Im Test: High End Aktiv-Standbox Nubert nuPro A-700

Die digitale Offensive

High End Aktiv-Standbox Nubert nuPro A-700

Mit den beiden Aktiv-Standboxen A-500 und A-700 rundet der schwäbische Audio-Spezialist Nubert die ausgesprochen erfolgreiche, vollständig digitale nuPro-Lautsprecherserie nach oben hin ab. Auf der High End Messe Anfang Mai 2016 stießen diese beiden Boxen auf außergewöhnlich großes Besucherinteresse, wobei vor allem das Flaggschiff dieser Reihe, die nuPro A-700 nicht nur bei eingefleischten High End-Fans großen Zuspruch fand.


Dies ist nicht wirklich verwunderlich, trifft die A-700 als echte High End-Box mit ihrer zeitlos klaren Formgebung und der aktiven, voll digitalen Auslegung doch den modernen Zeitgeist und fügt sich durch die entsprechenden Schnittstellen bestens in die heutige multimediale Landschaft ein.
Nubert-typisch bleibt dabei der Preis von etwa 2500,- Euro pro Paar für diesen mit modernster Elektronik und kräftgen Class D Endstufen ausgestatteten Lautsprecher vergleichsweise moderat, wodurch das System für den High-End-Freak ausgesprochen attraktiv wirkt.

Vor allem klanglich winkt mit der nuPro A-700 ein Highlight, was Nubert folgendermaßen zum Ausdruck bringt:
„Als aktive Drei-Wege-Standbox ist die A-700 das Topmodell der nuPro-Serie - größer, kräftiger und noch musikalischer als alle ihre Schwestern.
So verbindet die A-700 die Stärken hochwertiger traditioneller HiFi-Lautsprecher mit den Vorzügen moderner Aktivkonstruktionen, die differenzierte Akustik eines Drei-Wege-Bassreflexsystems mit den Möglichkeiten einer prozessorgestützten Digitalplattform.“

Technic3D widmete sich der nuPro A-700 nun in einem ausführlichen Test und untersuchte dabei auch die Frage, ob dieser Aktivlautsprecher die vorzügliche Nubert nuVero 60, welche kürzlich von uns mit „sehr gut“ getestet wurde, klanglich erreichen oder sogar noch zu übertreffen vermag.

Die Box wird in den Ausführungen Schleiflack Weiß und Schleiflack Schwarz angeboten, jeweils mit schwarzem Metall-Standsockel und abnehmbarer schwarzer Frontabdeckung. Mit Standsockel hat die Box eine Höhe von etwa 1,15 Meter, der Korpus misst 22,5 cm in der Breite sowie 27,5 cm in der Tiefe und bringt 27,5 Kilogramm auf die Waage.

Ansichtssache: Front- und Rückseiten der nuPro A-700


Die Box wird ausschließlich über den Nubert-Direktversand vertrieben und mit Fernbedienung sowie komplettem Kabelset gegenwärtig zu einem Nettopreis von 1265,- Euro pro Box plus Versandkosten von 37,95 Euro angeboten. Bestellt man ein Boxenpaar, fallen insgesamt 44,00 Euro Versandkosten an.


Technisches Konzept und Ausstattung

Die nuPro A-700 ist von den Genen her eine klassische Dreiwege- Bassreflexbox, welche jedoch vom Netzteil über die Signalverarbeitung bis zu den Verstärkerkanälen voll digital arbeitet.
Zwei Bassreflexrohre strahlen zum Boden hin gegen die Grundplatte ab und vermeiden so störende Strömungsgeräusche.

Strahlen nach unten: Die beiden Bassreflexrohre


Die beiden 180 mm Langhub-Tieftöner mit Polypropylenmembran teilen sich die elektrische Antriebsleistung von Bedarfsweise 300 Watt RMS, welche vom integrierten Class D Bassverstärker zur Verfügung gestellt wird.

Mächtiger Antrieb: Einer der beiden Langhub-Tieftöner


Die beiden Endstufen für den Mittel- und den Hochtonbereich, ebenfalls in Class D- Technik arbeitend, sind mit jeweils 90 Watt RMS ausgesprochen üppig ausgelegt, sodass der 180 mm Mitteltöner wie auch die 25 mm Seidengewebekalotte des Hochtöners mehr als genug Schallleistung produzieren können.

