Im Kompakt-Test: Aktiv-Minilautsprecher Nubert nuPro A-100

Kleine Alleskönner mit Top-Klang

Kompakt-Test: Aktiv-Minilautsprecher Nubert nuPro A-100

Der Audio-Spezialist Nubert bietet mit der nuPro A-100 einen aktiven Kompaktlautsprecher an, welcher die Größe eines kleineren Schuhkartons besitzt und laut Nubert als „…hochpräzise, vollaktive Kompaktlautsprecherbox für Musikwiedergabe, Multimediaanwendungen oder den Einsatz im Tonstudio…“ genutzt werden kann. Der Aktivlautsprecher ist für einen Preis von 285,- Euro (pro Box) plus Versandkosten über den Nubert-Direktvertrieb erhältlich.

Frontansichten der nuPro A-100 ohne und mit Blende

Die A-100 ist als kleinster Spross in Nuberts nuPro-Aktivboxenfamilie bereits mit den Genen seiner größeren Geschwister ausgestattet. Weist die hochwertig anmutende Ausführung bereits unverkennbar auf das nuPro Design hin, so ist die vollaktive Technik mit DSP, aktiver Frequenzweiche und Class D Endstufen weitgehend familienidentisch. Auch das Anschlussfeld auf der Rückseite jeder Box, welches drei Digitaleingänge (USB, S/PDIF optisch, S/PDIF elektrisch) sowie einen analogen Cinch-Eingang aufweist, ist nuPro-typisch.

Nach hinten gerichtet: Das Bassreflexrohr und die Anschlussplatte


Das Anschlussfeld auf der Boxen-Rückseite

Die nuPro A-100 besitzt ebenso wie ihre großen Schwestern keine integrierten Bluetooth-Fähigkeiten. Nutzt man jedoch z.B. das optional erhältliche „LinTech blueLino 4G“- Bluetooth-Modul (55 € plus Versandkosten), so kann sie dank aptX von weiteren multimedialen Quellen mit guter Qualität drahtlos gespeist werden. Der Anschluss des Bluetooth-Kästchens an die Masterbox wird entweder über dessen Analogausgang oder mit Hilfe des optischen Digitalanschlusses bewerkstelligt.

Für den Mittel/Tieftonbereich der nuPro A-100 wurde eigens ein 12-Zentimeter-Chassis mit einer Polypropylenmembran entwickelt, welches durch hohe Maximalauslenkung glänzt und der kompakten Box in Zusammenarbeit mit dem nach hinten abstrahlenden Bassreflexrohr zu starken Bässen verhilft. Ebenfalls speziell ist der 19 Millimeter Hochtöner der A-100, welcher mittels Ferrofluid gedämpft wird. Die Bauform im Verbund mit der Seidenkalotte soll klare und verzerrungsfreie Höhen mit einem besonders guten Rundstrahlverhalten verbinden.

Das komfortable und umfangreiche Bedienungssystem konnte die Technic3D-Tester bereits bei der nuPro A-700 voll überzeugen. Ergonomisch ansprechend zeigen sich auch bei der A -100 die Bedienungselemente Tastenkreuz und Display, welche an jeder Box vorhanden sind. Mit ihnen hat der Benutzer menügesteuert Zugriff auf alle zur Verfügung stehenden Optionen des Systems.

Display und Tastenkreuz auf der Frontseite

Erleichtert wird die Bedienung durch eine handliche, übersichtlich gestaltete Fernbedienung, mit der wesentliche Grundfunktionen wie Eingangswahl, Lautstärke oder Klang gesteuert werden können.

Gut gestaltet: Die handliche Fernbedienung

Nachdem das Stereo-Boxenpaar mit dem SPDIF-Coaxialkabel verbunden und die Boxen eingeschaltet werden, outet sich eine der beiden (im Normalfall die linke) automatisch als Master- und die andere als Slave-Box. Die Masterbox nimmt nun alle Eingangssignale über ihr Anschlussfeld entgegen und der User kann das Stereosystem über das Steuerkreuz an dieser Box oder mit Hilfe der Fernbedienung modifizieren. Eine verständliche und gut illustrierte Anleitung, die in gedruckter Form beliegt, lässt keine Fragen offen und führt durch alle Anschluss- und Einstelloptionen.

