Michael Pachter sagt Konsolenmarkt düstere Zukunft voraus

Der Analyst Michael Pachter ist nicht nur Spieleentwicklern und Publishern ein Begriff, sondern auch Gamern: So plaudert Pachter gerne aus dem Nähkästchen, etwa im Rahmen der Videoreihe "Pach-Attack" auf YouTube. Nun lehnt sich der Marktforscher aus dem Fenster: Er bescheinigt dem Markt für Spielekonsolen für die Zukunft nur noch ein Minus.


Laut Pachter habe der Markt für traditionelle Spielekonsolen mit dieser Generation sein absolutes Maximum ausgereizt. Wolle man nun noch mehr Menschen zum Zocken bringen, könnten nur völlig neue Geschäftsmodelle helfen. Auf der Entwicklermesse DICE Europe prognostizierte Pachter konkret: "Die Wii U wird sich insgesamt 20 Mio. mal verkaufen. Für die Playstation 4 sind 120 bis 130 Mio. verkaufte Einheiten drin - super. Für die Xbox One werden es 100 bis 110 Mio. verkaufte Einheiten über den gesamten Lebenszyklus sein - auch super. Insgesamt wird diese Konsolengeneration bei etwa 260 Mio. verkauften Spielekonsolen weltweit abschließen. Für den letzten Konsolen-Zyklus konnten wir 270 Mio. verkaufte Systeme ermitteln."

Für Pachter ist die aktuelle Konsolengeneration die letzte ihrer Art. Laut Pachter werden Microsoft, Nintendo und Sony zwar alle noch Nachfolger der aktuellen Konsolen entwickeln, jene werden sich aber ähnlichen Trends ergeben müssen wie es beim Nintendo DS zum 3DS zu beobachten war: So setzte Nintendo vom DS noch ca. 26 Mio. Handhelds pro Jahr ab - fünf Jahre hintereinander. Vom 3Ds konnte Nintendo jährlich nur noch ca. 15 Mio. Einheiten an den Mann bringen. Ein ähnliches Verhältnis sagt Pachter für die kommenden Nachfolger der PS4, Xbox One und Wii U voraus - über den Lebenszyklus halbierte Verkaufszahlen.

Als Ursache meint Pachter Smartphones, Tablets und TV-Boxen auszumachen. Jene würden für die Bedürfnisse der leichter zufriedenzustellenden Konsoleros ausreichen. Wer beste High-End-Grafik wünsche, werde dann an Gaming-PCs weiterzocken. Laut Pachter mache die Umstellung schon aus Sicht der Publisher Sinn: Wenn die Kunden die notwendige Hardware ohnehin zuhause stehen hätten, eben in Form eines Smartphones oder anderer Gadgets, seien sie leichter zu erreichen, als wenn extra der Kauf einer dedizierten Gaming-Plattform notwendig sei. Somit sei es laut Pachter nur noch eine Frage der Zeit, bis das traditionelle Konsolen-Modell unweigerlich abgelöst werde.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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