Hoch- und Mitteltöner


Separation und Zuteilung der Frequenzbereiche für Hoch- Mittel- und Tieftöner werden bereits vor den jeweiligen Endstufen durch den digitalen Signalprozessor (DSP) bewerkstelligt, wodurch klangschädigende Signalverluste und Phasendrehungen vermieden werden.
Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Verarbeitung und Verstärkung aller Quellsignale vom jeweiligen Eingang bis zum Ausgang der Endstufe konsequent digital erfolgt, wodurch die Signalqualität erhalten bleibt und das Rauschverhalten positiv beeinflusst wird. Class D-typisch wird das analoge Leistungssignal für die einzelnen Lautsprecher erst unmittelbar hinter der digitalen Leistungsverstärkung durch entsprechend dimensionierte Tiefpassfilter gebildet.

Eine stets aktive Schutzschaltung überwacht das Wohlbefinden der eingebauten Lautsprecher und schützt sie bei gefährlicher Überlastung vor dem thermischen Gau. Sollte die Schutzschaltung aktiv werden, so wird dies bei Bedarf im Display der Box angezeigt.


Digitale Technik macht’s möglich: Auf drei postkartengroße Platinen verteilt, beanspruchen Schaltnetzteil (vorn),
Bassverstärker (mitte) und Mittel-Hochtonverstärker (hinten) nur wenig Platz


Es versteht sich von selbst, dass die komplexe Leistungs- und Steuerelektronik jeder Box nur mit einer aufwändigen Spannungsversorgung funktionieren kann. In früheren Jahren im High-End-Bereich als klangschädigend verpönt, setzt Nubert auch hier digitale Technik in Form eines Schaltnetzteils ein. Riesige Netztrafos und trinkbechergroße Elkos werden mit dieser Technologie überflüssig und gleichzeitig schont ein sehr hoher Wirkungsgrad die Stromrechnung und die Umwelt.

Auch die immanente Abschaltautomatik, welche beim Ausbleiben eines Musiksignals an den Eingängen wirksam wird, zielt in Richtung Ökologie und wird von uns ausgesprochen positiv bewertet.

Über die Schnittstellen Stereo-Cinch (Analog-Eingang, AUX), SPDIF (elektrischer Digitaleingang), Toslink (digital-optischer Eingang), USB-Signaleingang (Digitalsignal vom PC oder Laptop), USB-Spannungsbuchse (5V-Versorgung externer Geräte) und Sub-Out (Ausgang für externen Subwoofer) kann jede Box bei Bedarf separat mit der Außenwelt in Kontakt treten.

Gute Ordnung: Das Anschlussfeld


Im Normalfall werden aber zwei Boxen als Stereopaar eingerichtet, wodurch eine Box im Masterbetrieb läuft und die andere die Slave-Rolle übernimmt. Bewerkstelligt wird dies durch eine einfache Chinchverbindung zwischen link-Buchse der Masterbox und spdif-Buchse der Slave-Box. Die weitere Verständigung der beiden Boxen untereinander geschieht von Sekunde an vollautomatisch, sodass die Lautsprecher sofort Stereo-betriebsbereit sind.

Alle Musiksignale werden nach der Einrichtung als Stereopaar ausschließlich in die Masterbox eingespeist, wobei das System auf Wunsch die Signalstärke automatisch einpegelt.

Es stehen nun also drei digitale Eingänge (SPDIF, Toslink und USB) sowie ein analoger (AUX) zur Stereowiedergabe zur Verfügung.

Während SPDIF und Toslink HiRes- Audio-Signale mit einer Auflösung von immerhin 96 kHz/ 24 Bit annehmen und verarbeiten können, ist die Signal-Samplingrate beim USB-Eingang auf 48 kHz begrenzt. Dies ist doch etwas enttäuschend, da damit die Reproduktion von auf dem Rechner gespeicherte, qualitativ hochwertige HiRes-Audiofiles nicht unterstützt wird.

Obwohl sich die Anschlussvielfalt der A-700 recht imposant darstellt, vermisst man als Besitzer von CD-Payer und Plattenspieler ein bis zwei weitere analoge Eingänge am Anschlussfeld der Box, wodurch letztlich neben der Endstufe auch auf eine analoge Vorstufe als „Schaltzentrale“ verzichtet werden könnte.

Überaus erfreulich dagegen stellen sich die umfangreichen Möglichkeiten der tonalen Klanganpassung dar. Der Bass lässt sich durch Wahl der unteren Grenzfrequenz und/oder durch die Einstellung des Basspegels optimal an die Raumakustik oder an die Hörvorlieben des Nutzers anpassen.

