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Intel Core i7-3960X

Sandy-Bridge Extrem!

Seite 1: Intel Sandy Bridge-E im Detail

vorschau intel core i7 3960x 2
Heute bringt Intel, drei Jahre nach dem Release der Sockel 1366 Plattform, neue Prozessoren für das High-End Segment. Die neuen CPUs auf Basis der bereits Anfang des Jahres bei den kleineren Modellen eingeführten Sandy-Bridge Architektur vollziehen den "Tock" Schritt am oberen Ende der Modellpalette. Zusammen mit den Prozessoren, welche den neuen Sockel LGA-2011 benötigen, wird es ebenfalls den neuen Chipsatz X79 geben. Intel stellte uns das Topmodell, den Core i7-3960X zum Test zur Verfügung. Wir werden überprüfen inwieweit sich das Modell vom Vorgänger und den ersten Sandy-Bridge Modellen absetzen kann.

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Ganze drei Jahre hielt sich Intels High-End Plattform mit Sockel 1366 auf dem Markt. Heute, gut zehn Monate nach dem "Tock" Schritt im Midrange Segment zieht Intel mit der Sockel 2011 Plattform in den oberen Gefilden nach.

Architektur

core i7 3960x die shot
Bei den neuen Extreme Prozessoren setzt Intel größtenteils auf die anfang des Jahres eingeführte Sandy-Bridge Architektur. Angesetzt wurde vor allem an den Punkten Cache und Speichercontroller, so ist nun ein Speichercontroller mit vier Kanälen integriert und der Speicherdurchsatz hat sich somit in der Theorie verdoppelt.

Im Bereich PCIe wurde im Vorfeld viel über die dritte Generation der seriellen Schnittstelle spekuliert. Zumindest offiziell wird diese nun nicht unterstützt, laut Intel sind die PCIe Lanes des Prozessors aber durchaus in der Lage Erweiterungskarten mit 8GT/s anzubinden, das Problem war allerdings das bisherige Fehlen selbiger Karten, somit konnte PCIe 3 nicht verifiziert werden. Intel selbst glaubt allerdings, dass einige PCIe Karten die 8GT/s auf der X79 Plattform erreichen können. Im Vergleich zum Vorgänger wird wie bereits im Midrange Bereich auf QPI verzichtet und der Chipsatz stattdessen per DMI angebunden.

Im Groben bleibt die Architektur allerdings die gleiche wie bereits bei den kleineren Modellen wie dem 2600K, welche wir im Test zu selbigem bereits ausführlich besprochen haben, auf die integrierte Grafik wird allerdings verzichtet, dürfte aber wohl auch kaum vermisst werden.

In Zukunft dürften auch CPUs mit acht und zehn Kernen im Bereich des Möglichen liegen, ersteres wird vom Die-Shot ja geradezu angedeutet.

Auf BIOS beziehungsweise Firmware/UEFI Seite kommt zudem der Overclocking Assistant hinzu, dieser arbeitet mit Speichermodulen mit den neuen XMP 1.3 Spezifikation zusammen und soll somit automatisch die optimale Speicherkonfiguration für einen bestimmten Taktwunsch einstellen. Im Vergleich zu bereits am Markt befindlichen Lösungen stellt sich der Overclocking Assistant mehr als eine Tabelle mit hinterlegten Settings dar, welche auf Wunsch ausgewählt werden können. Eine automatische Auslotung des maximalen Takts ist nicht vorgesehen.


Intel Core i7-3960X

Intel schickte uns das Topmodell der neuen Porzessoren, den Core i7-3960X. Dieser kann auf sechs Kerne zurückgreifen, welche per HyperThreading insgesamt zwölf Threads bedienen können. Ohne den Turbo-Modus arbeitet der Prozessor mit einem Takt von 3,3 GHz. Im Turbo-Modus bei Auslastung von maximal zwei Kernen wird der Takt bei Bedarf selbstständig auf 3,9 GHz erhöht, sofern es die Temperatur zulässt. Sind alle sechs Kerne ausgelastet sind per Turbo immerhin noch 3,6 GHz möglich. Bisher alle geplanten CPUs für den Sockel LGA-2011 werden eine TDP von 130 W aufweisen und offiziell Arbeitsspeicher bis zu DDR3 1600 unterstützen. Der Core i7-3960X kann auf 15 MiB Cache zurückgreifen, das kleinere Modell dagegen nur auf 12 MiB. Wie üblich bei Intel wird das Topmodell der Extreme Prozessoren zu einem Preis von knapp 1000 € im Handel verfügbar sein (Preisvergleich ).



