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Sapphire Radeon HD 6990 Grafikkarte im Test

Seite 1: Sapphire Radeon HD 6990 im Test

vorschau sapphire HD6990 2
Mit der Sapphire Radeon HD 6990 haben wir heute AMDs aktuelles Schwergewicht im Grafikkartenbereich im Test. Mit einer brachialen Leistung sollen vor allem Enthusiasten auf ihre Kosten kommen und auf keine Details verzichten müssen. Wie sich die Dual-GPU-Karte gegen Nvidias Flaggschiff die GeForce GTX 590 schlägt muss sich zeigen, denn schon bei der Radeon HD 6970 und der GeForce GTX 580 musste sich AMD trotz größter Anstrengungen geschlagen geben.

Bei der Sapphire Radeon HD 6990 handelt es sich um eine Grafikkarte im Referenzdesign. Das bedeutet, dass Kühler, Taktraten und Speicherausbau genau den Vorgaben von AMDs Referenzmodell entspricht. Wie bereits in der Einleitung erwähnt handelt es sich bei der Radeon HD 6990 um das Dual-GPU-Flaggschiff der Radeon HD 6990 Serie.

Geliefert wird die Sapphire Radeon HD 6990 in einem rot schwarzen Karton auf dem die wichtigsten Eckdaten repräsentativ aufgedruckt sind. Dem Lieferumfang legt Sapphire eine Kurzanleitung, Treiber-CD sowie je ein HDMI, DVI und aktiver DVI-Adapter bei. Leider liegt der Grafikkarte keine Spielsoftware oder ähnliches bei. Bei einem Produkt zu diesem Preis hätten wir uns hier mehr gewünscht, auch wenn die Ausstattung mit Adaptern schon üppig ist, gehört es trotzdem einfach dazu.



Technische Details:


HD6950
HD6970
HD6990
HD6870
HD6850
unit
Codename
RV970/Cayman
RV970/Cayman
2xRV970/Cayman
RV940/Barts
RV940/Barts
-
Process
40
40
40
40
40
nm
Transistors
2640
2640
2x2640
1700
1700
millions
Stream Procesors
352 (4D)
384 (4D)
2x384 (4D)
224 (5D)
192 (5D)
-
Texture Mapping Units
88
96
2x96
56
48
-
Raster Operation Units (ROPs)
32
32
2x32
32
32
-
Core clock
800
880
2x830/880 (ASUM)
900
775
MHz
Shader clock
800
880
2x830/880 (ASUM)
900
775
MHz
Memory
2048
2048
2x2048
1024
1024
MB
Memory interface
256
256
2x256
256
256
Bit
Memory clock
2500
2750
2500
2100
2000
MHz x2 (DDR)
Memory bandwith
160000
176000
2x160000
134400
128000
MB/s
Shader-Model
5.0
5.0
5.0
5.0
5.0
-
Dual/Triple SLI/CF support
haken black /
/
/ kreuz black
/
/
-
Bus Technology
PCIe 2.1
PCIe 2.1
PCIe 2.1
PCIe 2.1
PCIe 2.1
-
Form Factor
Dual
Dual
Dual
Dual
Dual
slot
Preis
ab ~260
ab ~330
ab ~199
ab ~149


Technisch basiert die Radeon HD 6990 auf zwei Cayman XT Grafikprozessoren die so auch schon bei der Radeon HD 6970 zum Einsatz kommen. Gefertigt werden die Cayman XT GPUs im 40nm Verfahren beim Auftragsfertiger TSMC und setzen sich aus jeweils 2,64 Milliarden Transistoren zusammen. Im Vergleich zur Vorgängergeneration sind diese Chips im effizienteren 4D-VLIW4-Shader-Design mit 24 SIMD-Einheiten und 4 TMUs aufgebaut. Daraus ergeben sich pro GPU 1536 Streamprozessoren (384 4D-Shader), 96 Textur-Einheiten (TMUs) und 32 Raster-Endstufen (ROPs). An jede GPU sind mittels 256 Bit Speicherinterface 2048 MByte GDDR 5 Speicher angebunden. Dieser ist mit effektiven 5.000 MHz getaktet und soll für die nötige Bandbreite sorgen.