Beachtlich für die kleine A-100 ist die Nennleistung von 60 Watt, welche jeweils für den Hoch- und für den Tiefmitteltonbereich zur Verfügung steht und die Box lässig zu Party-Lautstärken treibt. Auch die untere Grenzfrequenz von 50 Hz bei -3dB lässt aufhorchen und verspricht einen für die Boxengröße sehr tiefen Bass.

Der Klang

Soviel vorweg: Will man die beachtliche Klangpotenz der kleinen A-100 voll ausschöpfen, so sollte bei der Inbetriebnahme die Soundoptimierung nicht vernachlässigt werden. Dies gilt vor allem für den Bass bei wandnaher Aufstellung in kleineren Räumen. In einem Regal unseres 15 qm großen Testraumes platziert, erzeugte das Stereo-Boxenpaar bei neutral eingestellten Klangreglern und deaktiviertem Hochpass (HP SYS „OFF“) deutlich zu viel Bassvolumen. Anheben der unteren Grenzfrequenz und deutliches Absenken der Basslautstärke brachten den Bass zwar in eine angemessene Präsenz, das Klangbild konnte uns aber bei keiner Musikrichtung so recht überzeugen. Auch verschiedene Einstellungen des Mitten-Höhenreglers änderten darin nichts.

Die Wende stellte sich erst ein, als die Idee verwirklicht wurde, die Bassreflexrohre mit Schaumstoffstopfen (welche leider nicht beiliegen) sacht zu verschließen und die untere Grenzfrequenz auf den Minimalwert von 60 Hz abzusenken. Mit leicht angehobener Basslautstärke und neutral justiertem Mitten-Höhenbereich spielte die kleine Nubert nun überzeugend auf.

Das Bassreflexrohr jeder Box wurde mit Schaumstoff verschlossen

Der Bass fügte sich jetzt perfekt ins Klangbild ein und kam mit dem richtigen Volumen derartig tief und gut strukturiert, dass es den Testern ein Lächeln ins Gesicht trieb. Gleichzeitig profitierte das gesamte Klangbild von der Bass-Abspeckung, indem Dynamik und Klarheit deutlich zulegten und Gesangsstimmen entscheidend an Ausdruckskraft gewannen. Durch leichtes Eindrehen der Lautsprecher zur Mitte wurde das Klangbild schließlich von jedem Hochton-Übermut befreit. Gleichzeitig gewann es durch diese Maßnahme wohltuend an Homogenität und Präzision. Den Vergleich mit unserer geschätzten B+W 868 S2 Passivbox, welche ebenfalls in der 500 €- Liga spielt, entschied die kleine nuPro ab sofort in Disziplinen wie Bassqualität und Dynamik klar für sich. Allerdings behielt die B&W in ihrer Kernkompetenz „Detailauflösung“ weiterhin die Oberhand.

Aus der klanglich optimal eingerichteten A-100 genoss das Test-Team nun Eric Claptons Live-Sound von der CD „unplugged“ in vollen Zügen. Die kleine Nubert schaffte es dabei recht gut, die Atmosphäre des Konzerts erfahrbar zu machen und bildete den Konzertgeschehen in den räumlichen Dimensionen nachvollziehbar ab. Vanessa Fernandes‘ Album „Use Me“ in HiRes-Qualität vom FIIO X1 eingespeist, wurde später ebenfalls zu einem klanglichen Genuss. Von einem klaren und konturierten Bass begleitet, verliehen die schwäbischen Minis bei allen Stücken des Albums der anspruchsvollen Frauenstimme Fernandes‘ Glanz und Körper. Durch natürliche Klangfarben im Track „Monster“ des Stockfisch-Samplers „Closer to the Musik Vol 5“ im Verbund mit der schön herausgearbeiteten Stimme des Barden Steve Strauss untermauerte die Mini-nuPro noch einmal ihre musikalische Ausdruckskraft.

