Amazon kauft Gamer-Videoportal Twitch

Monatelang wurde darüber spekuliert, dass Google am Video-Portal Twitch interessiert sei, nun hat Amazon den Zuschlag bekommen. Amazon zahlt für die Übernahme von Twitch eine Milliarde US-Dollar.

Twitch hat sich zu DEM Anlaufpunkt der Computerspielszene entwickelt. Vor drei Jahren ist der Dienst gestartet und hatte im vergangenen Juli laut Amazon mehr als 55 Millionen Besucher. Als eine Art YouTube für Live-Broadcasting können Gamer sich und ihren Bildschirm ins Netz streamen, mit Zuschauern chatten und so direkt austauschen. Neben einzelnen Gamern übertragen eSport-Ligen oder große Unternehmen eigene, professionelle Turnierserien über die Plattform und machen so eSport für jedermann zugänglich.

Nach Angaben von Twitch verbringen fast zwei Dritter der Nutzer rund 20 Stunden pro Woche auf der Webseite. Das Angebot selbst finanziert sich über Abo-Gebühren für Kanäle (meist für eine bessere Videoqualität) und zwischengeschaltete Werbespots. Interessant für Werbetreibende ist die junge Zielgruppe, die man über die normale Fernsehwerbung fast nicht mehr erreicht.

Insgesamt fügt sich der Kauf in Amazons Strategie ein, Inhalte nicht mehr nur anzubieten, sondern auch selbst gleich zu produzieren. Das Unternehmen will noch in diesem Sommer umgerechnet rund 75 Millionen Euro für die Produktion eigener Inhalte wie Serien und Filme investieren, die dann über Amazons VOD-Dienst angeboten werden sollen.
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Kategorie: Wirtschaft/Politik
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