Das schwarze PCB der Radeon HD 6990 misst samt Dual-Slot-Kühlung eine Länge von satten 30 cm. Um dem hohen Stromhunger der Karte gerecht zu werden, ist das PCB auf eine maximale Leistungsaufnahme von 450 Watt ausgelegt und dementsprechend für den ordnungsgemäßen Betrieb mit zwei 8-Pin-Stromsteckern ausgestattet. Wie auch schon die Radeon HD 6970 und HD 6950 ist die HD 6990 mit einem BIOS-Switch ausgestattet. Dieser hat im Gegensatz zu den Single-GPU-Karten aber eine andere Funktion und ist nicht nur als Backup-Bios zu verstehen. Dieses Feature nennt AMD „ASUM“ (Antilles Unlocking Switch for Uber Mode). Im Normalbetrieb arbeiten die beiden GPUs der Radeon HD 6990 mit einer Taktfrequenz von 830 MHz (375 Watt TDP), legt man den “ASUM”-Switch um, taktet die Karte mit 880 MHz pro GPU und die maximale Leistungsaufnahme steigt auf 450 Watt (laut AMD typische 415 Watt). Wie bereits zum Launch der Karte heftig diskutiert, verfällt durch das Benutzen dieser Funktion der Garantieanspruch.

Wie schon bei der Radeon HD 6970/6950 kommt auch bei der HD 6990 AMDs PowerTune Feature zum Einsatz. Damit wird die Leistungsaufnahme im „Normal-Betrieb“ auf 375 Watt begrenzt. Das hat zu Folge, dass dementsprechend die Taktraten entweder abgesenkt oder wenn es die Leistungsaufnahme erlaubt, wieder auf den Referenztakt angehoben werden. In der Praxis soll ein heruntertakten in Spielen jedoch so gut wie nie erfolgen, da die Grenzwerte laut AMD recht hoch angesetzt wurden. Wird der Schwellenwert aber überschritten, wie beispielsweise durch spezielle Tools wie Furmark, wird durch PowerTune dynamisch die Leistungsaufnahme auf einen Wert innerhalb der Spezifikation angepasst. Diese "Grenze" kann zusätzlich durch den Anwender um 20 Prozent erhöht beziehungsweise abgesenkt werden.



Am Slotblech der Karte finden sich ein Dual-Link-DVI sowie vier Mini-DisplayPort Anschlüsse im 1.2a Standard. Damit auch die DisplayPort-Anschlüsse sinnvoll genutzt werden können, wird jeder Radeon HD 6990 je ein HDMI, DVI und aktiver DVI-Adapter beigelegt. Mit dem letzteren können drei Monitore gleichzeitig angesteuert werden, ohne dass diese einen DisplayPort-Anschluss haben müssen.

Das Kühlsystem:



Für die Kühlung dieses Boliden hat sich AMD einiges ausgedacht. Die beiden „Cayman“ GPUs sind jeweils an eines der Enden der Karte gerutscht und die Stromversorgung ist nun genau mittig platziert, darüber findet sich ein 75mm großer Radial-Lüfter. Laut AMD sollen dadurch eine „saubere“ Stromversorgung der GPUs und eine effizientere Kühlung der GPUs und Stromversorgung gewährleistet sein. Die insgesamt 4096 Mbyte GDDR5 Speicher verbaut AMD auf der Vorder- sowie Rückseite des PCBs. Um auch die Rückseite des PCBs zu kühlen, hat AMD eine dünne Backplate montiert um die Wärme abzugeben. Eine weitere kleine Besonderheit ist die Wärmeleitpaste der HD 6990. Anders als bei anderen Grafikkarten wurden wir im Gespräch mit AMD darauf hingewiesen das es nicht ratsam ist die Kühler der HD 6990 zu entfernen. Die Kühleigenschaften des Kühlsystems würden, selbst nach einer korrekten Installation, nicht mehr im selben Maße erreicht werden. Dies liegt daran, dass sich die Wärmeleitpaste beim ersten erhitzen optimal an die Struktur des Chips anpasst und verfestigt. Beim Abnehmen des Kühlers würde diese Verbindung zerstört. Ein Abnehmen ist aber dennoch möglich, der Kühlkörper und der Chip werden durch die Paste nicht mechanisch fest verbunden.
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