Restzweifel an der universellen musikalischen Begabung zerstreute das Stereosystem durch die Darbietung des neuen Albums „A/B“ der isländischen Rock/Folk-Gruppe Kaleo, welches von der Musikplattform Spotify gestreamt und mit Nuberts Bluetooth-Modul „LinTech blueLino 4G“ an die Lautsprecher übertragen wurde. Klanglich etwas limitiert durch die Übertragungsrate von lediglich 320 kbps vermochte es das A-100-Gespann dennoch, die Songs der Gruppe authentisch und gut strukturiert zu reproduzieren. Nicht zuletzt sorgte der perfekt ins Klanggeschehen eingebundene Bass mit schönem Fundament für ein beeindruckendes Kaleo-Hörerlebnis.

Fazit

Auch die nuPro A-100 als kleinster Spross in Nuberts Aktivboxenfamilie überzeugt durch eine volldigitale Arbeitsweise und tadellose Verarbeitung. Neben dem sehr komfortablen Bedienungskonzept mit einem Display in jeder Box und einer Fernbedienung, findet sich auch das praxisgerechte Anschlussprinzip der größeren Schwestern in der kleinsten nuPro wieder. Die Ausstattung der Boxen präsentiert sich für ein 570 Euro-Aktivpaar auf hohem Niveau. Bluetooth-Fähigkeit besitzt die A-100 von Haus aus allerdings nicht. Diese lässt sich aber problemlos mit dem externen Nubert "LinTech blueLino 4G"- Modul für 55 Euro nachrüsten.

Die internen Class D-Verstärker stellen eine satte Nennleistung von 60 Watt für jedes Chassis einer Box zur Verfügung und die untere Grenzfrequenz von etwa 50 Hz gewährleistet einen für die Lautsprechergröße bemerkenswert tiefen Bass. Klanglich bleibt die nuPro A-100 der Nubert-Prämisse eines „ehrlichen“ Lautsprechers treu und überzeugt den anspruchsvollen Musikhörer mit neutraler Spielweise, hoher Bass-Performanz sowie einem dynamischen Klangcharakter. Damit die hohe Klangqualität des Boxenpaares in vollem Umfang abgerufen werden kann, sollte man sich bei der Inbetriebnahme allerdings intensiv mit der Soundanpassung beschäftigen.

Insgesamt erweist sich die Nubert nuPro A-100 als moderner, vielseitig einsetzbarer Lautsprecher mit einem für die Preisliga hervorragenden Klang. Der Freundeskreis dieser Box dürfte schnell wachsen.


Hinweise zur Bewertung
Die Bewertung aller Kriterien erfolgt bei TECHNIC3D preisklassenbezogen.
Die Bewertung des Klanges basiert auf der oben beschriebenen Klanganpassung.



Aktiv-Minilautsprecher Nubert nuPro A-100, Preisklasse um 500 Euro

Einzel-Bewertung

Gestaltung, Handling und Verarbeitung10 /10 Punkte
Ausstattung und Funktionalität
8,5 /10 Punkte
Elektroakustische Eigenschaften10 /10 Punkte
Bassqualität10 /10 Punkte
Tonale Ausgewogenheit / Natürlichkeit10 /10 Punkte
Musikalische Ausdruckskraft/ Dynamik10 /10 Punkte
Transparenz/ Detailauflösung8 /10 Punkte
Abbildung des Klangraumes8,5 /10 Punkte
Gesangsstimmen und Sprache9 /10 Punkte
Hochtonqualität4,5 /5 Punkte
Klang bei hohen Lautstärken 4,5 /5 Punkte

Gesamtbewertung:

93 /100 Punkte
Note:1,2
Testurteil: sehr gut


award gold blacks


Bewertungs-Schlüssel:

Punkte: 100 - 91Note: 1,0 - 1,4 Testurteil: sehr gut
Punkte: 90 - 80Note: 1,6 - 2,4 Testurteil: gut
Punkte: 79 - 67Note: 2,6 - 3,4 Testurteil: zufriedenstellend
Punkte: 66 - 50Note: 3,6 - 4,4 Testurteil: mäßig
Punkte: 49 - 30Note: 4,6 - 5,4 Testurteil: schlecht
Punkte: 29 - 0Note: 5,6 – 6,0 Testurteil: unzureichend
Veröffentlicht:

Kategorie: Lautsprecher
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