26.06.2009
Justus Rathe
Review:

SSD-Roundup 2009 – moderner Vierkampf

Seite 4: Fazit

Innerhalb der SSD-Entwicklung zeigt sich in unserem Test der erzielte Fortschritt. Nimmt man die G.Skill Titan als Vergleich für die alte Generation, so zeigt sich gegenüber der neuen Generation an Controllern, im Test hier von Indilinx, ein deutlicher Nachteil in nahezu allen Bereichen. Bei dieser Entwicklung außen vor ist Intel. Während die Konkurrenz mittlerweile teils höhere Dauertransferraten bei mittleren bis großen Dateigrößen bietet, so hat Intel bei Dateigrößen um 4kB und weniger noch einen deutlichen Vorsprung.
Für den Alltagsgebrauch sind SSDs mittlerweile sicherlich verwendbar, wenn auch im Hintergrund noch die Angst vor einer neuen Technologie steht und Probleme bei Kompatibilität und der Kommunikation mit den Betriebssystemen auftreten. Dass der Technik noch Potential innewohnt dürfte keiner bestreiten, wann und zu welchem Preis dieses ausgeschöpft wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Aktuelle Mainstream SSDs liegen mit Preisen pro Gigabyte von 2-3€ noch 40-50mal höher als vergleichbare Magnetspeicherplatten, die Performance wiederum spricht mittlerweile für die SSDs.
Das Problem der Langzeitfragmentierung ist in unseren Benchmarks nicht berücksichtigt - die Hersteller haben diesem Phänomen nach eigenen Angaben bereits mit neuen Firmwares ausreichend entgegengewirkt. Die Simulation einer vergleichbaren Fragmentierung für alle Testkandidaten gestaltet sich nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Wear-Leveling-Algorithmen (möglichst gleichmäßige Verteilung der Transferzugriffe auf allen Zellen des Speichers wg. begrenzter Anzahl an Zugriffen bei Flash-Speicher) als schwierig - abgesehen von den generell auftretenden Schwankungen im Bereich der Flash-Benchmarks.

Wer vor dem Kauf einer SSD steht, sollte auf jeden Fall zur aktuellen Generation greifen. Ältere SSDs mit eventuell attraktiven Einstiegspreisen sind aus unserer Sicht nicht zu empfehlen. Aktuell empfiehlt sich im unteren Preissegment beispielsweise die Super Talent Ultra Drive Serie, die der nahezu baugleichen Falcon (64GB) in unserem Fall um etwa 20€ voraus ist. Nicht getestet, aber ebenfalls baugleich, ist beispielsweise die OCZ Vertex. Diese ist mit derzeit etwa 185€ jedoch verhältnismäßig teuer. Intel bietet mit der X-25M ungeachtet aller Neuerscheinungen immer noch ein klasse Produkt, das die Falcons, Vertex und Ultra Drives in kleinen Dateigrößen stets deutlich distanziert. Wer hierauf Wert legt, muss allerdings noch 80-100€ mehr investieren, erhält dafür allerdings auch 80GB Speicherplatz.

Wie jedoch bei jedem technischen Gerät wird auch hier der Fortschritt nicht aufzuhalten sein, die nächsten SSD-Generationen stehen mit deutlich geringeren Preisen, Die-Shrinks und neuen Controllern in den Startlöchern. Wer also noch mit der guten alten Magnetspeicherplatte zufrieden ist, geduldet sich am besten noch bis Ende des Jahres. Wer nicht länger warten kann, findet zurzeit attraktive Angebote mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Super Talent Ultradrive ME 64GB (FTM64GX25H)

~163€
(Stand 26.06.2009, ohne Versandkosten)


  • G.Skill Titan 128GB (FM-25S2S-128GBT1)

~289€
(Stand 26.06.2009, ohne Versandkosten)


  • G.Skill Falcon 64GB (FM-25S2S-64GBF1)

~180€
(Stand 26.06.2009, ohne Versandkosten)


  • Intel X25-M 80GB (SSDSA2MH080G101)

~260€
(Stand 26.06.2009, ohne Versandkosten)



Die Testsamples wurden bereitgestellt durch G.Skill, Intel und Super Talent.