Mitten und Höhen werden nicht getrennt beeinflusst, sondern über die sog. „Klangwaage“ gemeinsam verändert und immer optimal an den eingestellten Bassverlauf angepasst. Hierdurch werden „Berge“ und „Täler“ im Frequenzgang vermieden und die tonale Ausgewogenheit bleibt erhalten.

Ergonomisch ansprechend zeigen sich die Bedienungselemente Tastenkreuz und Display, welche an jeder Box vorhanden sind. Mit ihnen hat der Benutzer menügesteuert Zugriff auf alle zur Verfügung stehenden Einstelloptionen des Systems.

Display und Tastenfeld


Erleichtert wird die Bedienung durch eine handliche, übersichtlich gestaltete Fernbedienung, mit der die Eingänge angewählt, Lautstärke und Klang eingestellt und die Standby-Funktion aktiviert oder deaktiviert werden können.

Handlich: Die Fernbedienung


Abgerundet wird die umfangreiche Ausstattung des Lautsprechersystems durch die Beigabe aller notwendigen Kabel, sodass man die Lautsprecher nach dem Auspacken sofort in Betrieb nehmen kann. Weiterhin legt Nubert jeder Box einen mit schwarzem Stoff bespannten Rahmen für den Berührungsschutz der Chassis bei.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Nubert auch Komponenten zur drahtlosen Signalübertragung, wie z.B. den Bluetooth-Empfänger „LinTech blueLino 4G“ im Verkaufsprogramm hat, wodurch die nuPro A-700 von weiteren multimedialen Quellen gespeist werden kann.


Gestaltung, Verarbeitung und Handhabung

Mit den oben genannten Abmessungen präsentiert sich die nuPro A-700 als ausgewachsene Standbox, wobei die Lautsprecher keinesfalls wuchtig wirken.

Die glänzend lackierte Oberfläche des äußerst stabil gebauten und aufwändig verstrebten MDF-Gehäuses ist hervorragend ausgeführt und die Passgenauigkeit der Komponenten führt zu einem sehr guten optischen und haptischen Gesamteindruck.

Gut verstrebt: Ein Blick ins Innere der Box


Eine massive, schwarz lackierte Stahlplatte mit Füßen aus dämpfendem Material bildet die Standbasis für die Box. Sie muss allerdings vor der Aufstellung mit Abstandshaltern an den Korpus befestigt werden. Das dazu notwendige Werkzeug liegt bei und die Montage ist mit etwas handwerklichem Geschick schnell und einfach erledigt.

Problemlos montiert: Die Grundplatte der Box


So ausgerüstet hat die Box einen ausgezeichnet kippsicheren Stand und zeigt sich auch auf leicht unebenen Böden weitgehend wackelfrei. Die Standfüße sind allerdings nicht verstellbar, sodass Schiefstellungen nicht ausgeglichen werden können.

Nubert-typisch folgt bei der A-700 das Design der Funktion. Dementsprechend wirken die Boxen zeitlos-funktionell, wodurch sie sich in viele Wohnumgebungen integrieren lassen dürften.
Nicht berauschend fällt jedoch die Ausführung der Frontabdeckung aus. Die etwas billig wirkenden Rahmen passen nicht recht ins Bild der ansonsten tadellosen Boxenoptik und haben mit Hilfe der kleinen Dauermagnete auch keinen guten Halt an der Front. Hier wünscht man sich die hervorragenden Metallabdeckungen anderer Nubert Boxen.

Die A-700 mit Frontabdeckung


Die Anschlussplatte auf der Rückseite der Box wurde übersichtlich und aufgeräumt gestaltet. Schalter und Buchsen sind gut zugänglich und von solider Qualität.
Auf der Innenseite sind die Elektronik-Platinen befestigt.

Die rückseitige Anschlussplatte macht Schalter
und Anschlussbuchsen zugänglich


Die Bedienung der aktiven nuPro A-700 stellte sich im Test ausgesprochen einfach und weitgehend selbsterklärend dar. Eine verständliche und gut illustrierte Anleitung, die jeder Box in gedruckter Form beliegt, lässt keine Fragen offen und führt durch alle Anschluss- und Einstelloptionen.

