Diablo 3

Drei Monate danach

Seite 6: Fazit

Das hat uns an Diablo 3 gefallen


Steuerung:
Simple und elegante Maus- und Tastatursteuerung mit vielen Komfortfunktionen. Wünschenswert wäre nur noch eine Möglichkeit, verschiedene Builds zu speichern.

Grafik:
Der Look von Diablo 3 weicht stark von seinen Vorgängern ab. Er ist bunter, farbenfroher und ein wenig comichafter als der des Vorgängers. Dennoch ist die Grafik des Spiel ein echtes Highlight. Die Zauber- und Physikeffekte sind enorm detailliert, das Design der Gegner ist mehr als gelungen und die Levels und Monster sind abwechslungsreich. Da stört es auch nicht weiter, dass manche Bodentexturen etwas verwaschen wirken. Das Gesamtbild ist einfach stimmig und schafft eine gute Atmosphäre.

Kämpfe:
Egal ob der Barbar zuhaut, die Zauberin einen Blizzard entfesselt oder der Hexendoktor einen Schwall grüner Kotze über seine Gegner ergießt: Es fühlt sich einfach gut an, wie es die Gegner im Sekundentakt zerbröckelt. Kein anderes Hack and Slay kann da mithalten, wenn in Diablo 3 die Fetzen fliegen. Dämonenblut und Monstergedärm spritzen durchs Bild, Levelkulissen gehen eindrucksvoll zu Bruch, magische Druckwellen schleudern ganze Gegnergruppen durch die Gegend, stets begleitet von satten Soundeffekten.

Skillsystem:
Die wohl umstrittenste Neuerung in Diablo 3 ist die Abschaffung von Attributpunkten und Talentbäumen. Neue Fähigkeiten werden nun bei einem Levelaufstieg automatisch freigeschaltet. Blizzard hat das Skillsystem aber nicht nur vereinfacht, sondern es auch an anderer Stelle flexibler gemacht: Der Spieler kann seine Talente frei zusammenstellen und mit Runenmodifikatoren verändern (in den Optionen auf den Wahlmodus umschalten). Auch die Runen werden beim Levelaufstieg mit den neuen Talenten freigeschaltet, bis zur maximalen Levelstufe 60. Der Reiz der Charakterentwicklung liegt nun also im munteren Experimentieren, nicht mehr in frühzeitiger Planung.

Schwierigkeitsgrad:
Die Schwierigkeitsgrade sind gut gewählt. Der Normal-Modus bietet einen guten Einstieg für Neuzugänge. In jeder weiteren Schwierigkeitsstufe steigen nicht nur die Lebenspunkte der Gegner, sondern auch ihre Resistenzen und die Anzahl ihrer Fertigkeiten. Den Schwierigkeitsgrad von Inferno halten wir für angebracht, da er eben eine Herausforderung sein soll, auch wenn wir an der Fähigkeitskombinationen der Elite-Gruppen auch mal verzweifelt sind.

Abwechslungsreiche Klassen:
Die Auswahl an Helden ist Blizzard klasse gelungen. Mit Barbar, Mönch, Hexendoktor, Zauberer und Dämonenjäger sollte für jeden Spielertypen etwas dabei sein. Alle Klassen unterscheiden sich spürbar voneinander und bieten verschiedene Spielweisen. Jede Klasse fühlt sich mächtig an und kann es im Alleingang mit einer ganzen Monsterarmee aufnehmen – anders als in einem klassischen MMO gibt es hier keine reinen Heiler, Tanks oder Damage Dealer, in Diablo 3 darf einfach jeder ordentlich zuschlagen.

Sprachausgabe:
Die deutsche Synchronisation ist durchweg gut, auch die Übersetzung ist gelungen. Da sich die Helden häufig mit den Begleiter-NPCs unterhalten, gibt es ein Plus für die Atmosphäre. Bei Bedarf kann auch die englische Sprachausgabe kostenfrei bezogen werden.

Zwischensequenzen:
Die gerenderten Filmsequenzen von Diablo 3 sind sehr gut umgesetzt und leisten einen guten Beitrag zur Atmosphäre.

Multiplayer:
Diablo 3 bietet gerade im Multiplayer viele nützliche Komfortfunktionen. Beispielsweise wird man durch einen Klick auf das Banner des Mitspielers direkt zu ihm teleportiert.

Ladezeiten:
Die Ladezeiten sind über das komplette Spiel extrem kurz gehalten.


Das hat uns nicht gefallen


Serverprobleme zum Start:
Diablo 3 ist ein Online-Spiel und setzt eine permanente Internetverbindung voraus. Das wurde vielen Spielern zum Release schmerzlich bewusst, als Blizzard die Server öffnete. Zahllose Menschen aus ganz Europa versuchten, sich gleichzeitig einzuloggen - die Server crashten, das Spiel verweigerte den Zugang, blendete Fehlermeldungen ein. Blizzard hat sich mittlerweile dafür entschuldigt.