Für Fragen, Hinweise, Meinungen oder sogar eigene Erfahrungen zum Produkt bitte die Kommentarfunktion etwas weiter unten nutzen, oder direkt im Forum posten.



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26.06.2009   13:20 Uhr
jetzt nur noch warten bis zum ersten preissturz :)
26.06.2009   13:25 Uhr
Der wird kommen..ganz sicher  :) Habe im Augenblick 2x 128GB Falcon hier und bin echt zufrieden. Wobei das nächste Augenmerk, rein Preis/Leistungs bedingt, zunächst auf der Konkurrenz von SuperTalent (128GB) liegen wird.
26.06.2009   14:25 Uhr
Ein sehr interessanter Test!

An dem vergleich zwischen der aktuellen und der etwas älteren Generation sieht man mal, wie schnell sich da die Technik verbessert.
07.07.2009   18:58 Uhr
#4 Seb
Interessanter Artikel.
Ich möchte mir Ende des Jahres einen neuen PC inkl. SSD-Festplatte kaufen....
mal sehen ob bis dahin was neues auf dem Markt ist und/oder die alten Platten im Preis gefallen sind.
07.07.2009   19:38 Uhr
Davon ist auszugehen  ;)
07.07.2009   21:05 Uhr
Jetzt mal abgesehen von den enorm hohen Datenraten, wie sieht die Technische Seite denn aus ? Die MTBF ist ja sehr großzügig angesiedelt, die Controller arbeiten Intelligent, wie siehts aber bei den heutigen SSD´s mit der Haltbarkeit aus. Es ist doch so das heute auf NAND-Flash gesetzt wird. Diese Speicher sind schnell und günstig, haben aber das Problem das sie nicht unendlich viele Schreib und Lesezyklen aushalten bzw. darauf ausgelegt sind. Man spricht von ca. 1 000 000 Lese/Schreibzugriffen. Ich meine das ist wirklich viel, aber vielleicht doch nicht so viel wenn viel mit Datenbanken etc. gearbeitet wird, oder z.B Windows meint es müsse Schattenkopien erstellen  ;). Fakt ist das die Speichercontroller(durch Algorithmen) die Speicher gleichmäßig auslasten damit nicht ständig in die selben Blöcke geschrieben wird um die Lebensdauer zu erhöhen. Was ist aber wenn der ambitionierte Nutzer eventuell mit Datenbanken, viele Files kopiert oder ständig einen Virenscanner laufen lässt ( ;) ).

Ich selbst finde SSD´s richtig dufte, nur grauselts mir um die Datensicherheit ...

Was denkt ihr darüber, Geschwindigkeit hin Geschwindigkeit her ?!
Ich finde das ist der interessante Anhaltspunkt des ganzen. Wie kann ich auf etwas setzen und meine Daten ablegen wovon ich weiß das die Haltbarkeit nur sehr begrenzt ist(Lese/Schreibzugriffe).

Gruß
07.07.2009   21:22 Uhr
Eine SSD als Datenspeicher halte ich in einem normalen PC für völlig sinnlos. Weder braucht man die Geschwindigkeit noch hat sie genügend Kapazität und die Datenintegrität ist auch ein Problem. Ergo würde ich auf eine SSD nur OS und Programme packen, die Daten aber auf einer gewöhnlichen Festplatte speichern.

Grüße
07.07.2009   21:29 Uhr
Am praktischsten wären diese Platten für Fileserver,Datenbankserver mit extrem vielen zugriffen. Nur was bringen schnelle Speicher wenn man sie nach kurzer Zeit in die Tonne treten kann  :) . Ich selbst gebe aber kein Geld für einen Speicher aus der ein Verfallsdatum wie eine Packung H-Milch hat  ;D Also bevor ich solch einen Speicher in erwägung ziehe, muss erst einmal was an der Haltbarkeit von Flashspeichern gemacht werden. Da kommt mir eher eine SAS-HDD in den Rechner.