Nachdem link- und spdif-Buchsen der beiden Boxen mit dem SPDIF-Coaxialkabel verbunden und die Boxen eingeschaltet werden, outet sich eine der beiden automatisch als Master- und die andere als Slave-Box. Die Masterbox nimmt nun alle Signale über ihr Anschlussfeld entgegen und der User kann das Stereo-System beider Boxen über das Steuerkreuz an der Masterbox und über die Fernbedienung modifizieren.
Um auch den Rechner als Musikquelle nutzen zu können, muss natürlich vorher die USB-Verbindung stehen. Das Einrichten des USB- Signalanschlusses vollzog sich im Test unter Windows 8.1 problemlos und schnell, sodass danach alle Eingänge zur Verfügung standen.

Obwohl das System die oben beschriebene umfangreiche Soundeinstellung bietet, könnte sich die akustische Anpassung des Basses in kleineren Räumen als problematisch erweisen. Während in unserem 35 qm großen Hörraum frei aufgestellt schnell eine gute tonale Balance mit schönem Bassfundament und angemessener Mittel- Hochtonwiedergabe gefunden wurde, erwies sich eine wandnahe Aufstellung als kritisch. Mit allen Einstellvarianten über Basspegel und Grenzfrequenz gelang es uns nicht, die hohe Bassqualität der freien Aufstellung vollständig zu erreichen.

Um in den Genuss der vollen Klangqualität der nuPro A-700 zu kommen, sollten die Boxen deshalb mit einem Abstand von mindestens 50 cm von der rückseitigen Wand und 80 cm von den seitlichen Wänden aufgestellt werden können.
Wie schon erwähnt, erwies sich die sog. Klangwaage für den Mittel- Hochtonbereich bei allen Aufstellungen als sehr wirksam und klangerhaltend. Trotzdem wünschte man sich bei etwas hochtonlastigen Aufnahmen die Möglichkeit, die Höhen zusätzlich separat verändern zu können. Dies würde aus unserer Sicht eine sinnvolle Erweiterung der bereits guten Einstellmöglichkeiten bedeuten.
Insgesamt stellt sich die Handhabung des A-700 Systems aber als einfach, ergonomisch und durchdacht dar.


Elektroakustische Eigenschaften

Die Class D Endstufen der nuPro A-700 stellen jeweils 150 Watt RMS-Leistung für die beiden Bass-Chassis sowie je 90 Watt für den Mitteltöner und für den Hochtöner zur Verfügung. Damit werden hohe, verzerrungsfreie Lautstärken garantiert und Dynamikspitzen im Musikgeschehen ohne Limitierung an die Chassis gebracht.

Der Maximalpegel liegt messtechnisch bei 100 dBA, wodurch sich die Box nicht unbedingt als grobdynamisches Wunder ausweist. Im Hörtest wurden aber verzerrungsfreie Lautstärken erreicht, die in unserem 35 qm großen Hörraumaum weit über HiFi-gerechte Pegel lagen und durchaus in Richtung brachial gingen.
Sollte die A-700 trotzdem einmal dauerhaft übersteuert werden, so sorgt die stets aktive elektronische Schutzschaltung dafür, dass die Lautsprecher keinen Schaden nehmen.

Nubert gibt die untere Grenzfrequenz der nuPro A-700 mit 25 Hertz bei -3dB Pegelabfall an. Damit lässt die Box eine Basswiedergabe erwarten, deren Tiefe sich dem Grenzbereich des menschlichen Gehörs nähert.
Das Frequenzgangdiagramm des Schallpegels, im Nahfeld der Box gemessen, bestätigt diesen Wert. Desweiteren zeigt sich der Pegelverlauf im Schwankungsbereich von +/- 3 dB von 25 Hz bis 20 kHz sehr konstant, was hohe klangliche Neutralität und tonale Ausgewogenheit bei der Musikwiedergabe verspricht.
Fast lineal-glatt: Der Pegel-Frequenzgang


Sieht man von dem etwas zurückhaltenden Maximalpegel ab, präsentieren sich die elektroakustischen Eigenschaften der nuPro A-700 tadellos und bilden damit die Voraussetzungen für einen Top-Klang.


Klang

Das innovative, voll digitale Konzept der A-700 musste sich nun im Klangtest beweisen. Optimal im Raum positioniert und tonal eingepegelt speisten wir die Box zunächst über den Analogeingang mit Musik aus Creek EVO CD Player.
Wir wählten Eric Claptons „Unplugged“-Album aus und lauschten gespannt den Klängen des Livekonzertes. Schon nach den ersten Tönen zog uns die A-700 mit ihrer überaus natürlich-stressfreien Spielweise in ihren Bann. Kontrolliert stampfende Bässe, prächtig klingende Instrumente, die ausdrucksstarke Stimme Claptons und die tolle räumlicher Abbildung des Konzertsaals machten „Unplugged“ zu einem wirklichkeitsnahen Erlebnis. High-End pur!

