Crysis 2 im Test

Seite 1: Crysis 2

Die in Coburg gegründete, deutsche Firma Crytek, schickt mit Crysis 2 den legitimen Nachfolger des äußerst erfolgreichen ersten Teils in das Rennen, um die Krone im Ego-Shooter-Genre. Die Messlatte auf Grund der enormen Popularität des Vorgängers, liegt für Crysis 2 sicherlich hoch. In wie weit sich das neue Setting, aus dem Dschungel in die Großstadt, positiv bemerkbar machen kann und was es Spektakuläres von der Alien-Front zu berichten gibt, zeigen wir in nachfolgendem Review.

Wie bereits in Crysis, schlüpft der Spieler im Nachfolgetitel erneut in den mächtigen Nanosuit. Dieses mal übernimmt man jedoch die Steuerung von Alcatraz, einem einfachen Soldaten, welcher von Prophet, einem bekannten Akteur aus dem ersten Teil der Crysis Reihe, in dessen Nanosuit gesteckt wird, bevor Prophet an den Folgen einer Virusinfektion stirbt. Dieser Virus ist es, der im Zentrum der Story von Crysis 2 steht. Im New York der Zukunft haben Aliens, welche als "Ceph" bezeichnet werden, einen tödlichen Virus freigesetzt, welcher die Menschen allmählich verenden lässt. Die Brücke zwischen dem ersten Teil der Crysis Reihe und dem aktuellen Titel bildet stets der Nanosuit. In Rückblenden wird das offene Ende von Crysis und der Zusammenhang dessen mit dem Nanosuit aufgezeigt. Das Crysis 2 dennoch ein völlig eigenes Spiel darstellt, ist nicht nur im gänzlich neuen Setting begründet. Statt "Inselflair" und "Strandfeeling" geht es nun darum, sich Horden von Gegnern im zerstörten New York entgegenzustellen. Speziell das neue Alien-Design weicht sehr stark von den an Tintenfisch erinnernde Aliens des ersten Teils ab. Nun sind die außerirdischen Gegner Lebewesen die in mechanischen Anzügen stecken und mit brachialer Feuerkraft aufwarten.

Der Einstieg in das Spiel wird zunächst als Art Tutorial aufgezogen. Dem Spieler werden grundlegende Dinge erklärt, wie die Steuerung, die Kameraperspektive und selbstverständlich auch die Benutzung des Nanosuits. Schritt für Schritt nimmt die Intensität des Szenarios zu und dementsprechend auch die Möglichkeiten, die das Spiel dem Gamer an die Hand gibt. Spätestens in dem Moment, wo die direkte Konfrontation mit den Aliens bevorsteht, hat das Tutorial quasi sein Ende erreicht und durchaus gut auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet. Hauptaufgabe ist es zunächst, den Wissenschaftler Nathan Gould ausfindig zu machen. Um sein Einsatzziel zu erfüllen, muss sich der Spieler anfänglich durch die einzelnen Sicherheitszonen kämpfen, welche als Absperrung vor einem unautorisierten Eindringen in das vom Virus verseuchte New York schützen sollen. Zu Beginn trifft man also auf den Typ "einfacher Soldat", welcher zwar mit viel Feuerkraft aufwartet, aber speziell bei platzierten Schüssen schnell aus dem Weg geräumt ist. Die KI leistet sich keine großen Ausrutscher, im Gegenteil, sie arbeitet auf sehr hohem Niveau. Die Gegner gehen in Deckung, rufen Unterstützung herbei und können gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden enorm fordernd sein.

Da schon der Vorgänger mit einer bombastischen Grafik aufwarten konnte, sind die Ansprüche an Crysis 2 nicht weniger groß, hinsichtlich des optischen Erscheinungsbildes. Crytek leistet sich keine größeren Ausrutscher und sorgt für einen rundum gelungen optischen Eindruck, welcher direkt vom Start weg gegeben ist. Der Spieler hat einige Freiheiten innerhalb der Levels, verglichen mit dem Vorgänger wirkt Crysis 2 jedoch wie ein "eingezäunter Streichelzoo". Die Level sind allesamt schlauchartig aufgebaut, jedoch relativ großzügig gestaltet. Abhilfe schaffen die hervorragend inszenierten, geskripteten Szenen, welche für einige Überraschungsmomente sorgen und das Spielerlebnis deutlich anheben. Gerade das Setting des zerstörten New Yorks und die anspruchsvolle KI sorgen für äußerst gehobene Shooter-Kost, welche jede Menge Spaß bereitet, trotz der eingeschränkten räumlichen Freiheiten, verglichen mit dem ersten Teil der Crysis Reihe. Wahlloses Speichern ist nicht möglich, sobald ein vorgegebener Kontrollpunkt erreicht ist, speichert das Spiel automatisch ab. Die Gegner sind im weiteren Verlauf von Crysis 2 oftmals zahlreich vorhanden und hier ist es oft ratsam, in den Stealth-Mode zu schlüpfen und wenn machbar, unbemerkt zum Kontrollpunkt vorzudringen. Gerade der Nanosuit stellt das taktische Kernelement in Crysis 2 dar und bietet dem Gamer eine differenzierte Vorgehensweise, wie man in den einzelnen Levelabschnitten agieren kann. Das Gegner-Design lässt dahingehend zu wünschen übrig, dass sich der Gegnertyp keiner großen Abwechslung bedient, sondern die optische Präsentation der Soldaten und auch der Aliens schnell monoton wirkt.

    
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Munition ist reichlich vorhanden, wobei ein stetiges Dauerfeuer nicht zu empfehlen ist. Die Waffen sowie auch der Nanosuit können im Verlaufe des Spiels verbessert und erweitert werden und das ist auch notwendig, gerade bei vereinzelten Bosskämpfen. Die Waffenauswahl ist als übersichtlich zu bezeichnen und das Gameplay mit den Waffen ist sehr gut geworden. Schade ist auch, dass die Umgebung nicht mehr derart in Mitleidenschaft gezogen werden kann, wie es bei Crysis der Fall war. Auch die Möglichkeit, Objekte wie Autos oder herumliegende Kleinteile auf die Gegner zu schleudern, ist löblich, muss aber nie wirklich in Betracht gezogen werden. Das Spielerlebnis im Singleplayer-Modus dauert circa acht bis zehn Stunden, je nachdem, wie der Spieler innerhalb der einzelnen Levelabschnitte vorgeht.
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Kategorie: PC-Spiele
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