In den CPU-Z Screenshots wird zwar eine VCore von 1,000V angegeben, das ist allerdings ein Auslesefehler seitens CPU-Z, denn in Wirklichkeit lag, vor allem unter Last und im Turbo-Modus, eine deutlich höhere Spannung am Prozessor an. In Sachen Overclocking ließ unser Modell eine Taktrate von 4,6 GHz zu, eine weitere Steigerung war auch in Verbindung mit einer noch höheren VCore nicht möglich. Für die 4,6 GHz Marke wurde bereits eine VCore von 1,44V benötigt.


Neben unserem Modell kommt zeitgleich der Core i7-3930K zu einem Preis auf den Markt. Dieser hat bei allen Taktraten ein Minus von 100 MHz, sowie 2 MiB weniger Cache zu verzeichnen. Im ersten Quartal 2012 soll dann der vierkern Prozessor Core i7-3820 folgen, dieser ist im unterschied zu den sechsekern Modellen nur noch teilweise "entsperrt". Auf Nachfrage bei Intel äußert sich dies in einem maximal einstellbaren Multiplikator, welcher einige Stufen über dem höchsten Multiplikator im Turbo-Modus liegt. Wieviele zusätzliche Stufen genau möglich sein werden ist derzeit noch nicht festgelegt.

Verändert haben sich bei Intel auch die Boxed-Versionen der CPUs, so wird bei den neuen Modellen kein Kühler mehr mitgeliefert und die Prozessoren kommen in einer flachen Pappschachtel. Groß vermissen dürfte die fehlenden Kühler wohl kaum jemand, konnten diese doch kaum mit den HighEnd Modellen hiesiger Kühler-Hersteller mithalten. Am Preis der Boxed-Versionen ändert dies freilich nichts. Wer die Kühler aus dem Hause Intel vermisst, kann sich diese im Handel besorgen, so wird es den Luftkühler im Handel zu einem Preis von $ 20 geben.

ModellCPU TaktTurbo alle KerneTurbo 1-2 KerneTDPKerne / ThreadsCacheMax DDR3Preis
Core i7-3960X3,3 GHz3,6 GHz3,9 GHz130 W6 / 1215 MiB1600
Core i7-3930K3,2 GHz3,5 GHz3,8 GHz12 MiB
Core i7-38203,6 GHz3,9 GHz4 / 810 MiB-


Wasserkühlung

Mit den neusten Prozessor Generationen scheint es in Mode gekommen zu sein Wasserkühlungen mit den CPUs mitzuliefern oder als Zubehör anzubieten. Wie bereits AMD mit den Bulldozer Prozessoren, ist von Intel optional eine Kompaktwasserkühlung im Handel erhältlich. Die Kühllösung, welche Intel aus dem Hause Asetek, wie übrigens auch AMD, eingekauft hat, wird zu einem Preis zwischen 85 und 100 US-Dollar im Handel angeboten.



Chipsätze

In Verbindung mit den neuen CPUs ist neben einem neuen Sockel, dem LGA-2011, natürlich auch ein neuer Chipsatz von Nöten. Hier tritt der Intel X79 Express die quasi Nachfolge des X58 an. Der neue Chipsatz wird nicht mehr, wie noch sein Vorgänger, über QPI angebunden, sondern über ein PCIe ähnliches Interface Namens DMI. Dies ist möglich, da der PCIe Root Hub nun direkt in der CPU sitzt und die insgesamt 40 Lanes vor allem für Grafikkarten bereitstellt. Infolge dessen reichen für die Anbindung des Plattform Controller Hub genannten Chipsatzes die 20 Gb/s, welche DMI zur Verfügung stellt.
Die Features des X79 haben sich im Vergleich zu den Chipsätzen der LGA-1155 Plattform nicht sonderlich geändert. Noch immer werden HD-Audio, Netzwerk, 14 USB 2.0 Ports und sechs SATA Schnittstellen im Chipsatz integriert. Neben dem fehlen von USB 3.0 sind auch immer noch nur zwei SATA Ports im Stande Festplatten mit 6 Gb/s zu bedienen.

Der neue Sockel LGA-2011 wird vor allem für die vier Speicherkanäle benötigt, um die das Speicherinterface mit den RAM Modulen zu verbinden. Um die CPU gleichmäßig mit hohem Druck an alle Pins zu pressen wurde ein neuer Mechanismus zum Schließen und Öffnen des Sockels nötig. Wurden Sockel 1366 Prozessoren noch mit nur einer Arretierung angepresst, sind es nun deren zwei, welche in einer bestimmten Reihenfolge geöffnet beziehungsweise geschlossen werden müssen. Zudem darf einer der beiden Hebel maximal 35° weit geöffnet werden.
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