Um uns ein Bild von den wirklichen Bassfähigkeiten der Box zu machen, ließen wir Chris Jones in „Long After You´re Gone“ mit gehöriger Lautstärke freien Lauf. Gänsehautfeeling und ungläubiges Staunen im Testteam über eine Bassdemonstration, die Ihresgleichen sucht. Raumfüllend, abgrundtief, dabei voll durchstrukturiert und klar, so kann man in etwa die Bassdefinition der A-700 beschreiben. Die Stimme von Chris Jones und die Gitarrenklänge traten bei der Darbietung aber keinesfalls in den Hintergrund sondern präsentierten sich prägnant und plastisch ohne analytische Übertreibungen. Einfach beeindruckend!

Über den Analogeingang boten wir der nuPro A-700 nun hoch aufgelöste Audio-Files vom FiiO X1, einem mobilen High Res-Audioplayer, an. Im Test-Focus standen dabei vor allem die Reproduktion von fein aufgelösten Musik- und Stimmstrukturen sowie Präzision und Höhenqualität.
Aus dem Stockfisch-Sampler „closer to the musik vol. 5“ wählten wir mit „Fause Fause“ zunächst ein sehr emotionales Stück mit hoher Frauenstimme aus. Die A-700 zelebrierte hier den wunderbar ruhig-gefühlvolle Gesang von Kerstin Bloding bis in alle Einzelheiten atemberaubend perfekt, wobei einerseits die Hochtonlagen geschmeidig-seidig und der Bass wunderbar rund und tief dargestellt wurden.

Die Stimme Song Zuyings, eine der berühmtesten Sängerinnen der traditionellen Vokalmusik Chinas, begleitet vom berühmten China Philharmonic Orchestra aus dem gleichen Sampler, stellt für viele Boxen eine Tortur dar. Verlangt der Track doch vom Wiedergabesystem höchste Genauigkeit und ein außergewöhnlich gutes Differenzierungsvermögen.
Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass die A-700 bei der Wiedergabe dieses Stückes ein kleines Meisterstück ablieferte. Derart präzise und Detailgenau hatten wir Song Zuying noch bei kaum einer anderen Box gehört.

Die gleichen HighRes- Aufnahmen mit 192kHz/ 24 Bit aufgelöst und im FLAC-Format gespeichert, spielten wir nun direkt vom PC über den USB- Signaleingang der Box ab und überließen der A-700 die komplette digitale Signalverarbeitung. Die Stimmen verloren nun gegenüber dem FiiO X1 geringfügig aber trotzdem deutlich wahrnehmbar an Geschmeidigkeit und der Bass büßte etwas an Fülle ein. Ein Grund für den klanglichen Leistungsabfall dürfte darin zu suchen sein, dass der USB- Eingang der A-700 HiRes nicht unterstützt.

Nach so viel Feingeist durfte die nuPro A-700 nun ihre grobdynamischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Metallicas „Nothing Else Matters“ als MP3-File vom USB- Eingang entgegengenommen und mit rockkonzert-geeigneter Lautstärke wiedergegeben, kam bei aller Gewalt kontrolliert herüber und wies jeden Verdacht von Verzerrungen von sich. Der bei hohen Lautstärken fast unveränderte Klangcharakter der A-700 wurde auch beim Rockgenuss von AC/DC‘s „Hells Bells“ deutlich unterstrichen.

Als sehr interessant stellte sich abschließend ein kurzes Duell der A-700 mit unserer Passiv-Referenz, der Nubert nuVero 60 dar. In fast allen relevanten Kriterien auf Augenhöhe, setzte sich die A-700 jedoch in Punkto Basstiefe und Souveränität des Klangbildes etwas von der nuVero 60 ab.
Trotz des Nachteils im Bass empfanden die Testhörer jedoch übereinstimmend das Klangbild der nuVero 60 insgesamt harmonischer und stimmiger als das der nuPro A-700, sodass hier kein klarer Sieger ermittelt werden konnte.

Mit der nuPro A-700 erhält der Käufer ein Lautsprechersystem, das höchste Klangansprüche erfüllt und mit einem Paarpreis von ca. 2500,- Euro die hochkarätig besetzte Aktivboxen-Liga des High End Bereichs kräftig aufmischt.
In der Preisklasse um 3000,- Euro stellt die Nubert nuPro A-700 damit die klangliche Messlatte von Technic3D im Aktivboxensektor dar.