Gruß
07.07.2009   21:37 Uhr
Da hilft nur auf die Zukunft warten: Irgendwer hat einen NAND-Nachfolger in der Pipeline der schnell und langlebig ist. Gabs eine News auf heise zu.

Grüße
08.07.2009   10:31 Uhr
#10 xblawid
N3ker: wegen datensicherheit brauchst du dir zumindest wegen der begrentzen schreibanzahl keine gedanken machen. Wenn man die wirklich (was wohl wirklich sehr viel aktivität erfordern würde) selbst wenn man seine ssd jeden tag 5x komplett neu beschreibt wären das bei 1 mio möglichen zugriffen theoretisch ja 200.000 tage was ein paar järchen sein dürften ^^

Aber selbst wenn man irgendwie diese summen erreicht, oder die platte schon früher an die grenze stößt, heißt das nicht das die platte nicht mehr auslesbar ist. Auslesbar ist solch eine platte (wenn nicht der controller durchbrennt) dann mehr oder weniger unednlich. Das ist bei Festplatten anders, die verrecken in der regel nach ein paar jahren (oder zumindest ein hoher 2 stelliger prozentsatz davon) und dann kann man auch auf die daten nicht mehr lesend zugreifen.

Theoretisch zumindest sollte eine ssd deutlich sicherer sein wie eine Festplatte
08.07.2009   12:51 Uhr
#11 N3ker
N3ker: wegen datensicherheit brauchst du dir zumindest wegen der begrentzen schreibanzahl keine gedanken machen. Wenn man die wirklich (was wohl wirklich sehr viel aktivität erfordern würde) selbst wenn man seine ssd jeden tag 5x komplett neu beschreibt wären das bei 1 mio möglichen zugriffen theoretisch ja 200.000 tage was ein paar järchen sein dürften ^^

Aber selbst wenn man irgendwie diese summen erreicht, oder die platte schon früher an die grenze stößt, heißt das nicht das die platte nicht mehr auslesbar ist. Auslesbar ist solch eine platte (wenn nicht der controller durchbrennt) dann mehr oder weniger unednlich. Das ist bei Festplatten anders, die verrecken in der regel nach ein paar jahren (oder zumindest ein hoher 2 stelliger prozentsatz davon) und dann kann man auch auf die daten nicht mehr lesend zugreifen.

Theoretisch zumindest sollte eine ssd deutlich sicherer sein wie eine Festplatte

Datensicherheit an sich ist bei beiden Arten von Speicher nicht unendlich gewährleistet. Wenn man jetzt die MTBF von SSD´s betrachtet, sind im Schnitt 1 Millionen Stunden und vergleicht mit der MTBF von mechanischen Speichermedien wie Festplatten lässt das sicherlich leicht auf eine erhöhte Datensicherheit von SSD´s schließen. Da hast du schon recht, wie es aber aussieht mit der Auslesbarkeit von SSD´s nachdem die maximale Anzahl an Schreib/Lösch Operationen erreicht wurde kann ich selbst jetzt nicht beurteilen und hab auch nichts konkretes darüber gelesen.
Im Rechenzentrum einer Softwarefirma in der ein Freund arbeitet wurde vor kurzem ein experimentelller Produktivserver in Betrieb genommen, in dem nur mit SSD´s gearbeitet wird. Dieser Server hat ein enorm hohes Datenaufkommen mit vielen Lösch/Lese/Schreib Operationen und läuft 24/7. Er führt für mich extra Protokoll wann die ersten Ausfälle von SSD´s geschehen und wieviele Schreib/Lösch Zyklen es ca. waren. Der Server ist nun seit 1 Woche im Betrieb und ich bin gespannt wielange es bis zum ersten SSD Totalausfall dauert. Für den normalen User ist eine SSD sicherlich auch auf lange Sicht einigermaßen sicher, für Workstations, Server etc. würde ich sicherlich noch nicht 100% darauf vertrauen und einen Mischbetrieb in betracht ziehen bzw. regelmäßige Backups ausführen.
Es ist Ansichtssache, nur einem Datenträger von dem ich genau weiß das er nur begrenzt Beschreibbar ist, traue ich erstmal nicht über den Weg. Und auch so sind meine wichtigen Daten auf mehreren Datenträgern verteilt, damit ich bei einem Ausfall nichts verliere. Backups sind unverzichtbar, egal bei welcher Speichertechnik.

