder deaktiviert werden können. Wenn das S8500 bei einem Anruf lautlos agieren soll, aber das falsche Profil ausgewählt ist, dann kann das Smartphone im Moment des Anrufs einfach mit der Displayseite nach unten auf eine Fläche gelegt werden und das Klingeln wird unterbunden. Wenn das Wave S8500 während eines Anrufs auf den Rücken, also mit der Displayseite nach oben, gelegt wird, dann aktiviert sich automatisch die Freisprechfunktion. Diese Gesten-Funktionen sind nichts gänzlich Neues, haben aber dennoch ihren Nutzen im Alltag. Die Menüs sind übersichtlich, man findet sich relativ schnell zurecht und die Applikationen und Anwendungen werden schnell geöffnet und auch wieder geschlossen. Das SMS-Schreiben geht relativ zügig von der Hand. Da das Display nur 3,3 Zoll groß ist, ist es speziell für diejenigen mit größeren Händen ratsam, das Wave S8500 zu drehen und so eine breite Tastatur zum "Tippen" zu haben. Wobei der Touchscrenn stets genau und zügig auf die Tippbefehle reagiert. Störend ist die Tatsache, dass das Samsung S8500, im Gegensatz zum iPhone, keine Möglichkeit bietet per Doppelklick auf das Leerzeichen einen Punkt zu erzeugen. Stattdessen muss, um einen Punkt einzufügen, durch drei Seiten geblättert werden, welche Satzzeichen und Ähnliches beinhalten. Dadurch verzögert sich das Schreiben von Texten unnötigerweise.



Multimedia-Funktionen

Die Kamera ist sicherlich eines der großen Highlights des Samsung Wave S8500. Die 5 Megapixel Handy-Cam (die maximale Auflösung liegt bei 2560x1920 Pixel) löst schnell aus, ist mit einem LED-Blitz ausgestattet und ermöglicht, bei ruhiger Hand, qualitativ gute Bilder. Die Einstellmöglichkeiten sind für ein Smartphone relativ groß. Der ISO-Wert lässt sich ebenso festlegen, wie der Weißabgleich, die Art des Fokus (Auch Gesichtserkennung ist mit an Bord), die Belichtungsmessung und auch ein Selbstauslöser ist mit dabei. Vorhanden sind auch diverse voreingestellte Szenen-Modi, wie ein Portrait-, Landschafts-, Kerzenlicht-, Sonnenuntergang oder Text-Modus. Die geschossenen Fotos können durchaus überzeugen und bieten natürliche Farben und eine allgemein hohe Schärfe, es kann jedoch des Öfteren passieren, dass einige Bilder verwackeln (trotz aktiviertem Bildstabilisator), daher ist eine ruhige Hand von Nöten. Der LED-Blitz und dessen Intensität sind mehr als ausreichend um auch im Dunkeln ein ansprechendes Foto zu schießen. Je düsterer es ist, desto mehr nehmen Rauschen und Unschärfe der Bilder zu, was jedoch bei einer Handykamera zu verzeihen ist. Die Bildqualität kann, wie auch die Auflösung, selbstverständlich nach unten reguliert werden. Die Videofunktion des auf dem Bada-Betriebssystem basierenden Samsung Smartphone ist ausgezeichnet. Das Samsung Wave S8500 kann Videos in 720P HD-Auflösung aufnehmen, maximal mit 1280x720 Pixeln. Die Qualität in Sachen Ton und speziell in Sachen Bild ist, für eine Handy-Cam, absolut hervorragend. Sehr positiv ist die Tatsache zu werten, dass der LED-Blitz im Videomodus aktiviert werden kann. Die Videoqualität, wie auch die Auflösung, kann selbstverständlich nach unten reguliert und beispielsweise für MMS speziell angepasst werden. Eine Selbstauslöser-Funktion ist im Videomodus ebenfalls verfügbar. Der MP3-Player leistet sehr gute Arbeit. Die Tonqualität lässt, mit dem mitgelieferten Headset, keinen Grund zur Beanstandung. Die Playlisten können manuell verwaltet werden, auch ein Sortieren nach Künstler, Album oder Titel ist problemlos möglich. Der verbaute Mono-Lautsprecher kann selbst bei größerer Lautstärke noch mit einer recht präzisen und sauberen Wiedergabe glänzen. Der integrierte Videoplayer bietet vielerlei Einstellmöglichkeiten, unter anderem können eigene Videos direkt im Smartphone bearbeitet werden. Auch DIvX-HD-Videos können wiedergegeben werden. Der Web-Browser stammt aus dem hause Dolphin und stellt größtenteils alle Internetseiten ohne Probleme dar, ausgerechnet bei der Technic3D Homepage gibt es jedoch Probleme. Ärgerlich ist die verwendete Schriftart, welche ohne ein Zoomen oftmals schwer leserlich erscheint. Ansonsten überzeugt der Dolphin-Browser mit Schnelligkeit und sehr ansprechenden Ladezeiten. Die Helligkeit kann direkt im Browser selbst, unabhängig von der allgemeinen Bildschirmhelligkeit, eingestellt werden. Das Aufrufen der Adresszeile geht umständlich von der Hand. Da das Smartphone Bauform-bedingt eher länglich daherkommt, ist das Surfen im Netz nicht so angenehm, wie beispielsweise bei einem IPhone 3G/S. Wer mit dem Smartphone gerne spielt, dem steht mit dem Wave S8500 eine leistungsstarke Plattform zur Verfügung, einzig der App-Store muss sich zukünftig in Sachen Angebot noch deutlich breiter aufstellen. GPS funktioniert ohne Probleme, negativ ist jedoch, dass die vorinstallierte Software nur in einer 60 Tage Testversion vorliegt, nach dieser Frist muss bezahlt werden für GPS-Dienste respektive die Software. Die Organizer-Funktionen des Telefons sind sehr gut, der Kalender übersichtlich und leicht um Termine und Erinnerungen zu erweitern.

  

(Links: Makro-Aufnahme - Rechts: AF-Aufnahme)



(Kamera Test-Video 720P Aufnahme)


Sprachqualität/Empfang

Die Sprachqualität ist nicht optimal. Im Grunde bietet das S8500 stets eine saubere Sprachausgabe, um den Gesprächspartner jedoch anständig zu verstehen, muss die Lautstärke schon etwas hochgestellt werden, je näher man an die maximale Lautstärke gelangt, desto blecherner, verzerrter klingt der "Gegenüber". Uns wurde allerdings stets eine präzise und gute Sprachqualität vom Gesprächspartner bescheinigt, dass Mikrofon des Samsung Wave S8500 scheint also gut zu arbeiten. Im Freisprechmodus gibt es keine größeren Probleme, wobei auch hier der Gegenüber mit zunehmender Lautstärke etwas blechern und unsauber klingt. Die Empfangsqualität ist zwar durchgängig gut, jedoch beim Aktivieren von UMTS (3G) wird diese etwas gesenkt.



Akku

Der 1500 mAh starke Lithium-Akku leistet für den Smartphone-Sektor erstaunliches. Selbst bei einer intensiveren Nutzung des Wave S8500, also dem gelegentlichen Internet-Surfen, dem Überprüfen von E-Mails, dem Aufnehmen von Schnappschüssen mit der Handy-Cam und dem Musik hören per verbautem MP3-Player, muss das Smartphone erst nach guten zwei Tagen an die Steckdose. Das IPhone 3G muss beispielsweise bei ähnlicher Nutzung jeden Tag aufgeladen werden.
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Kategorie: Handys
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