Amazon Streiks weiten sich aus

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi haben Beschäftigte des Online-Versandhändlers Amazon die Arbeit an mehreren Standorten in Deutschland wie angekündigt niedergelegt.

Davon betroffen sind die Versandzentren Bad Hersfeld, Leipzig und nun auch erstmals der Standort Graben bei Augsburg. In Leipzig sollen rund 200 Beschäftigte mit dem Beginn der Frühschicht ihre Arbeit niedergelegt haben, in Bad Hersfeld am Vormittag 600 bis 700 Personen. Für den Standort Graben sind derzeit keine genauen Zahlen bekannt.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollen heute zudem zahlreiche US-amerikanische Gewerkschaften vor der Firmenzentrale in Seattle eine Solidaritätsaktion veranstalten, an der auch eine deutsche Delegation teilnehmen wird. Laut Stefanie Nutzenberger, Verdie-Bundesvorstandsmitglied für Handel, ist die Solidarität unter deutschen und amerikanischen Arbeitnehmer/innen ein „ermutigendes Signale“ und die „einzig richtige Antwort“ an das global agierende Online-Versandhaus Amazon. Für den kommenden Dienstag ist zudem auch eine Protestaktion am Amazon-Standort Werne vorgesehen.

Hintergrund hinter den Streiks ist ein Tarifvertrag, den die Gewerkschaft nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels anstrebt. Amazon hingegen lehnt dies ab und orientiert sich weiter an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Nachdem ein Gespräch mit der Amazon-Geschäftsführung im Mai 2013 gescheitert war, hat Verdi seine Mitglieder erstmals aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Deswegen sei es laut Stefanie Nutzenberger nun wichtig, dass sich die Beschäftigten gegen das System „von niedrigen Löhnen, permanenten Leistungsdruck und befristeten Arbeitsverhältnissen […] zur Wehr“ setzen.

Laut Amazon haben die Streiks an den Versandzentren derzeit „keinerlei Auswirkungen auf den Versand an Kunden“.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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