Ich warte erstmal ab und beobachte ... Es wird sich zeigen was die nächste Generation von Flashspeicher mit sich bringt und wie es mit der Beschreibbarkeit aussieht.
08.07.2009   13:03 Uhr
#12 Faust
Da hast du schon recht, wie es aber aussieht mit der Auslesbarkeit von SSD´s nachdem die maximale Anzahl an Schreib/Lösch Operationen erreicht wurde kann ich selbst jetzt nicht beurteilen und hab auch nichts konkretes darüber gelesen.

Man muss aber auch zwischen MLC und SLC-NAND differenzieren. Die SLC haben die 1.000.000 Zugriffe (auch nicht alle....da gibt es auch welche die nach 100000 Zugriffen hops gehen), die MLC werden manchmal nur mit 10000 angegeben.

Wenn die Zelle hin ist, dann ist sie hin --> die Daten die dort gespeichert sind, sind verloren. Allerdings können die Controller bis zu einem gewissen Grad erkennen, welche Speicherzelle EOL ist und beschreiben diese dann nicht mehr. Was aber hinzukommt ist das Risiko eines Controllerausfalles (sowas hat man ja bei einer HDD nur sehr selten). Wenn der Controller in der SSD stirbt, dann sind die Daten weg.

Grüße
08.07.2009   13:16 Uhr
#13 N3ker
Da hast du schon recht, wie es aber aussieht mit der Auslesbarkeit von SSD´s nachdem die maximale Anzahl an Schreib/Lösch Operationen erreicht wurde kann ich selbst jetzt nicht beurteilen und hab auch nichts konkretes darüber gelesen.

Man muss aber auch zwischen MLC und SLC-NAND differenzieren. Die SLC haben die 1.000.000 Zugriffe (auch nicht alle....da gibt es auch welche die nach 100000 Zugriffen hops gehen), die MLC werden manchmal nur mit 10000 angegeben.

Wenn die Zelle hin ist, dann ist sie hin --> die Daten die dort gespeichert sind, sind verloren. Allerdings können die Controller bis zu einem gewissen Grad erkennen, welche Speicherzelle EOL ist und beschreiben diese dann nicht mehr. Was aber hinzukommt ist das Risiko eines Controllerausfalles (sowas hat man ja bei einer HDD nur sehr selten). Wenn der Controller in der SSD stirbt, dann sind die Daten weg.

Grüße

Ich bin jetzt allgemein von SLC-NAND ausgegangen und auch von wirklich gutem mit 1 000 000 Zugriffen. Alles andere macht sowiso keinen Sinn, da die Zugriffszahlen auch schnell erreicht werden würden.

Also ist es dann auch so -> Zelle = max Zugriffe -> Daten ebenso futsch !? ...
In der Vergangenheit gab es doch auch hohe Ausfallraten der Controller (jetzt wo du das ansprichst), das hat sich mitlerweile aber schon gebessert oder ?!
Und ich selbst hab Festplatten (z.B die in meinem Amiga den ich als noch rauskruschen tue :D) die Jahrzehnte alt sind und laufen, laufen und laufen  ;D

Gruß
08.07.2009   13:29 Uhr
#14 Faust
Also ist es dann auch so -> Zelle = max Zugriffe -> Daten ebenso futsch !? ...

Ich würde eher sagen, wenn Zelle defekt =  Daten verloren. Es wird ja immer die MTBF als die durchschnittliche Zeit bis zum Versagen angegeben. Ergo kann eine Zelle länger aber auch kürzer halten. Ist bei Festplatten ja nicht anders.

Grüße
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