Singelplayer mit Onlinezwang:
Diablo 3 richtet sich nicht nur an Mehrspielerfans, sondern auch an Solo-Spieler – und für die wäre ein abgetrennter Offline-Modus wie in Diablo 2 sicher eine willkommene Ergänzung, da einem hier schlicht egal sein könnte, ob die Server nun gerade laufen oder nicht.

Skillsystem:
Viele Spieler vermissen bei einem Levelaufstieg das Gefühl, selbst etwas entscheiden zu können. Auch ohne Talentbäume und Attributpunkte hätte es Möglichkeiten gegeben, ein wenig mehr Einfluss und Interaktion beim Stufenaufstieg bereitzustellen. Das Blizzard Zweifel am Skillsystem hatte, wurde bereits zur Beta klar, als das System mehrmals komplett neu gestaltet wurde.

Auktionshaus:
Das Auktionshaus ist unübersichtlich gestaltet. Ein einfaches Stöbern ist somit nicht möglich. Der Spieler sollte genau wissen, welche Art von Werten für seinen Charakter spielentscheidend sind, um brauchbare Items zu finden. Um Zugriff auf das Auktionshaus zu erhalten muss die laufende Spielsitzung geschlossen werden, da der Zugriff nur aus dem Hauptmenü möglich ist. Die Echtgeld-Variante sehen wir als kritisch, da sie wohl für den PVP-Modus ausschlaggebende sein wird. Wer am meisten investiert, wird die besten Items erhalten und sich somit einen Vorteil schaffen.

Automatisch generierte Level:
Blizzard versteht unter automatisch generierten Level neuerdings, die zufällige Anordnung von Events. Die meisten Dungeons und die komplette Oberfläche sind festgelegt und fallen auch weniger düster aus als in den Vorgängern. Dies schmälert den Wiederspielwert, da die Haupthandlung immer an den gleichen Orten stattfindet.

Items:
Die gefundenen Gegenstände haben teilweise absurde Stats. Egal ob es sich hierbei um Legendäre- oder Standard-Items handelt. Die Itemgestaltung fällt auf Dauer ein wenig langweilig aus und trübt den Spielspaß, da man nur noch versucht Item x bei Stat y um z zu steigern. Gerade durch das für jeden Spieler angefertigte Loot, hätte es die Möglichkeit gegeben, auf den Charakter passende Items zu hinterlassen. Daran haben auch drei Monate bisher nichts geändert.

Exploits:
Leider ist Diablo 3 immer noch nicht frei von Exploits. Mit jedem neuen Patch wurden bisher auch neue Exploits gefunden. Ein Spiel, dass mit Echtgeld handelt darf eine solche Schwäche nicht aufweisen.

Handwerker:
Die Handwerker verlieren bei höheren Leveln ihren Reiz, da die Herstellungskosten den Nutzen weit überschreiten. Die Stats der gefertigten Gegenstände sind zu zufällig, um wirklich brauchbare Items zu erzeugen.


Fazit

Mit weit mehr als 100 Spielstunden pro Kopf konnte uns Diablo 3 als würdiger Nachfolger überzeugen. Neben dem gut balancierten Gameplay überzeugt Diablo 3 vor allem durch eine abwechslungsreiche Handlung, gute Grafik, toll umgesetzte Effekte und, wie nicht anders gewohnt von Blizzard, durch sehr gute Videosequenzen. Auch die deutsche Synchronisation ist erstaunlich gut gelungen. Durch die Gespräche der NPCs entsteht eine, für Hack and Slay Spiele untypische, lebendige Spielwelt. Der einzig große Kritikpunkt ist der fehlende Endgame-Content und daraus resultierend die fehlende Langzeitmotivation, die Blizzard doch sonst in ihren Spielen gut unterbringen konnte. Laut den Statements von Community Manager Bashiok wird weiterhin mit Hochdruck an den bestehenden Problemen gearbeitet. Für die Zukunft ist auch verbesserter Endgame-Content geplant, dieser soll aber erst erscheinen, nachdem die größten bestehenden Probleme gelöst wurden. Der noch ausstehende PVP-Modus und der kommende Item-Patch soll viele Spieler zurück locken.

Diejenigen, die den Höllenfürsten Diablo bereits im Inferno-Modus besiegt haben, müssen weiterhin mit dem nicht so beliebten Item- und Gold-Gefarme auskommen. Nebenbei bleibt noch die Hoffnung, dass Diablo 3 Patch 1.0.4 das Endgame-Problem teilweise behebt und für neuen Spielspaß unter den Diablo 3-Veteranen sorgt.


positiv:
negativ:
+ Sprachausgabe- Exploits
+ Zwischensequenzen- Onlinezwang
+ Multiplayer- Items wenig abwechslungsreich
+ Atmosphäre
+ Story




Spielspaß
90%
Multiplayer online
90%
Grafik
85%
Sound / Atmosphäre
95%
Hardware-Anforderungen
90%
Gesamtwertung
90%
Preis




award gold blacks


Bezugsquelle: Blizzard

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