The Raven - Vermächtnis eines Meisterdiebs

Teil 1

The Raven

The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs ist das neuste 3D-Point-and-Click-Adventure der „Book of Unwritten Tales“-Entwickler von King Art. Wie sich die erste Episode „Das Auge der Sphinx“ des Krimi-Dreiteilers schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

The Raven erscheint als Dreiteiler im Episoden-Format. Während das erste Kapitel "Das Auge der Sphinx", mit einer Spielzeit von etwa 5 Stunden, ab sofort über Steam erhältlich ist, sollen die Fortsetzungen "Wiege der Täuschung" und "Mörder und Raben" am 27. August 2013 beziehungsweise am 24. September 2013 dem Hauptspiel hinzugefügt werden. Das Spiel kann dabei über diverse Download-Portale bezogen werden, wobei unabhängig von dem gewählten Portal eine Steam-Aktivierung erforderlich ist. The Raven muss nur einmalig für etwa 25 Euro erworben werden, um Zugriff auf alle Episoden zu erhalten.

London, 1964: Der für tot gehaltene Meisterdieb mit dem Spitznamen "Der Rabe" entwendet einen unbezahlbaren Edelstein – eines der beiden Augen der Sphinx - aus einem Museum. Natürlich wird der renommierte Inspektor Legrand mit dem Fall betraut, schließlich hat der scharfsinnige Franzose den angeblichen Raben vor mehreren Jahren gestellt und erschossen.



Die Reise des Spielers beginnt im Orient-Express in Form des in die Jahre gekommenen Schweizer Polizisten Jakob Anton Zellner. Jakob soll den Inspektor auf seiner Reise mit dem Orient-Express begleiten und so gut es geht unterstützen. Leichter gesagt als getan, denn der Inspektor lehnt jede Hilfe des Spielers ab und will auch keine Hintergrund-Details für den Reise-Grund preisgeben. So muss man sich in Form von kleineren Nebenmissionen erst einmal beweisen, um sich das Vertrauen des Inspektors zu verdienen. Gerade Fans der Agatha Christie Krimis sollten hierbei voll auf ihre Kosten kommen. Das Spiel ist voll von Anspielungen auf die "Queen of Crime".
Im Verlauf der Reise darf der Spieler Schauplätze die von England über die Schweiz bishin nach Kairo reichen besuchen und wird sogar mit einem Mordfall konfrontiert. Je nach Episode steuert man dabei den Schweizer Polizisten Jakob Anton Zellner, Inspektor Legrand oder sogar den Meisterdieb persönlich.



Das Rätsel-Design basiert auf den typischen Vorgehensweisen für Point-and-Click-Adventures. So stehen ausführliche Gespräche mit allen Mitreisenden, verschiedene Item-Kombinationen und kleinere Minispiele an der Tagesordnung. So müssen Spieler beispielsweise einen gefundenen Stofffetzen mit Öl, Alkohol und einem Stuhlbein kombinieren, um an die gewünschte Fackel zu kommen, oder auch ein Stück Draht so verbiegen, dass er als Dietrich verwendet werden kann.
Die Rätsel sind dabei logisch und einfach gehalten, so dass auch Gelegenheitsspieler keine großen Probleme haben dürften, das Spielgeschehen voranzutreiben. Sollte man trotzdem mal die Lösung eines Rätsels nicht finden, bietet das Spiel ein Hilfesystem in Form einer Hot-Spot-Funktion oder auch einem Tagebuch mit Hinweisen zur Lösung. Aber Vorsicht: Die Verwendung der Hilfe-Funktionen kostet den Spieler Abenteurer-Punkte, die zwar durch die Lösung von Nebenaufgaben zahlreich vorhanden sind, sich jedoch negativ auf die Abschlusswertung des Spielers auswirken, so dass Adventure-Profis einen Anreiz haben, die Rätsel möglichst selbständig zu lösen.



Grafisch ist The Raven kein Meisterwerk. Dafür fehlt es den einzelnen Umgebungen an Details, hochauflösenden Texturen und der Vermeidung kleinerer Clipping-Fehler. Eine weitere Problematik liegt in der Wegfindung des Charakters, da oft unklar ist, wo man denn "hin-klicken" muss, um in den nächsten Bereich zu gelangen. Ab und zu bleibt Jakob sogar hängen und regiert nicht mehr auf Benutzer-Eingaben. Abhilfe schafft hierbei nur das Neustarten des Spiels. Hinweis: Die Fehler entstammen der Testversion von The Raven. Abweichungen in der Release-Version sind möglich.

Positiv hingegen ist die Ausstrahlung der einzelnen Figuren, die zur dichten Atmosphäre beitragen, sowie die einzelnen Dialoge und Monologe der Charaktere. Sowohl die deutsche als auch die englische Sprachausgabe glänzt mit einer erstklassigen Synchronsprecher-Wahl, wobei die deutsche Variante fast der englischen vorzuziehen ist. Untermalt wird das ganze durch Abwechslungsreiche Soundtracks und gut eingesetzten Zwischensequenzen.



Trotz grafischer Schwächen überzeugt The Raven durch seine dichte Atmosphäre, abwechslungsreiche Handlung und erstklassige Sprachausgabe. Lediglich beim Rätsel-Design hätte es dann doch ein wenig mehr sein dürfen. Die realistische, wenn auch simple, Rätsel-Struktur dürfte gerade für Adventure-Fans zu einfach ausfallen. Der Cliffhanger am Ende des ersten Kapitels weckt das Interesse für die kommenden Fortsetzungen. Alles in allem schafft King Art einen soliden Auftakt für einen spannenden Krimi, der für die kommenden Kapitel noch reichlich Potential bietet. Die Wertung zum Spiel wird es erst nach der Veröffentlichung von allen drei Kapiteln geben.

Bezugsquelle: The Raven

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Kategorie: Game Previews
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