Fazit

Die A-700 als Topmodell der aktiven, voll digitalisierten Nubert nuPro-Serie begeistert nicht nur mit einem Top-Klang, sondern erfüllt durch umfangreiche Anschlussmöglichkeiten die Anforderungen multimedialer Systeme.
Konzipiert als Dreiwege-Standbox zeigt sich das Design der Lautsprecher zeitlos klar und funktionell. Die überzeugende Verarbeitung der Box und das übersichtlich gestaltete Anschlussfeld runden den sehr guten optischen Eindruck der nuPro A-700 ab.

Ausgestattet mit kräftigen Class D Endstufen, umfangreichen Möglichkeiten der Klangeinstellung und praxisgerechten Eingängen lässt sich das System leicht und ergonomisch handhaben. Eine verständliche Bedienungsanleitung, ein gut ablesbares Display an jeder Box, eine handliche Fernbedienung und zeitgemäße Automatikfunktionen bilden dabei die Basis guter Bedienbarkeit.

Die elektroakustischen Eigenschaften der nuPro A-700 präsentieren sich auf hohem Niveau und geben kaum Anlass zur Kritik. Hervorzuheben ist vor allem die untere Grenzfrequenz von 25 Hertz, welche zu einem überzeugenden Tiefbass führt. Auch der ständig aktive elektronische Überlastungsschutz sowie die Abschaltautomatik verdienen ein besonderes Lob.

Die überaus guten Klangeigenschaften der A-700 werden insbesondere durch ein hohes Maß an Neutralität und Präzision sowie durch beste Detailtreue repräsentiert. Unterstützt werden diese Eigenschaften durch eine außergewöhnlich gute Bassperformance. Obwohl Brachiallautstärken nicht unbedingt zu den Stärken der Box gehören, besitzt sie sehr gute Allroundeigenschaften, wodurch Musik jeder Stilrichtung beeindruckend realistisch reproduziert wird. Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, kommt die A-700 nicht nur als Stereolautsprecher, sondern auch als Monitorbox für Tonstudios in Betracht.

Leichte Kritik muss sich die A-700 jedoch hinsichtlich der eingeschränkten HiRes-Fähigkeit und der etwas dürftigen analogen Ausstattung mit nur einem Line-Eingang gefallen lassen. Auch die Frontabdeckung entspricht in Optik und Funktion nicht der übrigen Qualität dieser hochwertigen Box.

Insgesamt liefert die A-700 jedoch eine hervorragende Vorstellung ab, wodurch sie nicht nur in der Aktivboxen-Preisklasse von 3000 Euro als strahlendes Glanzlicht erscheint, sondern sogar wesentlich teureren Aktivlautsprechern den Kampf ansagt.
Nubert hat mit der nuPro A-700 wieder einmal alles richtig gemacht.


Einzel-Bewertung


Gestaltung, Verarbeitung, Handhabung9,5 /10 Punkte
Ausstattung 8,5 /10 Punkte
Elektroakustische Eigenschaften9,5 /10 Punkte
Bassqualität10 /10 Punkte
Neutralität / Natürlichkeit10 /10 Punkte
Räumlichkeit / Ortbarkeit10 /10 Punkte
Präzision10 /10 Punkte
Gesangsstimmen und Sprache10 /10 Punkte
Hochtonqualität10 /10 Punkte
Klang bei höheren Lautstärken9,5 /10 Punkte

Gesamtbewertung:

97 /100 Punkte
Note:1,0
Testurteil: sehr gut

award top blacks


Hinweise zur Bewertung

Die Bewertung aller Kriterien erfolgt bei Technic3D klassenbezogen.
Die Nubert nuPro A-700 wurde in die Klasse 5 (Aktivboxen der absoluten Spitzenklasse, um 3000 Euro/ Paar) eingeordnet.

Bewertungs-Schlüssel:

Punkte: 100 - 91Note: 1,0 - 1,4 Testurteil: sehr gut
Punkte: 90 - 80Note: 1,6 - 2,4 Testurteil: gut
Punkte: 79 - 67Note: 2,6 - 3,4 Testurteil: zufriedenstellend
Punkte: 66 - 50Note: 3,6 - 4,4 Testurteil: mäßig
Punkte: 49 - 30Note: 4,6 - 5,4 Testurteil: schlecht
Punkte: 29 - 0Note: 5,6 – 6,0 Testurteil: unzureichend
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Kategorie: Lautsprecher
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